In Basel wird eine innovative Lösung für mehr Sicherheit von Schulkindern im Strassenverkehr erprobt. Ein sogenanntes «Smart Safety Light»-System soll künftig Zebrastreifen sicherer machen. Kinder tragen dabei einen speziellen Chip, der Fahrzeuge vor ihrer Anwesenheit warnt.
Wichtige Punkte
- Jérôme Fricker entwickelte das «Smart Safety Light»-System.
- Ein passiver Chip im Rucksack warnt Fahrzeuge an Zebrastreifen.
- Ein Lichtsignal am Übergang blinkt, wenn ein Kind naht.
- Pilotprojekte starten im nächsten Jahr in Basel und Solothurn.
- Das System ist autark und solarbetrieben.
Ein Chip für mehr Sicherheit am Zebrastreifen
Jérôme Fricker, Geschäftsführer eines Nothelferkurszentrums in der Schweiz, hat eine Technologie entwickelt, die den Schulweg für Kinder sicherer gestalten soll. Sein «Smart Safety Light»-System basiert auf einem kleinen Chip, den Kinder in ihren Rucksäcken oder an ihrer Kleidung tragen können. Nähert sich ein Kind einem Fussgängerstreifen, sendet der Chip ein Signal an eine am Zebrastreifen installierte Leuchte. Diese beginnt dann zu blinken und warnt so herannahende Fahrzeuge.
Die Idee zu dieser Entwicklung entstand aus der Praxis. Fricker beobachtete täglich an der viel befahrenen Feldbergstrasse in Basel, wie Kinder Mühe hatten, sicher zum Kindergarten auf die andere Strassenseite zu gelangen. Diese Beobachtungen motivierten ihn, eine konkrete Lösung zu suchen. Seine berufliche Erfahrung im Bereich Verkehrssicherheit trug massgeblich zur Entwicklung bei.
Interessanter Fakt
Das System ist so konzipiert, dass es autark funktioniert und nicht an das Stromnetz angeschlossen werden muss. Stattdessen nutzt es eine Solarversorgung, was die Installation an verschiedenen Standorten erheblich vereinfacht und Kosten spart.
Datenschutz und Funktionsweise
Ein zentraler Aspekt des «Smart Safety Light» ist der Datenschutz. Fricker betont, dass der Chip, den die Kinder bei sich tragen, ein passiver Chip ist. Er funktioniert ähnlich wie Zugangssysteme für Parkhäuser und speichert keine persönlichen Daten. Das System ist so konzipiert, dass es keine Bewegungsdaten der Kinder erfasst.
«Die Kinder tragen einen passiven Chip bei sich», erklärt Fricker. «Das ist eine datenschutzsichere Lösung, die nicht trackt.»
Die baulichen Massnahmen an den Zebrastreifen halten sich in Grenzen. An Übergängen, die noch keine Blinklichter besitzen, müssen diese nachgerüstet werden. Der Chip im Rucksack des Kindes aktiviert dann dieses Lichtsignal, sobald es sich dem Überweg nähert.
Erfolg beim Mobilitätskonzeptwettbewerb
Die innovative Idee von Jérôme Fricker und seinem Team hat bereits Anerkennung gefunden. Sie reichten ihr Projekt beim Konzeptwettbewerb der Mobilitätskonferenz 2025 des Eidgenössischen Fonds für Verkehrssicherheit (FVS) ein. Die Jury war überzeugt.
Das Team, zu dem auch Paula, eine Schülerin des Bläsischulhauses, gehört, gewann den FVS Award. Mit diesem Preis sind 15'000 Franken für die weitere Umsetzung des Projekts verbunden. Der FVS vergibt jährlich insgesamt 20 Millionen Franken an Projekte, die die Verkehrssicherheit in der Schweiz verbessern sollen. Die diesjährige Preisverleihung fand in Bern statt.
Hintergrundinformationen
Der Eidgenössische Fonds für Verkehrssicherheit (FVS) fördert Projekte und Initiativen, die darauf abzielen, die Anzahl der Verkehrsunfälle und deren Folgen zu reduzieren. Er spielt eine wichtige Rolle bei der Finanzierung innovativer Lösungen für einen sichereren Strassenverkehr in der Schweiz.
Pilotprojekte in Basel und Solothurn geplant
Das «Smart Safety Light»-System soll im nächsten Jahr in Pilotprojekten getestet werden. Geplant sind zwei Standorte in Basel. Der studierte Soziologe Fricker steht hierfür in Kontakt mit der Primarschule Isaak Iselin. Ein idealer Fussgängerstreifen für die Erprobung ist die Kreuzung Strassburgerallee/Hagentalerstrasse.
Doch nicht nur in städtischen Gebieten soll das System zum Einsatz kommen. Fricker plant auch Tests in ländlichen Regionen. Dort könnten Schulkinder beispielsweise eine Kantonsstrasse überqueren müssen, was ähnliche Sicherheitsherausforderungen mit sich bringt. Erste Gespräche dazu laufen bereits im Kanton Solothurn.
Fricker hofft, dass die Installation an den beiden Pilotorten noch vor den Sommerferien des aktuellen Schuljahres abgeschlossen werden kann. Die Ergebnisse dieser Tests werden zeigen, wie effektiv das System im Alltag ist und ob es schweizweit ausgerollt werden kann.
- Nächste Schritte: Installation an zwei Pilotstandorten in Basel.
- Zusätzliche Tests: Auch in ländlichen Gebieten, beispielsweise im Kanton Solothurn.
- Ziel: Erhöhung der Sicherheit von Schulkindern im Strassenverkehr.
Ausblick und Potenzial
Das Potenzial des «Smart Safety Light»-Systems ist gross. Sollten die Pilotprojekte erfolgreich verlaufen, könnte die Technologie dazu beitragen, die Verkehrssicherheit für Kinder in der gesamten Schweiz signifikant zu verbessern. Die einfache, autarke Funktionsweise und der Fokus auf Datenschutz sind wichtige Vorteile, die eine breite Akzeptanz fördern könnten.
Die Initiative zeigt, wie gezielte Innovationen und das Engagement einzelner Personen dazu beitragen können, alltägliche Herausforderungen im öffentlichen Raum zu lösen und das Leben von Familien sicherer zu machen.





