Die Baselland Transport AG (BLT) stellt den Ticketverkauf in ihren Bussen vollständig auf bargeldlose Zahlungsmethoden um. Seit November werden neue Automaten installiert, und bis Ende des Jahres wird der Verkauf von Billetten durch das Fahrpersonal eingestellt. Dieser Schritt zur Modernisierung des öffentlichen Verkehrs stösst jedoch nicht überall auf Zustimmung und löst eine Debatte über die Zugänglichkeit für alle Bevölkerungsgruppen aus.
Das Wichtigste in Kürze
- Die BLT stellt den Ticketverkauf in Bussen auf bargeldlose Zahlung um.
- Der Ticketkauf beim Fahrpersonal wird bis Ende Jahr eingestellt.
- Neue Automaten, die nur Karten und digitale Zahlungen akzeptieren, sind seit November in Betrieb.
- Die Umstellung führt zu Kritik, insbesondere wegen der Bedenken zur digitalen Ausgrenzung älterer Menschen und anderer Gruppen.
Ein Abschied vom Münz und Noten
Eine Ära im regionalen öffentlichen Verkehr geht zu Ende. Wer in einem Bus der BLT ein Ticket kaufen möchte, muss künftig auf Münz und Noten verzichten. Das Unternehmen hat die flächendeckende Umstellung auf ein rein bargeldloses System eingeleitet. Dieser Prozess begann bereits im November mit der schrittweisen Installation neuer, moderner Ticketautomaten in den Fahrzeugen.
Der entscheidende Schritt folgt nun zum Jahresende: Der traditionelle Ticketverkauf durch die Busfahrerinnen und Busfahrer wird vollständig eingestellt. Damit entfällt für viele Fahrgäste eine vertraute und einfache Möglichkeit, an ihren Fahrschein zu kommen. Die BLT folgt damit einem Trend, der in vielen Dienstleistungsbereichen zu beobachten ist – dem Übergang zu digitalen und kartenbasierten Zahlungsmitteln.
Effizienz und Sicherheit als treibende Kräfte
Obwohl die BLT keine offizielle Begründung für die Umstellung im Detail kommuniziert hat, liegen die Motive für einen solchen Schritt auf der Hand. Verkehrsbetriebe in der ganzen Schweiz und Europa setzen auf bargeldlose Systeme, um Abläufe zu optimieren. Ohne den Umgang mit Bargeld können die Haltezeiten an den Stationen potenziell verkürzt werden, da der Zahlungsvorgang beim Fahrer entfällt. Dies kann zu einer höheren Pünktlichkeit im gesamten Netz beitragen.
Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Sicherheit. Der Verzicht auf Bargeld in den Fahrzeugen reduziert das Risiko von Überfällen und vereinfacht die Abrechnungsprozesse erheblich. Für das Fahrpersonal bedeutet dies eine Entlastung von einer Aufgabe, die Konzentration vom Strassenverkehr abziehen kann.
Digitalisierung im ÖV
Die Umstellung der BLT ist Teil eines landesweiten Trends. Viele Verkehrsbetriebe fördern aktiv den Kauf von Tickets über Apps wie SBB Mobile oder Fairtiq. Diese digitalen Lösungen bieten oft nicht nur mehr Komfort, sondern auch günstigere Preise durch Bestpreis-Garantien. Ziel ist es, den Ticketkauf so einfach und schnell wie möglich zu gestalten und gleichzeitig die Betriebskosten zu senken.
Kritik an der digitalen Hürde
Die vollständige Abschaffung des Bargelds wird jedoch von Teilen der Bevölkerung kritisch gesehen. Insbesondere ältere Menschen, die nicht mit digitalen Zahlungsmethoden oder Bankkarten vertraut sind, könnten vor erheblichen Schwierigkeiten stehen. Nicht jeder besitzt ein Smartphone oder eine Kreditkarte, und für einige ist der Umgang mit Automaten eine Hürde.
Die Sorge ist, dass wir eine Gruppe von Menschen vom öffentlichen Verkehr ausschliessen, die auf ihn angewiesen ist. Der Zugang muss für alle einfach und unkompliziert bleiben, unabhängig von ihrem Alter oder ihrer technischen Affinität.
Auch Touristen, die möglicherweise nicht über eine kompatible Schweizer Zahlungs-App verfügen, oder Personen ohne regelmässigen Zugang zu einem Bankkonto könnten benachteiligt werden. Kritiker fordern, dass zumindest eine niederschwellige Alternative erhalten bleiben sollte, um die Inklusion aller Fahrgäste zu gewährleisten.
Welche Alternativen bleiben den Fahrgästen?
Fahrgäste der BLT müssen sich nun auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Die Zahlung in den Bussen wird ausschliesslich über die neuen Automaten möglich sein, die Debit- und Kreditkarten sowie gängige mobile Zahldienste akzeptieren.
Für diejenigen, die weiterhin mit Bargeld bezahlen möchten oder müssen, bleiben einige Optionen bestehen:
- Ticketautomaten an Haltestellen: Grössere und frequentierte Haltestellen sind weiterhin mit stationären Automaten ausgestattet, an denen auch mit Münz und Noten bezahlt werden kann.
- Verkaufsstellen: Tickets können an bedienten Schaltern, beispielsweise in Bahnhöfen oder bei Partnern wie Kiosken, erworben werden.
- Digitale Kanäle: Die Nutzung von Apps wie SBB Mobile oder EasyRide bleibt die einfachste Methode für technisch versierte Nutzer.
Die BLT steht vor der Herausforderung, die Vorteile der Modernisierung gegen die Bedürfnisse aller Kundengruppen abzuwägen. Eine klare und frühzeitige Kommunikation über die verbleibenden Kaufmöglichkeiten wird entscheidend sein, um den Übergang für alle Fahrgäste so reibungslos wie möglich zu gestalten und niemanden zurückzulassen.





