In Riehen wird das Primarschulhaus Hinter Gärten erweitert. Nord Architekten aus Basel haben den Studienauftrag für dieses Projekt gewonnen. Ihr Entwurf für den Anbau des 2006 von Daniele Marques erbauten Schulhauses überzeugte die Jury einstimmig. Die Erweiterung reagiert auf steigende Schülerzahlen in der Gemeinde und ist Teil der aktuellen Schulraumstrategie.
Wichtige Punkte
- Nord Architekten gewinnen Studienauftrag für die Erweiterung des Primarschulhauses Hinter Gärten in Riehen.
- Das Schulhaus wird von zwei auf drei Züge mit insgesamt 18 Klassen erweitert.
- Der Entwurf integriert sich respektvoll in den bestehenden Bau von Daniele Marques.
- Ein neuer Haupteingang und ein zentraler Innenraum schaffen neue Nutzungsmöglichkeiten.
- Die Doppelturnhalle wird zu einer Dreifachturnhalle ausgebaut.
Erweiterung für wachsende Schülerzahlen
Die Gemeinde Riehen verzeichnet steigende Schülerzahlen. Dies erfordert eine Anpassung der bestehenden Schulinfrastruktur. Das Primarschulhaus Hinter Gärten, ein markanter Bau von Daniele Marques aus dem Jahr 2006, soll daher erweitert werden. Die Planung sieht vor, die Kapazität von zwei auf drei Züge auszubauen. Damit entstehen sechs zusätzliche Klassenzimmer.
Diese Massnahme ist ein wichtiger Schritt in der Umsetzung der Schulraumstrategie der Gemeinde. Sie gewährleistet, dass auch zukünftig genügend Platz für alle Schülerinnen und Schüler vorhanden ist. Insgesamt 28 Architektenteams hatten sich im Mai 2025 um die Teilnahme am Studienauftrag beworben. Fünf Teams wurden schliesslich zur Teilnahme ausgewählt.
Fakten zur Erweiterung
- Bestehender Bau: Primarschulhaus Hinter Gärten, erbaut 2006 von Daniele Marques.
- Ziel: Erweiterung von zwei auf drei Schulzüge.
- Zusätzliche Klassen: Sechs neue Klassenzimmer.
- Turnhalle: Ausbau von Doppel- zu Dreifachturnhalle.
- Bewerber: 28 Teams im Studienauftrag.
Ein Entwurf, der überzeugt
Die Jury, bestehend aus bekannten Persönlichkeiten wie Ursula Hürzeler, Maya Scheibler und Margrith Künzel, lobte den Entwurf von Nord Architekten. Ihr Projekt überzeugte durch hohe Qualitäten in verschiedenen Bereichen. Dazu gehören der Städtebau, die Freiraumgestaltung, die Funktionalität und die Nachhaltigkeit des Entwurfs. Dies geht aus dem Jurybericht hervor.
Der bestehende Bau von Daniele Marques aus dem Jahr 2006 zeichnet sich durch seine präzise Setzung im Quartier aus. Besonders auffällig ist seine expressive Farbgestaltung. Aussen dominieren erdige Töne, während das Innere bunter gestaltet ist. Diese Ästhetik erinnert an Bauten des Architekten Luis Barragán.
"Der Entwurf überzeugt in der Gesamtschau durch hohe Qualitäten in Ortsbau, Freiraum, Funktionalität und Nachhaltigkeit."
Jurybericht zum Siegerprojekt
Respektvolles Weiterbauen statt Konfrontation
Der Erweiterungsvorschlag von Nord Architekten sucht bewusst nicht die architektonische Konfrontation mit dem bestehenden Gebäude. Stattdessen setzt er auf ein schlichtes Weiterbauen. Geplant ist ein gegliederter Anbau mit unterschiedlichen Höhen. Dieser nimmt den Massstab des Bestands auf und schreibt ihn differenziert fort. Die Architekten zeigen damit ein hohes Mass an Sensibilität für den bestehenden Kontext.
Ein zentraler Aspekt des neuen Entwurfs ist die Verlegung des Haupteingangs an den Steingrubenweg. Dort entsteht ein neuer Vorplatz, der als Ankunftsort dient. Bauminseln gliedern diesen Bereich und schaffen mehr Platz. Der neue Eingangsbereich sorgt für eine klarere Adresse und eine stärkere öffentliche Präsenz des Schulhauses im Quartier.
Neues Herzstück im Inneren
Im Inneren setzt das Siegerprojekt auf räumliche Verdichtung. Es vermeidet eine reine Addition von Flächen. Ein zenital belichteter Zentralraum bildet das neue Herz der Anlage. Dieser Raum verbindet den Neubau mit dem Bestand. Er ermöglicht vielfältige Nutzungen im Sinne eines zeitgemässen "Lebensraums Schule".
Dieser zentrale Raum fungiert als Gelenk zwischen Alt und Neu. Er dient der Erschliessung, als Aufenthaltsort und als pädagogische Fläche zugleich. Hier finden verschiedene Aktivitäten ihren Platz: Tagesstruktur, informelles Lernen und schulische Öffentlichkeit. Das Konzept fördert somit eine lebendige und flexible Nutzung der Schulräume.
Hintergrund: Schulraumstrategie Riehen
Die Gemeinde Riehen verfolgt eine langfristige Schulraumstrategie, um auf demografische Entwicklungen zu reagieren. Ziel ist es, moderne und bedarfsgerechte Bildungsräume zu schaffen. Die Erweiterung des Primarschulhauses Hinter Gärten ist ein zentrales Projekt innerhalb dieser Strategie. Es sichert die Qualität der schulischen Infrastruktur für die kommenden Jahre.
Funktionale Präzision und Zurückhaltung
Auch funktional bleibt der Entwurf präzise. Neben den zusätzlichen Klassenräumen umfasst das Projekt den Ausbau der Tagesstruktur. Auch die bestehende Doppelturnhalle wird erweitert. Sie wird zu einer Dreifachturnhalle umgebaut. Die Eingriffe im Bestand bleiben dabei bewusst zurückhaltend. Dies schont die vorhandene Bausubstanz und die ursprüngliche Gestaltung.
Der Bestand wird mit pragmatischen Eingriffen aufgewertet. Zentrale Programmpunkte, wie die Dreifachturnhalle, sind nachvollziehbar gelöst. Die Haltung der Architekten ist klar: Sie wollen weiterbauen, nicht überschreiben. Dieser Ansatz respektiert die Geschichte und den Charakter des bestehenden Schulhauses.
Schule als Teil des Quartiers
Entscheidend ist nicht nur das Raumprogramm, sondern auch der Dialog mit dem Quartier. Das Primarschulhaus Hinter Gärten ist mehr als nur eine Lernmaschine. Es ist ein integraler Bestandteil des öffentlichen Lebens in Riehen. Das Siegerprojekt wahrt dieses selbstverständliche Miteinander von Schul- und Quartiernutzung. Es stärkt es sogar.
Eine präzise Setzung von Eingang und Aussenraum trägt dazu bei. Die einstimmige Empfehlung der Jury zur Weiterbearbeitung würdigt diesen Ansatz. Die Gemeinde Riehen kann sich auf eine gelungene Erweiterung freuen, die sowohl den pädagogischen Anforderungen als auch der Integration ins Quartier gerecht wird.
Alle fünf ausgewählten Projekte des Studienauftrags werden in einer Ausstellung im Riehener Gemeindehaus präsentiert. Die Ausstellung läuft von Freitag, 13. Februar 2026, bis Freitag, 6. März 2026. Sie ist während der regulären Öffnungszeiten zugänglich. Nach der Ausstellung können die weiteren Planungsschritte für das Siegerprojekt von Nord Architekten aufgenommen werden.





