Nach den chaotischen Zuständen des Vorjahres hat das Basler Münster den Besucheransturm während der Adventszeit 2025 erfolgreich bewältigt. Eine neue Kooperation mit Basel Tourismus ermöglichte es, die Türen des historischen Wahrzeichens auch an Spitzentagen für Tausende von Besuchern offenzuhalten, ohne die Sicherheit der Mitarbeitenden zu gefährden.
An den Wochenenden strömten zeitweise fast 3000 Menschen täglich in die Kathedrale, was einer Frequenz von beinahe zehn Personen pro Minute entspricht. Dieser Erfolg steht im starken Kontrast zum Advent 2024, als das Münster wegen überforderter Mitarbeiter und aggressiver Besucher vorübergehend schliessen musste.
Das Wichtigste in Kürze
- Im Advent 2025 verzeichnete das Basler Münster Rekordbesucherzahlen mit bis zu 2850 Personen pro Tag an Wochenenden.
- Eine Zusammenarbeit mit Basel Tourismus sicherte durch zusätzliches Personal die Öffnung und verhinderte eine erneute Schliessung.
- Im Jahr 2024 musste das Münster an Adventswochenenden wegen Überlastung und aggressivem Verhalten von Besuchern geschlossen werden.
- Der Heiligabendgottesdienst 2025 brach mit 1300 Teilnehmenden ebenfalls einen Besucherrekord.
Ein Ansturm in Zahlen
Die Adventszeit ist für viele Städte eine Periode des Trubels, doch für das Basler Münster erreichte der Besucherandrang im Jahr 2025 eine neue Dimension. Die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt legte beeindruckende Zahlen vor, die das Ausmass des Interesses verdeutlichen. An den Wochenenden im Dezember bewegte sich die Zahl der täglichen Besucher konstant zwischen 1450 und 2850 Personen.
Diese Zahlen zeigen, dass das tausendjährige Gebäude, in dem auch das Grab des berühmten Humanisten Erasmus von Rotterdam liegt, eine enorme Anziehungskraft besitzt. Besonders während des Weihnachtsmarktes auf dem Münsterplatz wird die Kathedrale zu einem zentralen Anlaufpunkt für Einheimische und Touristen.
Besucher pro Minute
Zu Spitzenzeiten betraten durchschnittlich 9,5 Menschen pro Minute das Münster. Diese hohe Frequenz stellte eine enorme logistische Herausforderung für das Personal dar, das für den Schutz des Gebäudes und die Sicherheit der Besucher verantwortlich ist.
Auch die kirchlichen Veranstaltungen erfreuten sich grosser Beliebtheit. Der Gottesdienst am späten Nachmittag des 24. Dezembers zog 1300 Gläubige an – ein neuer Rekord für den Heiligabend im Münster und ein klares Zeichen für die Bedeutung der Kirche in der Weihnachtszeit.
Die Lehren aus dem Chaos von 2024
Der Erfolg des Jahres 2025 wird erst im Rückblick auf die dramatischen Ereignisse des Vorjahres wirklich verständlich. Im Advent 2024 sah sich die Kirchenleitung zu einem drastischen Schritt gezwungen: Das Münster musste an den Wochenenden für Besucher geschlossen werden. Grund dafür war nicht nur der schiere Andrang, sondern auch das Verhalten einiger Gäste.
Mitarbeitende berichteten von Pöbeleien und sogar körperlichen Übergriffen. Die Belastung für das Team wurde so gross, dass die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte. Pfarrerin Caroline Schröder Field betonte damals, dass der Schutz der Mitarbeitenden oberste Priorität habe. Die Schliessung war ein Notsignal, das die Grenzen der Belastbarkeit aufzeigte.
Hintergrund: Die Schliessung 2024
Im Dezember 2024 eskalierte die Situation im Münster. Der massive Zustrom von Touristen, angezogen vom Weihnachtsmarkt, führte zu Spannungen. Die Mitarbeitenden, die für die Aufsicht und die Einhaltung der Hausordnung zuständig sind, waren dem Ansturm nicht mehr gewachsen. Die Entscheidung zur Schliessung wurde getroffen, um das Personal zu schützen und eine Eskalation zu verhindern. Sie löste eine Debatte über den Umgang mit Massentourismus an historischen Orten aus.
Diese negative Erfahrung diente als Weckruf. Es war klar, dass für die kommende Adventszeit eine neue Strategie erforderlich war, um eine Wiederholung zu vermeiden und das Münster als Ort der Einkehr und Kultur für alle zugänglich zu halten.
Die Lösung: Eine strategische Partnerschaft
Um dem erwarteten Ansturm im Advent 2025 gewachsen zu sein, ging die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt eine Partnerschaft mit Basel Tourismus ein. Diese Zusammenarbeit erwies sich als entscheidender Faktor für den reibungslosen Ablauf. Durch den Einsatz von zusätzlichen Mitarbeitenden von Basel Tourismus konnte eine effektive Besucherlenkung implementiert werden.
Diese Teams waren an den Eingängen und an strategischen Punkten im Inneren des Münsters positioniert. Ihre Aufgabe war es, den Besucherstrom zu kanalisieren, für einen geordneten Ein- und Ausgang zu sorgen und als Ansprechpartner für Fragen zur Verfügung zu stehen. So wurde die Belastung für das angestammte Münsterpersonal erheblich reduziert.
Die Zusammenarbeit funktionierte reibungslos und sorgte für eine entspannte Atmosphäre, trotz der hohen Besucherzahlen.
Diese Massnahme ermöglichte es, die Öffnungszeiten auch an den hochfrequentierten Wochenenden aufrechtzuerhalten. Die Kirche konnte so ihrer Rolle als offenes Haus gerecht werden, ohne Kompromisse bei der Sicherheit eingehen zu müssen.
Ein Modell für die Zukunft?
Der Erfolg im Advent 2025 zeigt, wie durch Kooperation und vorausschauende Planung die Herausforderungen des Tourismus an sensiblen Orten gemeistert werden können. Das Basler Münster ist nicht nur ein Gotteshaus, sondern auch ein nationales Kulturgut und eine der wichtigsten Touristenattraktionen der Stadt. Die Balance zwischen Offenheit und Schutz ist hierbei von zentraler Bedeutung.
Die positiven Erfahrungen könnten als Modell für andere historische Stätten dienen, die mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind. Die gezielte Steuerung von Besucherströmen, unterstützt durch geschultes Personal, kann helfen, das Erlebnis für alle zu verbessern und gleichzeitig das Erbe zu bewahren.
Für die Verantwortlichen des Basler Münsters war es eine Bestätigung, dass die richtigen Lehren aus der Vergangenheit gezogen wurden. Die Adventszeit 2025 wird nicht nur wegen der Rekordzahlen in Erinnerung bleiben, sondern vor allem als Beispiel für ein gelungenes Management, das Gastfreundschaft und Verantwortung erfolgreich miteinander verbunden hat.





