Alte Fahrräder aus Basel erhalten ein neues Leben in afrikanischen Ländern. Eine Sammelaktion im März bietet Baslerinnen und Baslern die Möglichkeit, ihre nicht mehr benötigten Velos abzugeben. Diese werden dann in sozialen Werkstätten aufbereitet und nach Afrika verschifft, wo sie neue Besitzer finden und Arbeitsplätze schaffen.
Wichtige Erkenntnisse
- Velafrica sammelt gebrauchte Velos in Basel für Afrika.
- Die Fahrräder werden in sozialen Werkstätten instand gesetzt.
- Das Projekt schafft Arbeitsplätze in Reparatur und Verkauf in Afrika.
- Velos verbessern die Mobilität und den Zugang zu Bildung und Märkten.
Basler Aktionstage für Velospenden
Vom 3. bis 5. März findet in Basel und den umliegenden Gemeinden eine spezielle Abholaktion statt. Einwohner können ihre alten Fahrräder direkt vor ihrer Haustür abholen lassen. Die Anmeldung dafür ist bis zum 24. Februar über ein Online-Formular möglich.
Diese Initiative wird von der gemeinnützigen Organisation Velafrica bereits zum sechsten Mal in der Region durchgeführt. Die erste Aktion dieser Art startete im Jahr 2023. Viele Basler nutzen die Gelegenheit nicht nur, um Platz zu schaffen, sondern auch aus einem starken sozialen Engagement heraus.
«Für einige ist es sicher eine bequeme Methode, ihr altes Velo loszuwerden. Aber für viele steht der wohltätige Gedanke im Zentrum. Das merkt man daran, dass auch Velos in sehr gutem Zustand abgegeben werden.»
Bettina Wyler, Kommunikationsverantwortliche von Velafrica
Der Weg des Velos: Von Basel nach Afrika
Nach der Abholung beginnt für die gespendeten Velos eine Reise. Zuerst gelangen sie zu spezialisierten Werkstätten in der Schweiz, wie der Stiftung AIP Plus in Pratteln. Auch Insassen der Justizvollzugsanstalt Aachen in Deutschland sind an der Aufbereitung beteiligt. Hier werden die Fahrräder sortiert und, wenn nötig, repariert und instand gesetzt. Defekte Teile werden ersetzt, Bremsen eingestellt und Reifen geflickt, um die Verkehrstauglichkeit sicherzustellen.
Faktencheck
- Die Aktion findet vom 3. bis 5. März statt.
- Anmeldeschluss ist der 24. Februar.
- Es ist die sechste Sammelaktion in Basel.
Anschliessend werden die aufbereiteten Velos per Schiff nach Afrika transportiert. Dort angekommen, werden sie an lokale Veloläden und Werkstätten in Ländern wie Ghana, Gambia oder der Elfenbeinküste verteilt. Dieses Netzwerk ist entscheidend für den Erfolg des Projekts.
Nachhaltigkeit und Arbeitsplatzschaffung
Das Konzept von Velafrica zielt auf langfristige Nachhaltigkeit ab. Die Fahrräder werden in Afrika zu einem erschwinglichen Preis verkauft, nicht verschenkt. Dies stellt sicher, dass die Velos an Menschen gelangen, die sie tatsächlich benötigen und wertschätzen.
Hintergrund der Initiative
Velafrica wurde gegründet, um Menschen in Afrika durch Fahrräder eine bessere Mobilität zu ermöglichen. Dies hat weitreichende positive Effekte auf Bildung, Gesundheit und wirtschaftliche Entwicklung in den Empfängerländern.
Bettina Wyler betont, dass eine kostenlose Verteilung nicht nachhaltig wäre. Durch den Verkauf entsteht ein lokaler Wirtschaftskreislauf. In den afrikanischen Ländern entstehen somit Arbeitsplätze in den Bereichen Reparatur, Verkauf und Verwaltung der Velos. Dies fördert die lokale Wirtschaft und schafft Perspektiven für die Menschen vor Ort.
Positive Auswirkungen in den Empfängerländern
Der Bedarf an Fahrrädern in vielen afrikanischen Regionen ist gross. Die Vorteile eines Velos sind vielfältig und direkt spürbar. Es ersetzt oft lange Fussmärsche, die den Alltag vieler Menschen prägen. Zudem können mit Fahrrädern deutlich mehr Lasten transportiert werden, was besonders für Händler und Bauern von Vorteil ist.
Eine Studie, die die Auswirkungen von 220 im Rahmen des Projekts «Bikes for Changemakers» verteilten Velos untersuchte, zeigte deutliche Verbesserungen. Die Menschen besuchten dank der Fahrräder häufiger den Markt und ihre landwirtschaftlichen Felder. Auch der Besuch von Familienmitgliedern nahm zu, was soziale Bindungen stärkt.
Besonders wichtig ist der Effekt auf die Bildung. Kinder können ihren Schulweg dank der erweiterten Mobilität in deutlich kürzerer Zeit zurücklegen. Dies fördert den regelmässigen Schulbesuch und trägt zur Verbesserung der Bildungschancen bei.
- Lange Fussmärsche werden verkürzt.
- Transport von Lasten wird erleichtert.
- Zugang zu Märkten und Feldern verbessert sich.
- Schulbesuch der Kinder wird gefördert.
Die Lebensdauer der gespendeten Velos in Afrika wird auf mehrere Jahre geschätzt. Dies unterstreicht den langfristigen Nutzen der Basler Spendenaktion und die Bedeutung des Engagements von Organisationen wie Velafrica.





