Das Museum Tinguely in Basel hat das Jahr 2025 mit einem aussergewöhnlichen Erfolg abgeschlossen. Mit insgesamt 166’133 Eintritten verzeichnete das Haus die höchsten Besucherzahlen seit 1998. Dieser Ansturm übertrifft die Ergebnisse der letzten Jahrzehnte deutlich und wurde nur in den ersten beiden Jahren nach der Eröffnung 1996 übertroffen.
Massgeblich für diesen Erfolg waren mehrere Faktoren, die im vergangenen Jahr zusammenkamen. Allen voran stand der 100. Geburtstag des namensgebenden Künstlers Jean Tinguely, der mit einem umfassenden Jubiläumsprogramm gefeiert wurde. Grosse Sonderausstellungen und internationale Grossveranstaltungen in Basel trugen ebenfalls erheblich zum gestiegenen Interesse bei.
Das Wichtigste in Kürze
- Rekordbesuch: Mit 166’133 Eintritten war 2025 das besucherstärkste Jahr seit 1998.
- Jubiläum als Motor: Der 100. Geburtstag von Jean Tinguely war ein zentraler Anziehungspunkt.
- Sonderausstellungen: Die Ausstellung "Midnight Zone" von Julian Charrière erwies sich als grosser Publikumsmagnet.
- Internationale Events: Der Eurovision Song Contest und die Frauenfussball-EM in Basel erhöhten die Sichtbarkeit des Museums zusätzlich.
Ein Jubiläum als zentraler Anziehungspunkt
Das Jahr 2025 stand im Museum Tinguely ganz im Zeichen des grossen Schweizer Künstlers selbst. Jean Tinguely, bekannt für seine kinetischen Skulpturen und spielerischen Maschinen, wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Dieses Jubiläum nutzte das Museum, um das Werk und Leben des Künstlers mit einer Reihe von Sonderveranstaltungen und einer neu kuratierten Präsentation seiner Werke zu ehren.
Die Feierlichkeiten zogen nicht nur langjährige Kunstliebhaber an, sondern weckten auch bei einem neuen, jüngeren Publikum die Neugier. Die interaktive und oft humorvolle Natur von Tinguelys Kunst spricht Menschen aller Altersgruppen an, was sich in den Besucherzahlen widerspiegelte. Familien, Schulklassen und internationale Touristen strömten gleichermassen in die Ausstellungshallen am Rheinufer.
Wer war Jean Tinguely?
Jean Tinguely (1925–1991) war ein Schweizer Maler und Bildhauer. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der kinetischen Kunst des 20. Jahrhunderts. Seine Werke sind oft bewegliche, maschinenartige Skulpturen, die aus Schrott und Alltagsgegenständen zusammengebaut sind. Das Museum Tinguely in Basel beherbergt die weltweit grösste Sammlung seiner Werke.
Sonderausstellungen als Publikumsmagnet
Neben dem Tinguely-Jubiläum trug vor allem eine Sonderausstellung massgeblich zum Erfolg bei. Die Schau "Midnight Zone" des Schweizer Künstlers Julian Charrière lockte zahlreiche Besucher an. Charrières immersive Installationen, die sich oft mit ökologischen Themen und der Beziehung zwischen Mensch und Natur auseinandersetzen, boten einen modernen Kontrapunkt zu Tinguelys mechanischen Welten.
Die Ausstellung wurde in der Museumskommunikation als ein Highlight des Jahres angekündigt und erfüllte die Erwartungen vollumfänglich. Die Kombination aus dem etablierten Namen Tinguely und der zeitgenössischen Relevanz von Charrière erwies sich als eine äusserst erfolgreiche Formel, um ein breites Publikum anzusprechen.
Besucherzahlen im historischen Vergleich
- 2025: 166’133 Besucher
- Bestes Jahr seit: 1998
- Eröffnungsjahre: Nur 1996 und 1997 verzeichneten höhere Zahlen.
Internationale Grossanlässe beflügeln das Interesse
Die Stadt Basel stand 2025 auch im Fokus der internationalen Aufmerksamkeit, was dem Museum Tinguely zusätzlich zugutekam. Zwei Grossveranstaltungen spülten Tausende von internationalen Gästen in die Stadt: der Eurovision Song Contest (ESC) und die Frauenfussball-Europameisterschaft.
Viele der Besucher dieser Events nutzten ihren Aufenthalt in Basel für kulturelle Aktivitäten. Das Museum Tinguely, als eine der bekanntesten Kultureinrichtungen der Stadt, profitierte direkt von diesem Zustrom. Die erhöhte Medienpräsenz Basels während dieser Zeit steigerte den Bekanntheitsgrad des Museums weit über die Landesgrenzen hinaus.
Strategische Positionierung
Das Museum hat sich strategisch positioniert, um von diesen Ereignissen zu profitieren. Gezielte Werbemassnahmen und eine sichtbare Präsenz im städtischen Raum während der Grossanlässe trugen dazu bei, die internationalen Gäste auf das Angebot am Solitude-Park aufmerksam zu machen. Diese Synergie zwischen städtischen Events und Kulturinstitutionen hat sich als äusserst fruchtbar erwiesen.
Blick in die Zukunft
Der Erfolg des Jahres 2025 stellt für das Museum Tinguely eine Bestätigung seines Programms dar, aber auch eine Herausforderung für die Zukunft. Die Leitung steht nun vor der Aufgabe, das hohe Besucherinteresse auch in den kommenden Jahren aufrechtzuerhalten.
Es wird erwartet, dass das Museum weiterhin auf eine Mischung aus der Pflege des Erbes von Jean Tinguely und der Präsentation hochkarätiger zeitgenössischer Kunst setzen wird. Die positive Resonanz auf die Ausstellung von Julian Charrière zeigt, dass dieser Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart vom Publikum geschätzt wird.
Für die Basler Kulturlandschaft ist der Erfolg des Museums ein wichtiges Signal. Er unterstreicht die Anziehungskraft der Stadt als internationales Kunst- und Kulturzentrum und beweist, dass auch etablierte Institutionen mit der richtigen Strategie immer wieder neue Besucherrekorde aufstellen können.





