Alex Frei, der ehemalige Rekordtorschütze der Schweizer Nationalmannschaft, hat eine neue Herausforderung angenommen. Er wird Trainer der U21-Nationalmannschaft und hat sich zum Ziel gesetzt, das Team zur Europameisterschaft 2027 in Serbien und Albanien zu führen. Bei seiner offiziellen Vorstellung am Mittwoch in Muri bei Bern sprach Frei von einer grundlegenden Mentalitätsänderung, die er in der U21 umsetzen will.
Wichtige Punkte
- Alex Frei ist neuer Trainer der Schweizer U21-Nati.
- Er will die Mannschaft zur EM 2027 in Serbien und Albanien führen.
- Frei plant, über 60 Spieler bis März zu sichten.
- Er kritisiert die Super-League-Klubs für zu wenige junge Schweizer Stammspieler.
- Eine Mentalitätsänderung in der U21 ist Freis oberstes Ziel.
Freis Vision für die U21: Kein Ferienlager
Alex Frei trat mit klaren Worten auf. Er betonte, dass die U21 kein Ort für Entspannung sei. Vielmehr sieht er sie als wichtige Entwicklungsstufe für junge Talente. "Es ist ein unglaublich interessantes Alter", sagte Frei. Er möchte den Spielern seine umfangreiche Erfahrung weitergeben. Diese Erfahrung sammelte er als Spieler und auch als Trainer bei verschiedenen Stationen.
Die Ernennung Freis kommt nach einer enttäuschenden Phase für die U21. Ein 1:1 gegen Luxemburg in der EM-Qualifikation zeigte, dass Handlungsbedarf besteht. Das Team darf sich keine weiteren Fehler leisten, um die Playoffs zu erreichen. Frei ist bekannt für seine kämpferische Einstellung und seinen unbedingten Siegeswillen. Diese Eigenschaften will er auf seine jungen Spieler übertragen.
Faktencheck
- Alex Frei ist Schweizer Rekordtorschütze mit 42 Toren in 84 Länderspielen.
- Die U21-EM 2027 findet in Serbien und Albanien statt.
- Frei war zuletzt Trainer beim FC Aarau.
Unterstützung und ehrgeizige Pläne
Nati-Direktor Pierluigi Tami äusserte sich positiv über die Wahl Freis. Er lobte dessen Leidenschaft und Enthusiasmus. Tami ist überzeugt, dass Freis Erfahrung der U21 enorm helfen kann. Frei selbst erklärte, dass nur wenige Aufgaben ihn noch gereizt hätten. Die U21-Nationalmannschaft war eine davon. Dies zeigt seine tiefe Verbundenheit mit dem Schweizer Fussball.
Freis Pläne sind ambitioniert. Bis März will er ein breites Netzwerk nutzen, um über 60 potenzielle Spieler zu sichten. Es geht darum, die besten Talente für die U21 zu finden. Dieser umfassende Auswahlprozess soll sicherstellen, dass nur die vielversprechendsten Spieler eine Chance erhalten. Er will eine starke Basis für die Zukunft schaffen.
Kritik an Super-League-Klubs
Der neue U21-Trainer nimmt nicht nur seine Spieler in die Pflicht. Er richtet auch deutliche Worte an die Schweizer Super-League-Klubs. Frei kritisiert, dass es zu wenige junge Schweizer Stammspieler gibt. Besonders Young Boys und der FC Basel stehen dabei im Fokus seiner Kritik. Er sieht hier eine Verantwortung der Vereine, den eigenen Talenten mehr Spielzeit zu geben.
"Es gibt zu wenige junge Schweizer Stammspieler."
Um diese Situation zu ändern, hat Frei bereits Gespräche geplant. Er will sich mit YB-Sportchef Christoph Spycher und Basels Daniel Stucki austauschen. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu finden, die den jungen Schweizer Spielern mehr Chancen in der höchsten Liga eröffnen. Dies ist ein wichtiger Schritt für die Entwicklung des Schweizer Fussballs.
Hintergrund: Freis Trainerlaufbahn
Nach seiner glanzvollen Spielerkarriere wechselte Alex Frei ins Trainerfach. Er sammelte Erfahrungen bei verschiedenen Klubs, darunter auch eine kurze Amtszeit beim FC Aarau im Jahr 2024. Obwohl er ursprünglich plante, sich vom Trainergeschäft zurückzuziehen, konnte er dem Ruf des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) nicht widerstehen. Seine Rückkehr in den Schweizer Fussball ist ein klares Zeichen seines Engagements für die Nachwuchsförderung.
Der Weg ins Ausland führt über die Schweiz
Frei ist ein starker Verfechter der Idee, dass junge Spieler zuerst in der Schweiz reifen sollten. Er glaubt fest daran, dass zwei Jahre in der Super League eine solide Grundlage bilden. Erst danach sollten Talente den Schritt ins Ausland wagen. Dieser Ansatz soll sicherstellen, dass die Spieler genügend Spielpraxis und Entwicklungsmöglichkeiten in einem bekannten Umfeld erhalten, bevor sie sich grösseren Herausforderungen stellen.
Diese Strategie ist entscheidend, um die Qualität der Schweizer Nationalmannschaften langfristig zu sichern. Wenn junge Spieler frühzeitig ins Ausland wechseln und dort nicht zum Zug kommen, stagniert ihre Entwicklung. Frei will diesen Kreislauf durchbrechen und eine nachhaltige Talentförderung etablieren. Seine Forderungen richten sich an alle Beteiligten: Spieler, Klubs und den Verband.
- Fokus auf Spielpraxis: Junge Talente brauchen regelmässige Einsätze.
- Entwicklung im Heimatland: Die Super League als Sprungbrett nutzen.
- Nachhaltige Karriereplanung: Schrittweise Entwicklung statt überstürzter Wechsel.
Die kommende Zeit wird zeigen, wie Alex Frei seine Vision umsetzen kann. Die Sichtung von über 60 Spielern ist ein Mammutprojekt. Die Gespräche mit den Super-League-Klubs werden ebenfalls entscheidend sein. Das Ziel ist klar: eine starke Schweizer U21, die bei der EM 2027 eine gute Rolle spielen kann und eine solide Basis für die A-Nationalmannschaft bildet.
Freis Antritt markiert einen Neuanfang für die U21. Seine Entschlossenheit und sein Ruf als Spieler könnten eine neue Ära prägen. Die Erwartungen sind hoch, aber Frei scheint bereit, die Herausforderung anzunehmen und den Schweizer Nachwuchsfussball auf den richtigen Weg zu bringen. Es wird spannend zu sehen, wie sich das Team unter seiner Führung entwickeln wird.





