In Muttenz BL entsteht ein wegweisendes Ausbildungszentrum für den Life-Science-Bereich. Der Baselbieter Landrat hat einstimmig einer Finanzierung von rund zwei Millionen Franken für dieses Projekt zugestimmt. Dieser Neubau soll die Ausbildung in Chemie und Biologie stärken und moderne Infrastruktur bieten.
Wichtige Punkte
- Der Landrat Baselland genehmigte zwei Millionen Franken für das Ausbildungszentrum.
- Das Zentrum entsteht im Polyfeld Muttenz und kostet insgesamt 70 Millionen Franken.
- Aprentas wird Hauptnutzer sein und zwei bestehende Standorte zusammenführen.
- Der Neubau bietet moderne Labore und Schulzimmer für EFZ- und höhere Berufsbildungen.
- Eine «MINT-Welt» soll Jugendliche für Berufe in Naturwissenschaften begeistern.
Regierungsentscheid sichert Finanzierung
Der Baselbieter Landrat hat am vergangenen Donnerstag eine wichtige Vorlage der Regierung gutgeheissen. Es geht um eine Zahlung von rund zwei Millionen Franken für den neuen Life-Science-Ausbildungsstandort in Muttenz BL. Die Entscheidung fiel ohne Gegenstimmen, was die breite Unterstützung für das Projekt unterstreicht.
Von den bewilligten Geldern fliessen etwa 1,7 Millionen Franken direkt in den Bau des Ausbildungszentrums. Weitere 390'000 Franken sind für ausserordentliche Anschaffungen vorgesehen, insbesondere für die Ausstattung der geplanten Labore. Diese Investition ist entscheidend, um den Auszubildenden eine moderne und praxisnahe Lernumgebung zu ermöglichen.
Faktencheck
- Gesamtkosten: Rund 70 Millionen Franken
- Kantonale Förderung: 2 Millionen Franken
- Nettogeschossfläche: Ca. 19'500 Quadratmeter
- Geförderte Nutzfläche: Rund 1400 Quadratmeter
Standort und Dimensionen des Neubaus
Das neue Ausbildungszentrum entsteht im Polyfeld an der Birsfelderstrasse 46 in Muttenz. Das Areal ist bekannt für seine Entwicklung zu einem modernen Bildungs- und Innovationsstandort. Der Neubau wird eine Nettogeschossfläche von etwa 19'500 Quadratmetern umfassen. Der Kanton fördert dabei eine anrechenbare Nutzfläche von rund 1400 Quadratmetern.
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 70 Millionen Franken. Trotz der hohen Summe und der Beteiligung finanzstarker Träger wie Novartis gab es im Landrat keine grundsätzliche Ablehnung. Einige Fraktionssprecher regten jedoch an, die Kriterien für solche Beiträge in Zukunft genauer zu prüfen. Es wurde auch die Befürchtung geäussert, dass andere Kantone von diesen Investitionen profitieren könnten, ohne selbst einen angemessenen Beitrag zu leisten.
«Wir sind offen für eine künftige Prüfung der Kriterien für solche Förderbeiträge. Es ist wichtig, dass alle Kantone ihren fairen Anteil leisten», sagte ein Fraktionssprecher im Landrat.
Aprentas als Herzstück des Zentrums
Der Hauptbetreiber des neuen Gebäudes wird der Ausbildungsverbund Aprentas sein. Aprentas wird hier seine beiden bisherigen Standorte an der Lachmattstrasse und im Ausbildungszentrum Schweizerhalle zusammenführen. Die bisher genutzten Gebäude haben laut Regierungsangaben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und sollen von der Trägerfirma Novartis verkauft werden.
Aprentas, ein Spin-off von Novartis, spielt eine zentrale Rolle in der überbetrieblichen Ausbildung. Sie bietet Kurse für Laboranten in den Fachrichtungen Chemie und Biologie sowie für Chemie- und Pharmatechnologinnen an. Mit dem Neubau sichert Aprentas die Zukunft dieser wichtigen Berufsbildungen in der Region.
Hintergrund zu Aprentas
Aprentas ist ein führender Ausbildungsverbund in der Life-Science-Branche. Er bietet eine breite Palette an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Der Fokus liegt auf praxisnaher Ausbildung, die den Anforderungen der Industrie gerecht wird. Die Zusammenführung der Standorte in Muttenz ermöglicht eine effizientere Nutzung von Ressourcen und eine Modernisierung der Lehrmethoden.
Vielfältiges Bildungsangebot im Neubau
Das neue Ausbildungszentrum wird nicht nur Schulzimmer für die EFZ-Ausbildungen von Laborantinnen und Laboranten sowie Chemie- und Pharmatechnologinnen bieten. Es sind auch Unterrichtsräume für die höhere Berufsbildung geplant. Dies schafft durchgängige Bildungswege und fördert die Fachkräfteentwicklung in der Region.
Ein besonderes Highlight wird die «MINT-Welt» sein. Dieses Schullabor soll gezielt zur Berufsinformation genutzt werden. Es soll junge Menschen für Berufe in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik begeistern. Solche Initiativen sind entscheidend, um den Nachwuchs in diesen zukunftsweisenden Feldern zu sichern.
- Schulzimmer für Laborant/-in EFZ
- Schulzimmer für Chemie- und Pharmatechnologe/-technologin EFZ
- Unterrichtsräume für die höhere Berufsbildung
- «MINT-Welt» mit Schullabor zur Berufsinformation
Baufortschritt und Fertigstellung
Der Bau des sechsstöckigen Gebäudes hat bereits Anfang des Jahres begonnen. Der Bezug ist für den Sommer 2027 vorgesehen. Der Entwurf stammt von Caesar Zumthor Architekten aus Basel, die für ihre innovativen und funktionalen Designs bekannt sind. Mit der Fertigstellung wird Muttenz zu einem noch wichtigeren Knotenpunkt für Bildung und Forschung in der Life-Science-Branche.
Das Projekt unterstreicht das Engagement des Kantons Basel-Landschaft, in zukunftsweisende Bildungsbereiche zu investieren. Es sichert nicht nur hochwertige Ausbildungsplätze, sondern stärkt auch die Position der Region als Zentrum für Innovation und Fachkräfteentwicklung.





