Das Museum der Kulturen Basel (MKB) widmet sich in seiner Reihe «Ethnologie fassbar» am 4. März einem gesellschaftlich relevanten Thema: der Sterbehilfe. Vanessa Barth von der Sterbehilfeorganisation Exit gibt dabei tiefe Einblicke in ihre tägliche Arbeit und beleuchtet die komplexen Aspekte der Freitodbegleitung. Die Veranstaltung soll das Verständnis für diesen schwierigen und oft kontrovers diskutierten Bereich fördern.
Wichtige Erkenntnisse
- Das MKB beleuchtet das Thema Sterbehilfe im Rahmen der Reihe «Ethnologie fassbar».
- Vanessa Barth von Exit spricht über ihre Erfahrungen als Begleitperson.
- Der Anlass findet am 4. März von 18.00 bis 19.30 Uhr statt.
- Es werden Fragen zu Hoffnungen, Wünschen und Ängsten im Kontext der Sterbehilfe diskutiert.
- Die Veranstaltung zielt darauf ab, das Thema verständlich und greifbar zu machen.
«Ethnologie fassbar»: Ein Format für gesellschaftliche Debatten
Das Museum der Kulturen Basel hat mit seiner monatlichen Veranstaltungsreihe «Ethnologie fassbar» ein Format etabliert, das aktuelle gesellschaftliche Fragen aufgreift. Jeden ersten Mittwochabend im Monat werden Themen beleuchtet, die uns im Alltag begegnen. Dabei erzählen Kuratoren und Gastreferenten Geschichten aus neuen Perspektiven und zeigen überraschende Zusammenhänge auf.
Die Reihe soll den Besuchern helfen, komplexe Sachverhalte besser zu verstehen. In den letzten Jahren haben sich gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen oft rasant entwickelt. Begriffe wie «unfassbar» beschreiben die Überraschung oder sogar Überforderung vieler Menschen angesichts dieser Dynamik. Das MKB möchte hier einen Gegenpol schaffen und durch Dialog und Information Orientierung bieten.
Faktencheck: Sterbehilfe in der Schweiz
- Die Schweiz gehört zu den wenigen Ländern, in denen assistierter Suizid unter bestimmten Voraussetzungen legal ist.
- Sterbehilfeorganisationen wie Exit müssen strenge Kriterien erfüllen.
- Voraussetzungen sind in der Regel eine unheilbare Krankheit, die zu unerträglichem Leiden führt, und die volle Urteilsfähigkeit der Person.
- Der assistierte Suizid muss vom Sterbewilligen selbst durchgeführt werden.
Einblicke in die Arbeit von Exit
Der kommende Anlass am 4. März trägt den Titel «Sterbehilfe verstehen – Einblicke in die Arbeit von Exit». Im Mittelpunkt steht die Arbeit von Vanessa Barth, die als Regionalleiterin Freitodbegleitung Nordwestschweiz und Begleitperson bei Exit tätig ist. Sie wird über ihre Erfahrungen berichten und aufzeigen, wie sie Menschen in einer der schwierigsten Phasen ihres Lebens unterstützt.
Für viele Menschen ist die Entscheidung für Sterbehilfe ein bewusster, aber äusserst schwerer Schritt. Er ist oft von dem Wunsch nach Selbstbestimmung geprägt, wenn das Leben aufgrund einer unheilbaren Krankheit als unerträglich empfunden wird. Frau Barth wird darlegen, wie die Begleitung in solchen Situationen aussieht und welche Rolle sie dabei spielt.
«Das Leben endet nicht immer plötzlich. Für viele Menschen ist die Entscheidung für Sterbehilfe ein bewusster, schwerer, aber selbstbestimmter Schritt.»
Herausforderungen und Grenzen der Begleitung
Die Arbeit einer Begleitperson bei einer Sterbehilfeorganisation ist mit vielen emotionalen und ethischen Herausforderungen verbunden. Vanessa Barth wird schildern, welchen Hoffnungen, Wünschen und Ängsten sie in ihrer täglichen Praxis begegnet. Gleichzeitig wird sie die Grenzen dieser Begleitung aufzeigen. Nicht jeder Wunsch nach Sterbehilfe kann erfüllt werden, da strenge rechtliche und ethische Vorgaben beachtet werden müssen.
Die Diskussion über Sterbehilfe ist in der Gesellschaft oft emotional aufgeladen. Das MKB bietet mit diesem Anlass eine Plattform für einen sachlichen Austausch. Es geht darum, das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und ein tieferes Verständnis für die komplexen menschlichen Entscheidungen zu entwickeln, die dahinterstehen.
Hintergrund: Die Rolle von Museen in gesellschaftlichen Debatten
Museen wie das MKB entwickeln sich zunehmend zu Orten des Austauschs und der Reflexion über aktuelle gesellschaftliche Fragen. Sie nutzen ihre Sammlungen und Ausstellungen als Ausgangspunkt, um historische und kulturelle Perspektiven auf heutige Herausforderungen zu werfen. Dies ermöglicht es Besuchern, komplexe Themen in einem geschützten Rahmen zu diskutieren und neue Sichtweisen zu gewinnen.
Die Reihe «Ethnologie fassbar» ist ein Beispiel dafür, wie Museen über ihre traditionelle Rolle als Bewahrer von Kulturgütern hinausgehen und aktiv an der Gestaltung des gesellschaftlichen Diskurses teilnehmen.
Termin und Ort der Veranstaltung
Interessierte können an der Veranstaltung am Mittwoch, 4. März, von 18.00 bis 19.30 Uhr im Museum der Kulturen Basel teilnehmen. Der Eintritt zu den «Ethnologie fassbar»-Abenden ist in der Regel im Museumseintritt enthalten oder gesondert buchbar. Es empfiehlt sich, sich im Vorfeld über die genauen Teilnahmebedingungen zu informieren.
Der Anlass verspricht, ein wichtiger Beitrag zur öffentlichen Debatte über Sterbehilfe zu sein. Er bietet die Gelegenheit, aus erster Hand zu erfahren, wie eine Organisation wie Exit arbeitet und welche menschlichen Schicksale damit verbunden sind. Dies kann dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und ein differenzierteres Bild von einem Thema zu zeichnen, das viele Menschen tief berührt.
- Veranstaltungstitel: Sterbehilfe verstehen – Einblicke in die Arbeit von Exit
- Datum: Mittwoch, 4. März
- Uhrzeit: 18.00 bis 19.30 Uhr
- Ort: Museum der Kulturen Basel
- Referentin: Vanessa Barth, Regionalleiterin Freitodbegleitung NWCH und Begleitperson bei Exit




