Immer mehr Schweizer Sehenswürdigkeiten führen Massnahmen ein, um den wachsenden Besucherandrang zu steuern. Von Eintrittskontrollen über Parkgebühren bis hin zu Besucherlimits – die Kantone und Gemeinden reagieren auf den sogenannten Übertourismus. Das Basler Münster macht den Anfang, doch auch Luzern und beliebte Bergseen ziehen nach.
Wichtige Erkenntnisse
- Schweizer Sehenswürdigkeiten reagieren mit Massnahmen auf Übertourismus.
- Das Basler Münster führt Eingangskontrollen an Wochenenden ein.
- Luzern beschränkt Kurzzeitvermietungen und verlangt Parkgebühren für Reisebusse.
- Beliebte Seen wie der Caumasee und der Oeschinensee begrenzen die Besucherzahlen und erheben Eintritt.
- Die neuen Regelungen sollen Besucherströme lenken und aggressivem Verhalten vorbeugen.
Basler Münster: Kontrollen gegen den Ansturm
Das Basler Münster ist eine der ersten Sehenswürdigkeiten, die aktiv eingreifen. Besonders während des Weihnachtsmarktes 2024 verzeichnete die Stadt Basel über eine Million Gäste. Dies führte zu aggressivem Verhalten und Übergriffen im Münsterbereich. Als direkte Reaktion darauf wurden Eingangskontrollen eingeführt. Diese Massnahmen sollen sich in Zukunft fortsetzen.
An Freitagen, Samstagen und Sonntagen regeln zwei Mitarbeitende von Basel Tourismus die Eingänge. Der Kanton Basel-Stadt finanziert diese Kontrollen. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Besucherströme zu steuern. So soll sichergestellt werden, dass nicht zu viele Personen gleichzeitig die historische Stätte betreten.
„Die Funktion der Mitarbeitenden ist es, die Besucherströme zu steuern und so sicherzustellen, dass nicht zu viele Personen gleichzeitig ins Münster gehen.“
Faktencheck: Basler Münster
- Kontrolltage: Freitag, Samstag, Sonntag
- Mitarbeitende: Zwei Personen von Basel Tourismus
- Finanzierung: Kanton Basel-Stadt
- Maximale Personenanzahl: Rund 100 gleichzeitig im Münster
Luzern: Airbnb-Regeln und Busparkgebühren
Auch die Stadt Luzern kämpft mit den Folgen des Übertourismus. Seit Anfang 2025 gilt ein neues Reglement für Kurzzeitvermietungen. Plattformen wie Airbnb sind nun auf maximal 90 Nächte pro Jahr beschränkt. Diese Regelung soll den Wohnraum für Einheimische sichern und die Verfügbarkeit von Langzeitmietobjekten verbessern. Der Markt für Kurzzeitvermietungen hatte sich in den letzten Jahren stark entwickelt.
Zusätzlich führte Luzern im Frühjahr eine Halte- und Parkgebühr für Reisebusse im Stadtzentrum ein. Das Parkieren kostet nun 100 Franken pro Bus. Die Anzahl der Halteplätze ist begrenzt. Diese Massnahme zielt darauf ab, den Verkehr zu reduzieren und die Belastung für die Innenstadt zu minimieren. Viele Reisebusse brachten täglich Hunderte von Touristen in die Altstadt.
Iseltwald: Drehkreuz und Vorreservationen
In Iseltwald am Brienzersee, einer kleinen Gemeinde im Kanton Bern, wurde der Zugang zu einem besonders beliebten Holzsteg eingeschränkt. Der Steg erlangte durch die südkoreanische Serie „Crash Landing on You“ internationale Berühmtheit. Um den Ansturm zu bewältigen, wurde ein Drehkreuz installiert. Der Zutritt kostet fünf Franken pro Person.
Hintergrund: Iseltwalds Aufstieg
Der Holzsteg in Iseltwald war vor der Serie ein Geheimtipp. Nach der Ausstrahlung der koreanischen Erfolgsserie strömten Tausende Fans aus aller Welt dorthin. Dies überforderte die lokale Infrastruktur und führte zu chaotischen Zuständen. Die Gemeinde musste handeln, um die Lebensqualität der Bewohner zu erhalten.
Auch hier gibt es Einschränkungen für Reisebusse. Die Parkplätze müssen vorab reserviert werden. Busse dürfen maximal zwei Stunden parkieren. Diese Regelungen sollen spontane Massenansammlungen verhindern und eine bessere Planung ermöglichen.
Eintritt und Obergrenzen an Schweizer Seen
Nicht nur Städte und kleine Gemeinden, auch Naturattraktionen setzen auf Restriktionen. Der Caumasee in Flims GR führte eine tägliche Obergrenze von 1700 Besuchenden ein. Ein Erwachsenenticket kostet 19 Franken. Diese Massnahme soll den ökologischen Fussabdruck reduzieren und die Qualität des Erlebnisses für die Besucher verbessern. Der See ist bekannt für sein türkisblaues Wasser.
Der Oeschinensee im Berner Oberland, ebenfalls eine sehr beliebte Destination, schränkt die Besucherzahlen ebenfalls ein. Seit diesem Jahr ist für die Gondelbahn zum See ein vorab gebuchtes Ticket notwendig. Dies verhindert lange Warteschlangen und überfüllte Bahnen. Die Seenlandschaft ist ein UNESCO-Weltnaturerbe.
- Caumasee: Tägliche Obergrenze von 1700 Besuchern, Eintritt 19 Franken.
- Oeschinensee: Ticket für Gondelbahn muss vorab gebucht werden.
Diese Beispiele zeigen einen klaren Trend: Schweizer Destinationen passen sich an die Realitäten des globalen Tourismus an. Die Balance zwischen Attraktivität und Überlastung zu finden, bleibt eine Herausforderung. Die eingeführten Massnahmen sind ein Versuch, die Schönheit und Ruhe dieser Orte für Einheimische und Touristen gleichermassen zu bewahren.





