Das Kunsthaus Baselland präsentiert eine neue Ausstellung mit Werken der französischen Künstlerin Mireille Blanc und der libanesisch-irakischen Künstlerin Tamara Al-Samerraei. Die Schau, die am 12. Februar 2026 eröffnet wurde, lädt Besucher ein, sich mit abstrakten und figurativen Elementen auseinanderzusetzen, die bewusst Raum für Interpretation lassen.
Wichtige Erkenntnisse
- Mireille Blancs Kunst lässt vieles offen.
- Tamara Al-Samerraei ergänzt Blancs Werke.
- Die Ausstellung fördert persönliche Interpretationen.
Ein Spiel mit dem Unvollendeten
Mireille Blanc ist bekannt für ihre Fähigkeit, in ihren Bildern eine Atmosphäre des Unvollendeten zu schaffen. Sie verzichtet bewusst auf klare Erzählstränge oder eindeutige Bedeutungen. Stattdessen konzentriert sie sich auf Formen, Farben und Texturen, die oft fragmentarisch wirken. Diese Herangehensweise zwingt den Betrachter dazu, sich aktiv mit dem Kunstwerk auseinanderzusetzen und eigene Schlüsse zu ziehen.
Ihre Leinwände zeigen oft alltägliche Gegenstände oder Szenen, die jedoch so abstrahiert sind, dass sie ihre ursprüngliche Identität verlieren. Es sind keine direkten Abbildungen, sondern eher Andeutungen von Realität. Dies schafft eine Spannung zwischen dem Bekannten und dem Unbekannten.
Interessanter Fakt
Mireille Blancs Arbeiten wurden bereits in mehreren europäischen Galerien ausgestellt und sind für ihre subtile Farbwahl und rätselhafte Komposition bekannt.
Die Kunst des Auslassens
Blanc selbst hat einmal gesagt, dass sie keine Geschichten erzählt. Diese Aussage unterstreicht ihren Ansatz, das Publikum nicht mit einer vorgegebenen Erzählung zu leiten. Stattdessen schafft sie visuelle Räume, in denen Emotionen und Assoziationen frei entstehen können. Die Betrachter werden zu Co-Autoren der Bedeutung ihrer Werke.
Dies ist ein mutiger Schritt in einer Kunstwelt, die oft nach Erklärungen und Konzepten verlangt. Blanc beweist, dass Kunst auch ohne klare Botschaft tiefgründig sein kann. Ihre Gemälde wirken oft wie Momentaufnahmen oder Fragmente aus einem Traum, die man versucht, aber nicht vollständig greifen kann.
Die Ergänzung durch Tamara Al-Samerraei
Die gemeinsame Ausstellung mit Tamara Al-Samerraei schafft eine faszinierende Dynamik. Al-Samerraei, deren Wurzeln im Libanon liegen, bringt eine eigene Perspektive ein, die Blancs Werke ergänzt und erweitert. Obwohl beide Künstlerinnen unterschiedliche Hintergründe haben, verbindet sie die Auseinandersetzung mit dem Unsichtbaren und dem Ungesagten.
Al-Samerraei arbeitet oft mit Themen, die sich um Identität, Erinnerung und die menschliche Erfahrung drehen. Ihre Werke können als eine Art Echo oder Gegengewicht zu Blancs abstrakteren Ansätzen gesehen werden. Wo Blanc das Objekt auflöst, könnte Al-Samerraei dessen emotionale Spur verfolgen.
Hintergrundinformation
Das Kunsthaus Baselland ist bekannt dafür, Künstlerinnen und Künstler zu präsentieren, die sich mit zeitgenössischen Fragen auseinandersetzen und neue Perspektiven in der Kunst eröffnen. Die Kuratoren wählen oft Werke aus, die zum Nachdenken anregen und Diskussionen fördern.
Dialog der Kulturen und Ausdrucksformen
Die Kombination dieser beiden Künstlerinnen schafft einen Dialog, der über geografische und stilistische Grenzen hinausgeht. Besucher können beobachten, wie unterschiedliche künstlerische Sprachen auf ähnliche Fragen antworten. Es ist ein Beispiel dafür, wie Kunst Brücken bauen und neue Verständnisebenen schaffen kann.
Die Ausstellung zeigt, dass es viele Wege gibt, Komplexität darzustellen. Ob durch das Auslassen von Details oder durch das gezielte Hervorheben von Stimmungen – beide Künstlerinnen meistern es, eine tiefere Ebene der Wahrnehmung anzusprechen. Die Werke laden ein, über das Offensichtliche hinauszublicken und das Unsichtbare zu spüren.
Die Rolle des Betrachters
Ein zentrales Element dieser Ausstellung ist die Rolle des Betrachters. Die Künstlerinnen überlassen es dem Publikum, die Lücken zu füllen und die Kunstwerke zu interpretieren. Dies macht jeden Besuch zu einer einzigartigen und persönlichen Erfahrung. Es gibt keine "richtige" oder "falsche" Interpretation, sondern nur die eigene Wahrnehmung.
Diese Art der Kunstförderung ist besonders wertvoll in einer Zeit, in der Information oft überladen ist. Die Ausstellung bietet einen Raum der Ruhe und Reflexion, in dem man sich auf die reine visuelle Erfahrung konzentrieren kann. Es ist eine Einladung zur Selbstreflexion und zum Entdecken der eigenen inneren Bilder.
- Betrachter werden zu aktiven Teilnehmern.
- Persönliche Assoziationen sind entscheidend.
- Die Kunstwerke bieten Raum für individuelle Geschichten.
Die Ausstellung im Kunsthaus Baselland ist mehr als nur eine Präsentation von Gemälden. Sie ist ein Experiment in der Kommunikation und ein Zeugnis dafür, wie Kunst ohne direkte Botschaft dennoch tiefgreifend wirken kann. Sie fordert uns auf, unsere Sehgewohnheiten zu hinterfragen und uns auf das Unbekannte einzulassen.
"Ich erzähle keine Geschichten." – Mireille Blanc über ihre Kunst
Diese Aussage fasst die Essenz der Ausstellung zusammen. Es geht nicht darum, fertige Narrative zu konsumieren, sondern darum, sich auf eine Reise der Entdeckung einzulassen. Die Verbindung von Mireille Blancs reduzierten Formen und Tamara Al-Samerraeis emotionalen Spuren schafft ein einzigartiges Erlebnis für jeden Besucher. Es ist eine Feier der Vieldeutigkeit und der unendlichen Möglichkeiten der Interpretation.





