Der deutsche Blumendiscounter Blume2000 hat seine erste Schweizer Filiale am Basler Marktplatz eröffnet. Die Eröffnung sorgt für Gesprächsstoff in der lokalen Blumenbranche. Kundinnen und Kunden profitieren von deutlich tieferen Preisen für Blumensträusse, was den Wettbewerb im Stadtzentrum verschärfen könnte.
Wichtige Punkte
- Blume2000 hat die erste Schweizer Filiale in Basel eröffnet.
- Die Preise für Rosen- und Tulpensträusse sind deutlich günstiger als bei lokalen Anbietern.
- Lokale Blumenhändler reagieren unterschiedlich auf die neue Konkurrenz.
- Gewerbeverband Basel-Stadt begrüsst das vielfältige Angebot.
- Gewerkschaft Unia sieht Risiken bezüglich Arbeitsbedingungen bei Discountern.
Günstige Preise locken Kundschaft an
Seit einer Woche sind die Türen von Blume2000 am Basler Marktplatz geöffnet. Bereits kurz vor Ladenschluss zeigen sich die Regale teilweise leergekauft. Der Andrang ist gross. Besonders auffällig sind die günstigen Preise für Blumensträusse. Ein Strauss mit zehn Edelrosen der Sorte «Dia» kostet beispielsweise 7.99 Franken. Auch «Frühlingskörbe» werden für acht Franken angeboten.
Die Lage am Marktplatz ist strategisch gewählt. Hier befinden sich bereits mehrere Blumenstände und Geschäfte, die ebenfalls Blumen anbieten. Die neue Konkurrenz durch den deutschen Discounter könnte den lokalen Markt erheblich beeinflussen. Viele Baslerinnen und Basler scheinen das neue Angebot anzunehmen.
Faktencheck Blume2000
- Standort: Marktplatz, Basel
- Eröffnung: Vor einer Woche
- Preisbeispiel: Zehn Edelrosen für 7.99 Franken
- Sortiment: Rosen, Tulpen, saisonale Sträusse, Frühlingskörbe
Reaktionen der lokalen Blumenläden
Die Meinungen der etablierten Basler Blumenhändler über die neue Konkurrenz gehen auseinander. Felicia Mäder, Inhaberin des Geschäfts Blütezeit am Spalenberg, zeigt sich gelassen. Sie befürchtet keinen Verlust ihrer Stammkundschaft. Ihr Angebot unterscheide sich stark von dem des Discounters.
Mäder bezieht ihre Blumen aus der freien Natur von norditalienischen und Schweizer Lieferanten, nicht ausschliesslich aus holländischen Gewächshäusern. Dies führe zu einer anderen Qualität und Präsentation. Ein kleinerer Strauss bei Blütezeit kostet ab 20 Franken, gemischte Blumentüten ab 35 Franken. Sie bietet aktuell Tulpen, Freesien und Blütenzweige aus der Schweiz sowie Ranunkeln und Anemonen aus Norditalien an.
«Ich habe keine Angst, meine Kundschaft an Blume2000 zu verlieren. Noch habe ich auch keinerlei Unterschied bemerkt.»
Felicia Mäder, Inhaberin Blütezeit
Sorgen bei Blumen Dufour
Serge van Egmond, Florist und Inhaber der Blumen Dufour AG, ebenfalls am Spalenberg, äussert sich besorgter. Er sieht Blume2000 als Konkurrenz, besonders bei Gelegenheitskäufen.
Van Egmond betont zwar das qualitativ andere Niveau seines Handwerks, rechnet aber dennoch mit Auswirkungen auf sein Geschäft. Kleinere Sträusse bei Blumen Dufour beginnen bei 25 Franken. Er setzt auf seine Stammkundschaft, die bereit sei, für Qualität zu zahlen. Für ihn ist es wichtig, dass alle Marktteilnehmer die gleichen Spielregeln einhalten, insbesondere bezüglich Mindestlohn und Allmendnutzung, um unlauteren Wettbewerb zu vermeiden.
Hintergrund: Mindestlohn in Basel
In Basel gilt ein kantonaler Mindestlohn. Dieser wurde von der Bevölkerung bewusst eingeführt, um Lohndumping zu verhindern. Alle in Basel tätigen Unternehmen müssen sich an diese gesetzlichen Vorgaben halten. Die Einhaltung dieser Regelungen ist ein wichtiger Faktor für fairen Wettbewerb in der Region.
Auswirkungen auf Arbeitsbedingungen
Patrick Felber, Generalsekretär Politik und Kommunikation der Unia Region Aargau-Nordwestschweiz, äussert Bedenken. Die Ansiedlung stark preisorientierter Geschäftsmodelle wie Blume2000 werfe Fragen nach den Auswirkungen auf den lokalen Markt und insbesondere auf die Arbeitsbedingungen auf.
Die Unia sieht bei Discountern generell ein erhöhtes Risiko, dass der starke Preisdruck auf Kosten der Arbeitnehmenden weitergegeben wird. Typische Merkmale solcher Geschäftsmodelle seien schlanke Personalstrukturen, hohe Arbeitsintensität, ein hoher Anteil an Teilzeitstellen und tiefe Löhne. Es liegen derzeit keine Anhaltspunkte dafür vor, dass Blume2000 die rechtlichen Vorgaben in Basel nicht einhält.
Fleurs des Rois setzt auf Exklusivität
Auch das «Fleurs des Rois» an der Stadthausgasse hat die Eröffnung von Blume2000 registriert. Mavi Behramoglu, PR- und Communications Manager vom Grand Hotel Les Trois Rois, zu dem Fleurs des Rois gehört, bleibt ebenfalls gelassen. Ein Einbruch der Kundschaft sei in der vergangenen Woche nicht zu verzeichnen gewesen.
Fleurs des Rois konzentriert sich auf individuelle Floristik, hochwertige Blumen und persönliche Beratung. Die Kunden schätzten diese Qualität, die Liebe zum Detail und die Nähe zum Handwerk. Saisonale Bouquets bewegen sich hier zwischen 120 und 220 Franken, je nach Grösse und Kreation. Die «Boîtes à Fleurs» starten bei 84 Franken.
Gewerbeverband begrüsst Vielfalt
Daniel Schindler, Medienverantwortlicher des Gewerbeverbands Basel-Stadt, äussert sich positiv zur Neueröffnung. Der Verband begrüsse grundsätzlich jedes Unternehmen, das in Basel investiert, Arbeitsplätze schafft und zur Attraktivität des Wirtschaftsstandorts beiträgt.
Ein breites und vielfältiges Angebot sei Ausdruck einer gelebten freien Marktwirtschaft und gehöre zu einer modernen Stadt wie Basel dazu. Die neue Konkurrenz belebt somit nicht nur den Markt, sondern bietet den Konsumentinnen und Konsumenten auch mehr Auswahlmöglichkeiten.
- Blume2000 bietet günstige Blumensträusse ab 7.99 Franken an.
- Lokale Anbieter wie Blütezeit und Fleurs des Rois setzen auf Qualität und individuelle Kreationen.
- Blumen Dufour sieht eine Konkurrenz, fordert aber gleiche Spielregeln für alle.
- Die Unia mahnt zur Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen.
- Der Gewerbeverband Basel-Stadt begrüsst die Angebotsvielfalt.





