Die Stadt Basel steht vor einer wachsenden Herausforderung: Schätzungsweise 8000 Stadttauben bevölkern die urbanen Räume. Ihre Präsenz führt zu erheblichen hygienischen Problemen durch Kotverschmutzung auf öffentlichen Plätzen, Balkonen und Gebäudefassaden. Heute wurde im Basler Parlament intensiv über mögliche Massnahmen zur Bewältigung dieses Problems diskutiert.
Wichtige Punkte
- Rund 8000 Tauben leben in Basel.
- Taubenkot verursacht hygienische und ästhetische Probleme.
- Das Basler Parlament diskutierte verschiedene Lösungsansätze.
- Massnahmen reichen von Fütterungsverboten bis hin zu Taubenschlägen.
Das Ausmass des Taubenproblems in Basel
Die hohe Anzahl der Stadttauben stellt für die Stadt Basel eine erhebliche Belastung dar. Der Kanton betont die hygienischen Risiken, die mit den Ausscheidungen der Vögel einhergehen. Nicht nur historische Gebäude und öffentliche Infrastruktur leiden unter der Verschmutzung, sondern auch private Balkone und Fassaden sind betroffen. Dies führt zu zusätzlichen Reinigungsaufwänden und potenziellen Schäden an der Bausubstanz.
Die Diskussion im Grossen Rat zeigte die Dringlichkeit des Themas. Viele Bürgerinnen und Bürger melden sich regelmässig bei den Behörden, um auf die Beeinträchtigungen durch die Tauben aufmerksam zu machen. Es geht dabei nicht nur um Ästhetik, sondern auch um die Werterhaltung von Immobilien und die allgemeine Sauberkeit im Stadtbild.
Fakten zur Stadttaube
- Eine Taube produziert jährlich etwa 12 Kilogramm Kot.
- Tauben können Krankheitserreger übertragen, auch wenn das Risiko für Menschen gering ist.
- Ihr Kot enthält aggressive Säuren, die Materialien wie Stein und Metall angreifen.
Diskutierte Lösungsansätze im Parlament
Im Basler Parlament wurden verschiedene Strategien zur Kontrolle der Taubenpopulation erörtert. Ein zentraler Punkt war die Frage, wie die Vermehrung der Tiere auf nachhaltige Weise eingedämmt werden kann. Dabei standen sowohl präventive als auch regulierende Massnahmen zur Debatte.
Ein häufig genannter Ansatz ist das kontrollierte Fütterungsverbot. Viele Tauben werden durch unsachgemässe Fütterung durch Menschen angelockt und ernährt, was ihre Population unnötig steigen lässt. Eine striktere Durchsetzung solcher Verbote und eine Sensibilisierung der Bevölkerung könnten hier Abhilfe schaffen.
"Wir müssen die Ursachen des Problems angehen, nicht nur die Symptome. Das Fütterungsverbot ist ein wichtiger erster Schritt."
Taubenschläge als bewährtes Modell
Ein weiterer vielversprechender Ansatz, der in vielen Städten bereits erfolgreich umgesetzt wird, ist die Einrichtung von Taubenschlägen. In diesen kontrollierten Umgebungen können die Tiere artgerecht leben. Der entscheidende Vorteil: Die Eier in den Taubenschlägen können durch Attrappen ersetzt werden. Dies reduziert die Geburtenrate auf natürliche und tierschutzgerechte Weise, ohne die Tiere zu schädigen.
Die Unterhaltung solcher Taubenschläge erfordert jedoch Ressourcen und Personal. Es wurde diskutiert, welche Standorte in Basel dafür geeignet wären und wie die Finanzierung sichergestellt werden könnte. Die Erfahrungen anderer Städte zeigen, dass Taubenschläge die Population effektiv reduzieren und gleichzeitig die Verschmutzung in anderen Bereichen der Stadt verringern können, da die Tauben sich auf diese zentralen Orte konzentrieren.
Hintergrund: Die Geschichte der Stadttaube
Stadttauben sind Nachfahren der Felsentaube. Sie haben sich über Jahrhunderte an das Leben in menschlichen Siedlungen angepasst. Städte bieten ihnen reichlich Nahrung und geschützte Nistplätze. Ihre hohe Anpassungsfähigkeit und schnelle Vermehrung machen die Kontrolle der Populationen zu einer konstanten Aufgabe für Stadtverwaltungen weltweit.
Herausforderungen und nächste Schritte
Die Umsetzung wirksamer Massnahmen ist komplex. Es bedarf einer koordinierten Anstrengung von Behörden, Anwohnern und Tierschutzorganisationen. Neben Fütterungsverboten und Taubenschlägen wurden auch technische Lösungen wie Spikes oder Netze an Gebäuden angesprochen, die Tauben davon abhalten sollen, sich niederzulassen. Diese sind jedoch oft teuer und nicht immer ästhetisch ansprechend.
Das Parlament beauftragte die Verwaltung, die diskutierten Massnahmen genauer zu prüfen und einen konkreten Umsetzungsplan vorzulegen. Es ist wichtig, eine Lösung zu finden, die sowohl effektiv als auch ethisch vertretbar ist und die Lebensqualität in Basel nachhaltig verbessert. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten schnelle und sichtbare Ergebnisse. Eine breite Aufklärungskampagne könnte die Akzeptanz für die neuen Massnahmen zusätzlich fördern.
- Sensibilisierung der Bevölkerung für Fütterungsverbot.
- Evaluation geeigneter Standorte für Taubenschläge.
- Prüfung von baulichen Massnahmen zur Taubenabwehr.
- Zusammenarbeit mit Tierschutzorganisationen.
Die Debatte zeigt, dass das Problem ernst genommen wird und der Wille zur Lösung vorhanden ist. Die Stadt Basel steht vor der Aufgabe, eine Balance zwischen Tierschutz und Stadthygiene zu finden.





