Die Basler Wirtschaft erweist sich trotz globaler Unsicherheiten als bemerkenswert stabil. Eine aktuelle Herbstumfrage der Handelskammer beider Basel zeigt, dass Unternehmen in der Region flexibel auf externe Einflüsse reagieren. Besonders der Dienstleistungssektor trägt zu dieser positiven Entwicklung bei, während der produzierende Sektor mit spezifischen Herausforderungen konfrontiert ist.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Basler Wirtschaft ist trotz globaler Unsicherheiten stabil.
- Der Dienstleistungssektor verzeichnet weiterhin Wachstum.
- Ein neuer Zoll-Deal mit den USA bringt Erleichterung für Unternehmen.
- Investitionen bleiben vorsichtig, aber optimistisch für 2026.
- Pharmaunternehmen investieren stark in Innovation, auch in der Schweiz.
Regionale Unternehmen meistern globale Hürden
Die Unternehmen in der Region Basel bewerten ihren aktuellen Geschäftsgang mehrheitlich als „befriedigend“ bis „gut“. Dies geht aus dem Stimmungsbarometer Herbst 2025 der Handelskammer beider Basel hervor. Auch wenn eine leichte Abkühlung spürbar ist, zeigt sich die regionale Wirtschaft widerstandsfähig.
Produzierende Unternehmen sind oft direkt oder indirekt von Zöllen betroffen. Dennoch passen sie sich an. Der Dienstleistungssektor hingegen erlebt weiterhin positive Entwicklungen. Diese Dynamik trägt maßgeblich zur allgemeinen Stabilität bei.
Faktencheck: Basler Wirtschaft
- Geschäftsgang: Überwiegend "befriedigend" bis "gut" (Herbst 2025).
- Mitarbeitende: Zahl bleibt stabil oder leicht reduziert.
- Investitionen: Auf Vorjahresniveau, leichte Rückgänge im Jahresverlauf erwartet.
- Gewinnmargen: Einschätzung "befriedigend" bis "gut", leichter Optimismus für Verbesserung.
Zoll-Deal mit den USA bringt Entspannung
Eine bedeutende Erleichterung für viele exportorientierte Unternehmen ist die Reduktion der US-Zölle auf 15 Prozent. Diese Anpassung korrigiert eine marktverzerrende Asymmetrie gegenüber europäischen Wettbewerbern. Viele Unternehmen haben sich bereits agil auf die vorherige Situation eingestellt.
"Unternehmen verlagern zunehmend ihre Produktionen und Investitionen in die USA und die EU. Dies bedeutet eine Verschiebung der Wertschöpfung aus der Schweiz ins Ausland. Es bleibt zu hoffen, dass der neue Zoll-Deal diese Entwicklung verlangsamt", erklärt Andreas Meier, stellvertretender Direktor der Handelskammer.
Eine stärkere Auslandpräsenz erleichtert vielen Firmen die Anpassung an internationale Handelshemmnisse. Dennoch bleiben Zollkonflikte mit China und Indien sowie nichttarifäre Handelshemmnisse Belastungen. Auch die schwache Konjunktur und hohe Verschuldung in großen europäischen Industrienationen wie Deutschland, Frankreich oder Großbritannien wirken sich aus.
Chancen in aufstrebenden Märkten
Während einige traditionelle Märkte stagnieren, bieten prosperierende Länder neue Möglichkeiten. Aktuell zählen Spanien, Griechenland, die Balkanstaaten, die Türkei und Polen zu den vielversprechenden Zielen für Basler Unternehmen. Hier sehen viele Firmen Wachstumspotenzial.
Gleichzeitig stellen Billigprodukte aus China und ungünstige Wechselkurse des Schweizer Frankens gegenüber Euro und US-Dollar weiterhin große Herausforderungen dar. Die überhitzte Börse weckt zudem Ängste vor einem möglichen Crash.
Pharmabranche als Stabilitätsanker
Die Pharmabranche, ein Eckpfeiler der Basler Wirtschaft, investiert weiterhin stark. Die USA bleiben dabei der wichtigste Markt. Auch in der Schweiz fließen erhebliche Mittel in innovative Produkte und Produktionen. Diese Investitionen sind entscheidend für die Stabilität der gesamten Schweizer Wirtschaft.
Ein Unsicherheitsfaktor sind jedoch die Medikamentenpreise in den USA. Forderungen nach "Most-Favored-Nation-Preis"-Regelungen könnten Druck auf das schweizerische Preissystem ausüben. Dies könnte im schlimmsten Fall die Medikamentenverfügbarkeit gefährden. Trotz dieser Risiken wächst die Branche weiter.
Hintergrund: "Most-Favored-Nation-Preis"-Regelungen
Diese Regelungen würden vorschreiben, dass Medikamentenpreise in den USA nicht höher sein dürfen als die niedrigsten Preise in anderen vergleichbaren Industrieländern. Für die Schweiz könnte dies bedeuten, dass ihre Medikamentenpreise international unter Druck geraten.
Bauwirtschaft und Logistik mit gedämpften Aussichten
Die Aussichten im Tiefbau sind verhalten. Es sind wenig neue Großprojekte in Sicht, und laufende Projekte nähern sich dem Abschluss. Ähnlich ist die Situation im Hochbau, wo nur geringes Wachstum erwartet wird. Die Region Basel gilt als restriktiv für Bauvorhaben, während im Ausland das Projektvolumen zunimmt.
Im Bereich Transport und Logistik verzeichneten die Exporte in die USA ein rückläufiges Containergeschäft. Unternehmen begegnen den Unsicherheiten mit einer abwartenden Haltung bei Warenbewegungen. Diese Vorsicht spiegelt die globalen Handelsspannungen wider.
Blick in die Zukunft: Vorsichtiger Optimismus für 2026
Die Unternehmen in der Region Basel zeigen sich agil und suchen aktiv nach neuen Chancen. Exportorientierte Unternehmen richten sich zunehmend international aus. Die USA bleiben für viele global tätige Unternehmen der wichtigste Wachstumsmarkt, wie Andreas Meier betont.
Die Schweiz steht vor der Herausforderung, ihren Wohlstand mittel- und langfristig zu sichern. Zunehmende Regulierungen und politische Initiativen werden dabei oft als hinderlich empfunden. Für das Jahr 2026 herrscht dennoch eine verhaltene Zuversicht. Die Basler Wirtschaft bleibt anpassungsfähig und sucht Wege, um in einem komplexen globalen Umfeld erfolgreich zu sein.
- Agilität: Unternehmen suchen aktiv nach neuen Wegen.
- Internationalisierung: Fokus auf globale Märkte wächst.
- USA: Bleibt wichtiger Wachstumsmarkt.
- Regulierungen: Werden als Herausforderung wahrgenommen.





