Die Umgestaltung der Ahornstrasse im Iselin-Quartier in Basel führt seit Oktober zu erheblichem Ärger bei Anwohnern und Politikern. Die Reduzierung von zwei auf eine Fahrspur für Autos zugunsten eines Velostreifens hat während der Stosszeiten lange Staus zur Folge. Auch ein Fussgängerstreifen wurde entfernt, was die Situation zusätzlich erschwert.
Wichtige Punkte
- Die Ahornstrasse hat nur noch eine Fahrspur für Autos, was zu Stau führt.
- Ein Velostreifen wurde neu eingerichtet, ein Zebrastreifen entfernt.
- Grossrat Johannes Barth (FDP) fordert vom Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) eine Erklärung und Korrektur.
- Anwohner klagen über Ausweichverkehr in der Begegnungszone Palmenstrasse.
- Barth schlägt vor, die Begegnungszone nur für Anwohner zu öffnen.
Neue Verkehrsregelung löst Protest aus
Seit der Einführung der neuen Verkehrsführung im Oktober 2025 ist die Ahornstrasse ein Brennpunkt für Diskussionen. Die Massnahme, die zwei Autospuren zu einer zusammenlegte und dafür einen Velostreifen schuf, sollte die Sicherheit für Radfahrer erhöhen. Stattdessen beklagen sich Anwohner über täglichen Stau, der sich in Spitzenzeiten bis zur Ahorn-Apotheke zurückstaut.
Die Verkehrssituation hat sich nach Angaben vieler Bewohner des Iselin-Quartiers drastisch verschlechtert. Der Wegfall eines Zebrastreifens trägt ebenfalls zur Unsicherheit bei Fussgängern bei. Die ursprüngliche Absicht des Bau- und Verkehrsdepartements (BVD), eine sicherere Route für Velofahrer zu schaffen, wird von Kritikern in Frage gestellt.
Faktencheck Ahornstrasse
- Oktober 2025: Einführung der neuen Verkehrsführung.
- Spurreduktion: Von zwei auf eine Autospur.
- Neue Infrastruktur: Einrichtung eines Velostreifens.
- Entfernung: Ein Zebrastreifen für Fussgänger wurde aufgehoben.
- Folge: Erheblicher Rückstau während der Rush Hour.
FDP-Präsident Johannes Barth fordert Antworten
Johannes Barth, Grossrat und Präsident der FDP Basel-Stadt, hat die Problematik erkannt und eine Interpellation eingereicht. Er möchte vom BVD wissen, wie es die aktuelle Situation bewertet und welche Daten zur Verkehrsentwicklung vorliegen. Barth kritisiert vor allem den entstehenden Ausweichverkehr in der Palmenstrasse, einer als Begegnungszone ausgewiesenen 20er-Zone.
«Für die Anwohner ist das nicht so lustig: Sie wohnen in einer 20er-Zone und müssen plötzlich Angst auf der Strasse haben. So etwas sorgt bei mir schon für Stirnrunzeln.»
Barth hinterfragt die Notwendigkeit der Neugestaltung und ob die Anwohner in den Entscheidungsprozess einbezogen wurden. Er äussert Zweifel an der Effektivität der Massnahme für Velofahrer, da ihm berichtet wurde, dass einige Radfahrer aufgrund des Staus auf die Trottoirs ausweichen.
Ausweichverkehr in der Palmenstrasse
Die Palmenstrasse, eigentlich eine ruhige Begegnungszone mit Tempo 20, leidet stark unter der neuen Situation. Autofahrer nutzen sie als Ausweichroute, um dem Stau auf der Ahornstrasse zu entgehen. Dies führt zu einer erhöhten Verkehrsbelastung und einem Sicherheitsrisiko für die dort lebenden Menschen.
Johannes Barth sieht hier dringenden Handlungsbedarf. Er fordert, dass der «künstlich generierte Verkehr» von der Palmenstrasse ferngehalten wird. Die Sicherheit und Lebensqualität der Anwohner müsse gewährleistet sein.
Hintergrund: Begegnungszonen
Begegnungszonen sind Bereiche, in denen Fussgänger und Fahrzeuge den gleichen Raum nutzen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt in der Regel 20 km/h. Der Fussgängerverkehr ist privilegiert, darf aber den Fahrzeugverkehr nicht unnötig behindern. Das Ziel ist es, die Sicherheit und Aufenthaltsqualität zu erhöhen und den Verkehr zu beruhigen.
Mögliche Lösungen und politische Reaktionen
In seiner Interpellation fordert Barth konkrete Daten zur Entwicklung der Unfall- und Stausituation sowie des Verkehrsaufkommens. Er möchte wissen, welche Massnahmen das BVD zur Korrektur dieser Fehlplanung in Betracht zieht. Barth hofft, dass der Kanton bereit ist, die Kritik ernst zu nehmen und das neue Verkehrsregime möglicherweise wieder aufzuheben.
Eine weitere Forderung betrifft den Schutz der Begegnungszonen. Barth schlägt vor, dass nur noch Anwohner die Palmenstrasse durchfahren dürfen. Er räumt ein, dass dies keine liberale Lösung sei, betont aber die Notwendigkeit, die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten.
Die Regierung wird nun auf die Interpellation antworten müssen. Es bleibt abzuwarten, welche konkreten Schritte das Bau- und Verkehrsdepartement vorschlagen wird, um die Verkehrsprobleme im Iselin-Quartier zu lösen und die Anliegen der Bevölkerung zu berücksichtigen.
Die Sicht des BVD
Nicole Ryf vom BVD erklärte, dass die Massnahmen primär darauf abzielen, eine sicherere Route für Velofahrer zu schaffen. Die negativen Auswirkungen auf den motorisierten Verkehr und die umliegenden Quartiere scheinen jedoch grösser zu sein als erwartet. Die Diskussion um die Ahornstrasse zeigt einmal mehr die Komplexität der urbanen Verkehrsplanung und die Herausforderung, die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer auszubalancieren.
- Anwohner: Fordern Rücknahme der Massnahmen und Entlastung der Palmenstrasse.
- FDP: Kritisiert mangelnde Bürgerbeteiligung und fordert Daten zur Verkehrsentwicklung.
- BVD: Betont Ziel der Velosicherheit, muss nun aber auf die Kritik reagieren.
Die Debatte um die Ahornstrasse ist ein Beispiel dafür, wie Verkehrsplanungen im urbanen Raum schnell zu kontroversen Themen werden können. Die Balance zwischen verschiedenen Verkehrsträgern und den Bedürfnissen der Anwohner ist eine ständige Herausforderung für die Stadtentwicklung.





