Die Basler Kommunikationsagentur Kreisvier hat David Lübke als neuen Executive Creative Director eingestellt. Nach 14 Jahren bei Publicis und einer Phase der Selbstständigkeit wechselt Lübke nach Basel. Seine Aufgabe ist es, die kreative Sichtbarkeit der Agentur zu erhöhen und sie unter den Top-Kreativagenturen der Schweiz zu positionieren.
Wichtige Punkte
- David Lübke ist neuer Executive Creative Director bei Kreisvier.
- Er wechselt von Publicis zu Kreisvier, war zuvor ein Jahr selbstständig.
- Lübke will die kreative Leistung und Sichtbarkeit der Basler Agentur stärken.
- Kreisvier gehört zu den zehn grössten Werbeagenturen der Schweiz gemessen an Grösse und Umsatz.
- Der Fokus liegt auf der Entwicklung grosser Konzepte und Ideen für Schweizer Marken.
Ein Zürcher Blick auf die Basler Kreativszene
David Lübke, der in Zürich lebt und nun in Basel arbeitet, betont, dass die Schweizer Werbewelt über die Grenzen Zürichs hinausgeht. Er beschreibt die Basler Kreativszene als ebenso lebendig und innovativ. Diese Erkenntnis war für ihn ein erstes wichtiges Learning nach seinem Wechsel ans Rheinknie.
Lübke hatte zuvor ein Jahr lang als Freelancer gearbeitet. In dieser Zeit war er unter anderem an der Entwicklung der aktuellen Swisscom-Plattform «Entdecke, was du kannst» beteiligt. Die Entscheidung, von der Selbstständigkeit in eine Agentur zurückzukehren, begründet er mit den besseren Möglichkeiten, Ideen von Anfang bis Ende umzusetzen. In einem Agenturumfeld sei man näher an Projekten, Produktionen und Auftraggebern.
Faktencheck
- David Lübke war 14 Jahre bei Publicis tätig, davon fünf Jahre in der Geschäftsleitung.
- Kreisvier zählt gemessen an Grösse und Umsatz zu den Top Ten der Schweizer Werbeagenturen.
- Die Agentur beschäftigt rund 50 Mitarbeitende.
Neue Strukturen und kreative Impulse
Aus seiner Zeit bei Publicis nimmt Lübke den Appetit auf grosse Projekte für grosse Marken mit. Bei Kreisvier möchte er jedoch bewusst andere Strukturen etablieren: schlanker, flacher und schneller sollen diese sein. Seine Jobbeschreibung bei Kreisvier lautet prägnant: «Mach geiles Zeug und sprich darüber.»
Die ersten Monate waren geprägt vom Beobachten und Lernen der Agenturkultur. Diese ist über Jahre organisch gewachsen und lässt sich nicht über Nacht verändern. Nun konzentriert sich Lübke darauf, die kreative Arbeit im Alltag zu fördern, bei bestimmten Kunden proaktiver zu agieren und die Ergebnisse öffentlich zu kommunizieren.
«Die Schweizer Werbewelt hört nicht an Zürichs Stadtgrenzen auf.»
Sichtbarkeit erhöhen und Talente anziehen
Alexandra Vatansever, CEO von Kreisvier, bestätigt, dass die Agentur seit Jahren qualitativ hochwertige Arbeiten liefert, aber oft unter dem Radar fliegt. Lübke teilt diesen Eindruck. Er sieht täglich die Qualität der Konzepte und Umsetzungen, die das Haus verlassen. Gleichzeitig sei es ein Zeichen, dass selbst Branchenfreunde von Kreisvier noch nie gehört haben.
Um die Agentur ins Rampenlicht zu rücken, will Lübke seine Jobbeschreibung wörtlich nehmen: Grossartige Arbeit leisten und darüber sprechen. Er ist überzeugt, dass Kreisvier, gemessen an den Talenten im Haus, kreativ in die Top Ten gehört. Dies sei in den Köpfen der Auftraggebenden und in Rankings jedoch noch nicht der Fall.
Hintergrund Kreisvier
Kreisvier ist eine inhabergeführte Agentur, was in der Schweiz selten ist. Diese Struktur bietet Freiheit und Raum für Mitgestaltung. Mit rund 50 Mitarbeitenden ist die Agentur gross genug, um anspruchsvolle Projekte zu stemmen, aber gleichzeitig agil in ihren Prozessen. Die solide finanzielle Aufstellung der Agentur ermöglicht es, langfristig zu planen und Risiken besser abzufedern.
«Juwel in Basel» mit einzigartiger Ausgangslage
Lübke bezeichnet Kreisvier als ein «Juwel in Basel» mit einer einzigartigen Ausgangslage. Er schätzt die Freiheit und den Gestaltungsspielraum einer inhabergeführten Agentur. Die Möglichkeit, täglich mit 50 topmotivierten, kreativen Köpfen zusammenzuarbeiten, sei in der Schweiz nicht selbstverständlich. Die solide Aufstellung der Agentur, die nicht bei jedem kleinen Rückschlag in Schwierigkeiten gerät, ist ein weiterer Vorteil.
Alexandra Vatansever betont, dass Kreisvier den Fokus auf Konzepte und «Big Ideas» legen muss. Lübke verfolgt hier einen doppelten Ansatz: «Never change a winning team» und «Question everything». Er hinterfragt bei jedem Briefing und Projekt, warum genau dieser Weg gewählt wird und wie man die Leistung noch steigern kann.
Synergien zwischen Kreation und Produktion
Bisher war Kreisvier vor allem für ihre effiziente Produktion und prozessorientierte Kreation bekannt. Lübke sieht darin eine natürliche Ergänzung zu seinem Ansatz der «Big Picture Creativity». Eine grosse Idee sei wertlos, wenn sie nicht oder nur unzureichend umgesetzt werden kann. Umgekehrt freue sich jeder Kreative, wenn seine gross gedachten Projekte realisiert werden können. Er macht sich daher keine Sorgen um die Zusammenarbeit.
Zukünftig möchte Lübke mit Kreisvier für Schweizer Love Brands arbeiten und solche, die es werden wollen. Das Ziel ist es, bei grossen Pitches ganz oben auf der Liste zu stehen und diese Projekte dann auch nach Hause zu holen. Dies erfordert eine aggressive Positionierung im Markt.
Annäherung an die Kreativ-Goliaths
Im Vergleich zu etablierten Kreativgrössen wie Jung von Matt, Wirz oder Publicis möchte sich Kreisvier zunächst annähern, anstatt zu differenzieren. Es gehe darum, den wahrgenommenen kreativen Abstand zu den «Goliaths der Branche» zu schliessen. Der grosse Unterschied von Kreisvier liege in der Kombination von Top-Kreation und effizienter Produktion. Diese Fähigkeit, grosse Ideen reibungslos umzusetzen, sei ein entscheidender Vorteil.
Wenn man sich in zwei Jahren wieder trifft, sollen verschiedene Kennzahlen den Erfolg von Lübkes Mission belegen: akquiriertes Neugeschäft, umgesetzte Kampagnen und gewonnene Awards. Sein persönlicher Lieblings-KPI ist jedoch die Anzahl der Initiativbewerbungen. Denn kreative Menschen zieht es dorthin, wo herausragende Arbeit geleistet wird.





