Die Gemeinde Gempen im Kanton Solothurn steht vor einer wachsenden Herausforderung: Eine kurvenreiche Bergstrasse, die von Dornach herführt, zieht zunehmend Motorradfahrer und Autofahrer an. Was für viele ein beliebtes Ausflugsziel ist, entwickelt sich für die Anwohner zu einer Belastung durch Lärm und gefährliche Fahrweisen. Eine Gruppe von engagierten Bürgern hat sich nun formiert, um diesem Trend entgegenzuwirken und die Lebensqualität in ihrer Gemeinde zu schützen.
Wichtige Punkte
- Anwohner von Gempen wehren sich gegen Lärm und Raserei.
- Die Bergstrasse von Dornach nach Gempen ist bei Freizeitfahrern beliebt.
- Eine Bürgergruppe fordert Massnahmen zur Verkehrsberuhigung.
- Ziel ist die Verbesserung der Sicherheit und Lebensqualität für die Bevölkerung.
Zunehmender Freizeitverkehr wird zum Problem
Die idyllische Lage von Gempen, eingebettet in die Hügellandschaft des Solothurner Juras, macht die Zufahrtsstrasse besonders attraktiv. Die Strecke von Dornach nach Gempen ist bekannt für ihre vielen Kurven und landschaftliche Schönheit. Dies zieht jedoch nicht nur Touristen an, sondern auch eine wachsende Zahl von Motorradfahrern und Autofahrern, die die Strecke für schnelle Fahrten nutzen. Der Verkehr hat in den letzten Jahren stark zugenommen, besonders an Wochenenden und bei schönem Wetter.
Die Anwohner berichten von einer spürbaren Zunahme des Lärmpegels. Motorenlärm, insbesondere von leistungsstarken Motorrädern, hallt durch das Tal und beeinträchtigt die Ruhe der Gemeinde. Viele empfinden den Verkehr als zu schnell und zu laut. Dies führt zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität, besonders für Familien mit kleinen Kindern und ältere Menschen.
Wissenswertes zum Verkehr in Gempen
- Die Strasse ist eine wichtige Verbindung für Pendler und dient gleichzeitig als Freizeitroute.
- Messungen zeigen an Spitzentagen eine hohe Frequenz an Fahrzeugen.
- Die Kurven laden zu schnellem Fahren ein, was die Gefahr von Unfällen erhöht.
Bürgerinitiative fordert konkrete Massnahmen
Angesichts der Situation hat sich in Gempen eine Bürgergruppe gebildet. Ihr Ziel ist es, die Gemeinde auf die Dringlichkeit des Problems aufmerksam zu machen und gemeinsam mit den Behörden Lösungen zu finden. Die Gruppe sieht den Freizeitverkehr als zu viel, zu laut und zu gefährlich an. Sie fordert daher wirksame Massnahmen, um die Belastung zu reduzieren.
Zu den diskutierten Vorschlägen gehören Temporeduktionen, die Installation von Radarkontrollen und bauliche Massnahmen zur Verkehrsberuhigung. Auch eine stärkere Präsenz der Polizei wird von den Bewohnern gewünscht, um Raser abzuschrecken. Die Initiative betont, dass es nicht darum geht, den Tourismus komplett zu unterbinden, sondern ein Gleichgewicht zwischen Freizeitnutzung und dem Schutz der Anwohner zu finden.
"Wir lieben unsere Gemeinde, aber der Lärm und die Raserei machen uns das Leben schwer. Es muss etwas geschehen, bevor es zu spät ist", so ein Sprecher der Bürgerinitiative.
Auswirkungen auf die Lebensqualität
Der übermässige Verkehr hat weitreichende Folgen für die Bewohner von Gempen. Neben dem Lärm, der besonders an sonnigen Wochenenden kaum erträglich ist, gibt es auch Sicherheitsbedenken. Kinder können nicht mehr unbeschwert auf der Strasse spielen, und Fussgänger fühlen sich unsicher. Die Angst vor Unfällen ist omnipräsent, da die Geschwindigkeiten oft deutlich über den erlaubten Limits liegen.
Ein weiterer Aspekt ist die Umweltbelastung. Abgase und Feinstaub tragen zur Verschlechterung der Luftqualität bei. Obwohl Gempen als ländliche Gemeinde gilt, sind die Auswirkungen des Verkehrs deutlich spürbar. Die Initiative hofft, durch ihre Bemühungen nicht nur den Lärm zu reduzieren, sondern auch einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.
Hintergrund: Ähnliche Probleme in anderen Regionen
Das Problem des Freizeitverkehrs und der Raserei auf beliebten Bergstrassen ist in der Schweiz nicht neu. Viele Gemeinden in touristischen oder landschaftlich reizvollen Gebieten kämpfen mit ähnlichen Herausforderungen. Oft sind es die Anwohner, die die Initiative ergreifen müssen, um auf die Missstände aufmerksam zu machen und Veränderungen anzustossen. Die Erfahrungen zeigen, dass eine Kombination aus Sensibilisierung, Kontrollen und baulichen Massnahmen am effektivsten ist.
Zusammenarbeit mit den Behörden ist entscheidend
Die Bürgergruppe in Gempen ist entschlossen, den Dialog mit den lokalen und kantonalen Behörden zu suchen. Eine enge Zusammenarbeit wird als entscheidend für den Erfolg der Initiative angesehen. Es braucht gemeinsame Anstrengungen, um eine nachhaltige Lösung zu finden, die sowohl die Bedürfnisse der Anwohner als auch die Attraktivität der Region berücksichtigt.
Die Gemeinde Gempen steht nun vor der Aufgabe, die Anliegen ihrer Bürger ernst zu nehmen und entsprechende Massnahmen zu prüfen. Es geht darum, ein Gleichgewicht zu finden, das die Schönheit der Landschaft für alle zugänglich macht, ohne die Lebensqualität derer zu opfern, die dort wohnen. Die Hoffnung ist, dass Gempen bald wieder ein Ort der Ruhe und Sicherheit wird.
Nächste Schritte der Initiative
- Sammlung von Unterschriften zur Unterstützung der Forderungen.
- Regelmässiger Austausch mit dem Gemeinderat und der Kantonspolizei.
- Öffentliche Informationsveranstaltungen, um die Bevölkerung zu mobilisieren.
- Prüfung von rechtlichen Möglichkeiten zur Durchsetzung von Massnahmen.
Die Situation in Gempen ist ein klares Beispiel dafür, wie Freizeitaktivitäten in Konflikt mit den Interessen der lokalen Bevölkerung geraten können. Eine konstruktive Lösung erfordert Engagement von allen Seiten und eine Bereitschaft, neue Wege zu gehen.





