Die Fondation Beyeler präsentiert ab Sonntag eine umfassende Ausstellung über Paul Cézanne, den sogenannten «Vater der Moderne». Die Schau in Riehen bei Basel zeigt 58 Ölgemälde und 21 Aquarelle des französischen Meisters und bietet tiefe Einblicke in sein Spätwerk und seine revolutionäre Herangehensweise an die Malerei.
Wichtigste Punkte
- Die Fondation Beyeler zeigt eine grosse Cézanne-Ausstellung bis zum 25. Mai 2026.
- Die Schau umfasst 58 Ölgemälde und 21 Aquarelle, Leihgaben aus internationalen Sammlungen.
- Cézanne wird als «Vater der Moderne» gefeiert, da er die Malerei grundlegend veränderte.
- Die Ausstellung konzentriert sich auf sein Spätwerk und seine thematische Entwicklung.
- Besondere Schwerpunkte sind die «Kartenspieler», «Badende» und die «Montagne Sainte-Victoire».
Einblick in Cézannes Kunstkosmos
Bereits der erste Ausstellungsraum in der Fondation Beyeler führt Besucher direkt in die Welt von Paul Cézanne. Hier sind zwei Versionen seiner berühmten «Kartenspieler» aus den 1890er-Jahren zu sehen. Daneben hängen zwei Selbstporträts des Künstlers.
Ein weiteres zentrales Motiv, das sofort ins Auge fällt, ist die Montagne Sainte-Victoire. Dieser Berg bei seinem Geburtsort Aix-en-Provence war Cézannes Lieblingssujet und begegnet dem Publikum im Laufe des Rundgangs immer wieder.
Faktencheck
- 800 Stunden: So lange verbrachte Cézanne oft an einem einzigen Gemälde.
- 58 Ölgemälde: Die Ausstellung zeigt eine beeindruckende Anzahl von Cézannes Hauptwerken.
- 21 Aquarelle: Ergänzend dazu sind detaillierte Aquarelle zu sehen.
Der Berg als Leinwand für neue Ideen
Die Montagne Sainte-Victoire erscheint in der Ausstellung auf sieben Ölgemälden und zwei Aquarellen. Jedes dieser Werke zeigt den Berg aus einer anderen Perspektive und zu unterschiedlichen Tageszeiten. Cézanne nutzte dieses Motiv, um seine revolutionäre Malweise zu entwickeln.
Er begann, die Welt nicht mehr detailgetreu abzubilden, sondern so zu malen, wie er sie empfand. Dieser Schritt wird heute als Meilenstein der Klassischen Moderne betrachtet. Er löste sich von der reinen Nachahmung der Natur und schuf eine neue Realität auf der Leinwand.
Revolution der Malerei
Cézanne entwickelte Formen aus Farben und definierte Kunst neu. Für ihn war Malerei keine blosse Abbildung der Realität, sondern eine Parallelwelt zur Natur. Diese Auffassung revolutionierte die Kunstwelt und beeinflusste nachfolgende Generationen von Künstlern massgeblich.
Ab etwa 1900 begannen die figürlichen Darstellungen in seinen Gemälden zu verschwimmen. Konturen wurden weicher, Formen abstrakter. Diese Entwicklung faszinierte auch andere Künstler. Pablo Picasso bezeichnete Cézanne sogar als «Vater von uns allen».
«Cézanne war der Vater von uns allen.»
Thematische Struktur und Entwicklung
Die Ausstellung in der Fondation Beyeler ist thematisch aufgebaut. Sie konzentriert sich auf Cézannes Spätwerk und macht die Entwicklung seiner Malerei deutlich. Besucher können die Veränderungen in seinen Stillleben, Porträts und den berühmten Badenden nachvollziehen.
Besonders eindrücklich ist der Raum, der sechs der «Badenden»-Gemälde vereint. Hier wird sichtbar, wie Cézanne die menschliche Figur immer weiter abstrahierte und in die Landschaft integrierte. Die Gesichtszüge in seinen Porträts, etwa vom Gärtner Vallier, verschwimmen über die Jahre hinweg immer mehr.
Hintergrund: Paul Cézanne
Paul Cézanne (1839-1906) war ein französischer Maler des Post-Impressionismus. Er gilt als Brücke zwischen dem Impressionismus des 19. Jahrhunderts und dem Kubismus des frühen 20. Jahrhunderts. Seine innovative Herangehensweise an Form, Farbe und Perspektive prägte die moderne Kunst nachhaltig. Cézannes Werk beeinflusste Künstler wie Henri Matisse und Pablo Picasso.
Leihgaben aus aller Welt
Die Fondation Beyeler konnte für diese aussergewöhnliche Ausstellung 58 Ölgemälde und 21 Aquarelle zusammentragen. Diese stammen aus bedeutenden Museums- und Privatsammlungen in Europa und den USA. Die Qualität der Leihgaben ist hoch und zeigt herausragende Beispiele, wie Cézanne die Malerei transformierte.
Die Zusammenstellung dieser Werke ermöglicht einen tiefen Einblick in das Schaffen eines der wichtigsten Künstler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung wird voraussichtlich ein grosses Publikum anziehen.
Erwarteter Erfolg
Die Cézanne-Ausstellung ist ab Sonntag für die Öffentlichkeit zugänglich und dauert bis zum 25. Mai 2026. Angesichts der Qualität und Bedeutung der gezeigten Werke wird erwartet, dass die Fondation Beyeler damit an den Erfolg der kürzlich beendeten Yayoi Kusama-Ausstellung anknüpfen kann. Der Publikumszuspruch dürfte gross sein.
- Die Ausstellung läuft über drei Jahre.
- Sie bietet eine seltene Gelegenheit, so viele Cézanne-Werke an einem Ort zu sehen.
- Internationale Bedeutung der Leihgaben unterstreicht die Wichtigkeit der Schau.
Die Fondation Beyeler setzt mit dieser Ausstellung einen weiteren Höhepunkt in ihrem Programm und festigt ihren Ruf als führendes Museum für moderne und zeitgenössische Kunst.





