Der neue Baselbieter Bildungsdirektor Markus Eigenmann (FDP) hat nach rund 100 Tagen im Amt seine Agenda vorgestellt. Ein zentraler Punkt seiner Pläne ist eine Neugestaltung des Finanzierungsschlüssels für die Universität Basel. Eigenmann argumentiert, dass der Kanton Basel-Stadt aktuell überproportional vom Universitätsstandort profitiere und das Baselbiet eine fairere Beteiligung an den Kosten fordere.
Wichtige Punkte
- Markus Eigenmann, neuer Bildungsdirektor Basel-Landschaft, fordert angepassten Finanzierungsschlüssel für die Universität Basel.
- Er sieht eine Übervorteilung des Kantons Basel-Stadt durch den Universitätsstandort.
- Die Universität Basel ist eine gemeinsame Institution beider Basel.
- Eigenmanns Agenda nach 100 Tagen im Amt umfasst auch andere Bildungsthemen.
Die Forderung nach einem neuen Finanzierungsschlüssel
Die Universität Basel ist eine wichtige Bildungseinrichtung in der Region. Sie wird gemeinsam von den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft getragen. Die Finanzierung erfolgt über einen festgelegten Schlüssel, der die Beiträge beider Kantone regelt. Markus Eigenmann vertritt die Ansicht, dass dieser Schlüssel nicht mehr zeitgemäss ist.
Er argumentiert, dass Basel-Stadt durch die Universität in vielerlei Hinsicht profitiere, die über die reinen Studierendenzahlen hinausgehen. Dies umfasse etwa die Ansiedlung von Unternehmen, die Forschung und Entwicklung sowie den kulturellen Mehrwert. Das Baselbiet trage einen erheblichen Teil der Kosten, ohne in gleichem Masse von diesen indirekten Vorteilen zu profitieren.
Faktencheck: Universität Basel
- Gegründet: 1460
- Eine der ältesten Universitäten der Schweiz.
- Rund 13'000 Studierende (Stand 2023).
- Wichtiger Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor in der Region.
Hintergrund der Finanzierung
Die Universität Basel wird als Konkordatshochschule geführt. Das bedeutet, dass die beiden Trägerkantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft die Verantwortung für ihren Betrieb teilen. Die genauen Beiträge werden in einem Staatsvertrag festgelegt und regelmässig überprüft. Die Diskussion um die Fairness dieser Beiträge ist nicht neu, gewinnt aber mit dem Amtsantritt eines neuen Bildungsdirektors im Baselbiet an Fahrt.
Die Studierendenzahlen aus beiden Kantonen sind ein wichtiger Faktor bei der Berechnung des Finanzierungsschlüssels. Es geht aber auch um die Infrastrukturkosten, die Löhne des Personals und die Investitionen in Forschung und Lehre. Diese Ausgaben summieren sich jährlich zu einem beträchtlichen Betrag.
"Es ist an der Zeit, die Finanzierung der Universität Basel neu zu bewerten. Wir müssen sicherstellen, dass die Lasten gerecht verteilt sind und das Baselbiet nicht länger benachteiligt wird", so Markus Eigenmann in seiner Erklärung.
Erwartete Reaktionen und Verhandlungen
Die Forderung des Baselbiets wird voraussichtlich zu intensiven Verhandlungen mit dem Kanton Basel-Stadt führen. Solche Diskussionen können komplex sein, da sie nicht nur finanzielle Aspekte betreffen, sondern auch politische und regionale Interessen. Es geht um die zukünftige Ausrichtung der Universität und ihre Rolle in beiden Kantonen.
Der Regierungsrat von Basel-Stadt wird die Vorschläge prüfen und eine eigene Position entwickeln. Es ist zu erwarten, dass beide Seiten ihre Argumente detailliert darlegen werden. Eine Einigung erfordert Kompromissbereitschaft und den Willen, eine langfristige Lösung zu finden, die für beide Kantone tragbar ist.
Regionale Zusammenarbeit
Die Zusammenarbeit zwischen Basel-Stadt und Basel-Landschaft ist in vielen Bereichen eng. Neben der Universität gibt es gemeinsame Institutionen und Projekte in den Bereichen Verkehr, Kultur und Gesundheit. Finanzierungsfragen sind dabei immer wieder Gegenstand von Diskussionen, da beide Kantone unterschiedliche Strukturen und Bedürfnisse haben.
Die weiteren Punkte auf Eigenmanns Agenda
Neben der Universitätsfinanzierung hat Markus Eigenmann weitere Schwerpunkte für seine Amtszeit genannt. Dazu gehören die Stärkung der Berufsbildung, die Digitalisierung im Schulwesen und die Förderung der Chancengleichheit für alle Schülerinnen und Schüler im Baselbiet. Er möchte das Bildungssystem des Kantons zukunftsfähig gestalten und an die aktuellen Herausforderungen anpassen.
Die Verbesserung der Lehrerbildung und die Unterstützung der Schulen bei der Integration neuer Technologien sind ebenfalls wichtige Anliegen. Eigenmann betont die Bedeutung einer qualitativ hochwertigen Bildung für die Wettbewerbsfähigkeit des Kantons und die Zukunft der jungen Generation. Die Diskussion um die Uni-Finanzierung ist somit nur ein Teil einer umfassenderen Bildungsstrategie.
Digitalisierung und Berufsbildung
- Ausbau digitaler Lernangebote in Schulen.
- Stärkung der Zusammenarbeit mit Unternehmen für praxisnahe Berufsbildung.
- Anpassung der Lehrpläne an die Anforderungen des Arbeitsmarktes.
Die erste Phase seiner Amtszeit, die ersten 100 Tage, nutzte Eigenmann, um sich einen Überblick zu verschaffen und erste Akzente zu setzen. Seine Forderungen zur Uni-Finanzierung zeigen, dass er bereit ist, auch schwierige Themen anzugehen, um die Interessen des Baselbiets zu vertreten.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Verhandlungen entwickeln und welche Auswirkungen dies auf die Zukunft der Universität Basel haben wird. Eine faire und nachhaltige Lösung ist im Interesse beider Kantone und der gesamten Bildungslandschaft der Region.





