Ein Kunstwerk, das den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump gekreuzigt darstellt, hat die Rümelinspassage in Basel unerwartet ins internationale Rampenlicht gerückt. Seit seiner Ausstellung am 1. November zieht das Werk des britischen Künstlers Mason Storm Tausende von Besuchern und Medien aus aller Welt an, die sich ein eigenes Bild machen wollen.
Wichtige Erkenntnisse
- Ein Kunstwerk von Mason Storm mit Donald Trump löst internationale Aufmerksamkeit aus.
- Die Basler Rümelinspassage, kaum bekannt, wird zum Medienmagnet.
- Lakis Sgouridis betreibt die "Kunstmeile" und bietet Künstlern eine Plattform.
- Die Ausstellung generiert viele negative Reaktionen, aber auch wichtige Diskussionen.
Basels «Kunstmeile» erlangt Weltruhm
Die Rümelinspassage, eine Verbindung zwischen Gerbergasse und Rümelinsplatz, war vielen Baslerinnen und Baslern kaum bekannt. Das hat sich schlagartig geändert. Seit dem 1. November hängt dort das Kunstwerk "Saint or Sinner" von Mason Storm. Es zeigt eine Figur von Donald Trump in einem orangefarbenen Häftlingsanzug, an ein Kreuz geschnallt, das einer Hinrichtungspritsche ähnelt. Die Darstellung hat nicht nur in den Nachbarländern, sondern auch in Japan, Brasilien und Indonesien für Schlagzeilen gesorgt.
Lakis Sgouridis, der Initiator der "Kunstmeile" in der Passage, ist von der plötzlichen Aufmerksamkeit überwältigt. Er betreibt die Kunstmeile seit knapp einem Jahr. Zuvor war die Galerie Gleis 4 am Bahnhof SBB an der Ausstellung des Werkes interessiert. Aus Sicherheitsgründen suchten die Galeristen jedoch einen ruhigeren Ort. Sgouridis zögerte nicht lange, als sie ihn ansprachen. Die Möglichkeit, die Kunst in der Rümelinspassage einem breiteren Publikum zu präsentieren, war ausschlaggebend.
Faktencheck
- Künstler: Mason Storm (Grossbritannien)
- Titel des Werkes: "Saint or Sinner"
- Ausstellungsort: Rümelinspassage, Basel
- Ausstellungsbeginn: 1. November
Vom Geheimtipp zum Besuchermagnet
Die Passage selbst, mit ihrem sauberen Boden, war bis vor Kurzem leicht zu übersehen. Heute drängen sich hier viele Schaulustige. Sie wollen das umstrittene Trump-Kunstwerk aus nächster Nähe sehen. Ein amerikanischer Geschäftsmann lacht laut auf, als er seinen ehemaligen Präsidenten im Kleinformat in der Vitrine entdeckt. Lakis Sgouridis steht oft zwischen den Besuchern und erklärt das berühmte Werk.
Sgouridis ist eigentlich Reederei-Kaufmann und betreibt die Kunstmeile als Hobby. Seit dem Rummel um das Trump-Kunstwerk ist er jedoch rund um die Uhr beschäftigt. "Wir wollten langsam bekannt werden. Mit Trump ging es nun von 0 auf 1000", sagt er. Die Passage wurde in den 1950er-Jahren erbaut und beherbergte einst das Kino Studio Central. Die Vitrinen zeigten damals Filmwerbung.
Vielfalt der Kunst in der Passage
Ein paar Vitrinen weiter oben in der Passage befindet sich Sgouridis' eigene Galerie. Dort stellt er seine Pop-Up-Kunstwerke aus. Direkt gegenüber dem Trump-Kunstwerk stellt Victor Fritz seine Werke aus. Seine feinen Blätterfiguren und dekorativen Statuen bilden einen Kontrast zu Mason Storms provokantem Werk. Dies zeigt die künstlerische Vielfalt der Ausstellung in der Passage.
Hintergrundinformationen
Die Rümelinspassage ist eine private Passage, die Lakis Sgouridis nicht gehört. Er vermietet die Vitrinen an Künstler weiter. Ein Platz kostet monatlich 150 Franken. Bei der Auswahl der Aussteller legt Sgouridis Wert darauf, vielen Künstlern eine Chance zu geben. Er beurteilt die Kunst nicht, sondern fördert die Meinungsfreiheit und den Zugang zur Kunst.
Künstlerfreundliche Plattform und Synergien
Aktuell präsentieren 37 Künstler ihre Werke in den Vitrinen der Kunstmeile. Weitere 45 Künstler stehen auf der Warteliste. Anders als in traditionellen Galerien nimmt Sgouridis keine Kommissionen von den Verkäufen ein. Weder Sgouridis noch Fritz leben vom Verkauf ihrer Kunst. "Mir geht es nicht ums Geldverdienen. Wenn ein Künstler seine Arbeit für sich macht, dann wird's gut", sagt Fritz.
Die Künstler der Kunstmeile tauschen sich aktiv in einem gemeinsamen Whatsapp-Chat aus. Sie freuen sich über jeden Verkauf. Sgouridis betont die Bedeutung der Zusammenarbeit:
"Wir müssen Synergien nutzen, zusammen sind wir stärker als alleine."
Diese Philosophie fördert eine unterstützende Gemeinschaft unter den Ausstellern.
Kontroverse und Diskussionskultur
Die neue, primär durch das Trump-Kunstwerk ausgelöste Aufmerksamkeit hat auch eine Kehrseite. Lakis Sgouridis berichtet von vielen negativen Reaktionen. Ein Grossteil der Nachrichten, die er erhält, sind kritisch. Viele lehnen das Werk ab und kritisieren Sgouridis, einer provokanten Kunst eine Plattform zu bieten. Dies zeigt sich besonders in den Kommentaren unter Medienberichten und auf Social Media.
Trotz der Kritik bleibt Sgouridis bei seiner Überzeugung, dass Kunst Diskussionen auslösen soll. Ihm ist wichtig, dass es keine Zensur gibt und Meinungsfreiheit herrscht. Die Kunstmeile soll genau dafür eine Plattform bieten. Sie soll auch Menschen ansprechen, die sich nicht in eine klassische Galerie trauen würden. Die Kunst soll Brücken bauen und zum Nachdenken anregen.
Das Gespräch mit Sgouridis muss abrupt enden. Eine französische Journalistin und ihr Kameramann warten bereits, um ihn vor dem Trump-Kunstwerk zu interviewen. Die internationale Medienpräsenz der kleinen Basler Passage ist ungebrochen.
- Internationale Medienberichte über das Kunstwerk.
- Hohe Besucherfrequenz in der Passage.
- Kritische Diskussionen in sozialen Medien.
- Fokus auf Meinungsfreiheit in der Kunstmeile.





