Der diesjährige Eurovision Song Contest (ESC) in Basel hat die Erwartungen der Veranstalter in mehrfacher Hinsicht übertroffen. Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) konnte die Ausgaben deutlich senken. Gleichzeitig generierte der Grossanlass eine beachtliche Wertschöpfung für die Region und die gesamte Schweiz.
Wichtigste Erkenntnisse
- Die SRG gab für den ESC 15 Millionen Franken aus, 25 Prozent weniger als geplant.
- Gesamtkosten des Basler ESC beliefen sich auf über 54 Millionen Franken.
- Die Stadt Basel trug den grössten Teil der Kosten, nämlich 33,3 Millionen Franken.
- Die gesamtschweizerische Wertschöpfung des Events wird auf 91 bis 115 Millionen Franken geschätzt.
- Der Basler ESC zählt zu den teuersten Austragungen der Geschichte.
SRG unterschreitet Budget deutlich
Die SRG plante ursprünglich, maximal 20 Millionen Franken für die Ausrichtung des Eurovision Song Contest in Basel aufzuwenden. Die nun vorliegende Abschlussrechnung zeigt, dass die tatsächlichen Kosten bei 15 Millionen Franken lagen. Dies entspricht einer Einsparung von 25 Prozent gegenüber dem Budget.
Ein wesentlicher Grund für diese Einsparung waren höhere Einnahmen aus Sponsoring und Ticketverkäufen. Die SRG hatte hier im Vorfeld konservativ kalkuliert, da die schwedischen Veranstalter im Vorjahr keine nationalen Sponsoren gewinnen konnten. Die Nachfrage in Basel war jedoch deutlich grösser.
Faktencheck: SRG-Ausgaben
- Geplantes Budget: 20 Millionen Franken
- Tatsächliche Ausgaben: 15 Millionen Franken
- Einsparung: 5 Millionen Franken (25%)
Produktion der Liveshows als grösster Kostenfaktor
Laut Nik Leuenberger, Sprecher der SRG, bildete die Produktion der drei Liveshows den grössten Kostenposten. Dazu gehörten der aufwendige Bühnenbau, die Licht-, Ton- und Kameratechnik sowie die Übertragungssignale aus der St. Jakobshalle. Weitere Ausgaben umfassten Logistik, Marketing, Gästemanagement und umfassende Sicherheitsmassnahmen, einschliesslich Cybersecurity.
Trotz der Einsparungen auf Seiten der SRG war der Basler ESC im Vergleich zu früheren Austragungen ein luxuriöser Event. Die Gesamtbilanz des Anlasses beläuft sich auf über 54 Millionen Franken.
Basel trägt Grossteil der Gesamtkosten
Die Stadt Basel übernahm den Löwenanteil der Gesamtkosten. Sie investierte 33,3 Millionen Franken in den Event. Im Vergleich dazu investierte die Host-City Malmö im Jahr 2024 lediglich 2,3 Millionen Franken in die Austragung des ESC. Diese Zahlen verdeutlichen die grossen finanziellen Unterschiede zwischen den Gastgeberstädten.
Die finanzielle Beteiligung der European Broadcasting Union (EBU) an den Schweizer Veranstaltern wurde nicht öffentlich gemacht. Solche Beiträge bewegen sich üblicherweise zwischen 6 und 8 Millionen Franken.
Einordnung: Basler ESC unter den teuersten
Der Basler ESC gehört zu den teuersten Ausgaben in der Geschichte des Wettbewerbs. Vergleiche sind jedoch schwierig, da nicht alle Länder offizielle Bilanzen veröffentlichen. Zudem sind die Produktionskosten für Shows seit der Corona-Pandemie gestiegen.
Die teuerste Ausgabe war Baku 2012 mit geschätzten 160 Millionen Franken. Davon flossen rund 100 Millionen Franken in den Bau einer neuen Arena und 60 Millionen in die Show selbst. Kopenhagen 2014 kostete über 42 Millionen Franken, wobei der dänische Rundfunk etwa 24 Millionen Franken trug.
Marktübliche Gagen und hohe Wertschöpfung
Das Moderationstrio Hazel Brugger, Sandra Studer und Michelle Hunziker prägte den Schweizer ESC massgeblich. Die Gagen der Moderatorinnen wurden als «marktüblich und gemäss den internen Standards für SRG-Produktionen» bezeichnet. Konkrete Beträge sind vertraulich. Thomas Spitzer, Ehemann von Hazel Brugger, erwähnte in einem Podcast, dass es «gar nicht so viel Geld» gewesen sei.
„Die Verträge mit Brugger, Studer und Hunziker waren marktüblich und gemäss den internen Standards für SRG-Produktionen.“
Der Event war nicht nur ein Publikumserfolg, sondern auch ein wirtschaftlicher Motor. Die Stadt Basel konnte dank Sponsoringeinnahmen ihr Budget um 1,7 Millionen Franken unterschreiten. Studien der Stadt Basel sowie der Hochschule der Wirtschaft Zürich (HWZ) und Ticketcorner belegen den ökonomischen Wert des Grossanlasses.
Wirtschaftliche Impulse für die Schweiz
Die schweizweite Wertschöpfung des Basler ESC wird auf 91 bis 115 Millionen Franken geschätzt. Davon bleiben laut HWZ-Studie 57 Millionen Franken «gesichert in der Schweiz». Insgesamt wurden 90'000 Tickets für die Shows verkauft.
Für die SRG war der ESC auch ein Innovationsmotor. Generaldirektorin Susanne Wille betonte, dass der Anlass zur Entwicklung neuer Technologien und Abläufe beigetragen habe. Die Umsetzung der Shows wurde zudem mit mehreren renommierten Preisen ausgezeichnet, darunter der Deutsche Comedypreis für Hazel Brugger.
- Schweizweite Wertschöpfung: 91-115 Millionen Franken
- In der Schweiz verbleibend: 57 Millionen Franken
- Verkaufte Tickets: 90'000
Die positiven Bilanzen der SRG und der Stadt Basel unterstreichen den Erfolg des Eurovision Song Contest in der Schweiz, sowohl finanziell als auch in Bezug auf die generierte Wertschöpfung und die internationale Anerkennung.





