Das Kindernäscht in Basel, eine Einrichtung für spontane Kinderbetreuung, steht erneut vor finanziellen Herausforderungen. Trotz einer erfolgreichen Spendenaktion des Vereins Gärngschee, die den Betrieb bis Ende 2026 sichert, fordern zwei Grossrätinnen langfristige kantonale Unterstützung. Sie betonen die Bedeutung dieses flexiblen Angebots für Basler Familien.
Wichtige Punkte
- Das Kindernäscht sichert dank Spenden den Betrieb bis Ende 2026.
- Grossrätinnen Edibe Gölgeli (SP) und Andrea Strahm (Mitte) fordern kantonale Finanzierung.
- Das Angebot ist das einzige für spontane, stundenweise Kinderbetreuung in Basel-Stadt.
- 80'000 Franken Übergangsfinanzierung für 2027 sind im Budgetpostulat gefordert.
Spendenaktion sichert kurzfristig den Betrieb
Die Nachricht von einer drohenden Schliessung des Basler Kindernäschts sorgte im letzten Jahr für grosse Besorgnis. Das Angebot, bekannt für seine unkomplizierte und stundenweise Kinderbetreuung, füllt eine wichtige Lücke in der Stadt. Zahlreiche Reaktionen zeigten, wie wichtig diese flexible Betreuungsform für viele Familien ist.
Dank einer Spendenaktion des Vereins Gärngschee konnte die Einrichtung eine vorläufige Rettung erfahren. Die gesammelten Mittel sichern den Betrieb für das laufende Jahr, genauer gesagt bis Ende 2026. Dies verschafft dem Team und den betroffenen Familien eine kurze Atempause, doch die langfristige Finanzierung bleibt ungelöst.
«Wir haben ein Jahr Zeit, weiterhin zu versuchen, die Finanzierung für die Zukunft zu sichern.»
Letizia Marioni, Betriebsleiterin Kindernäscht
Faktencheck
- Das Kindernäscht ist das einzige Angebot in Basel-Stadt für spontane, stundenweise Kinderbetreuung.
- Die Spendenaktion sicherte 80'000 Franken für den Betrieb bis Ende 2026.
Politische Initiative für langfristige Unterstützung
Die Grossrätinnen Edibe Gölgeli (SP) und Andrea Strahm (Mitte) haben die Dringlichkeit der Situation erkannt. Sie fordern in einem gemeinsamen Budgetpostulat und einem Anzug, dass der Kanton das Kindernäscht langfristig finanziell absichert. Ihr Ziel ist es, dem Kindernäscht und den Familien Planungssicherheit zu geben.
Edibe Gölgeli betont, dass die erfolgreiche Spendenaktion den Bedarf an einem solchen flexiblen und niederschwelligen Betreuungsangebot deutlich bestätigt hat. Der Regierungsrat selbst stellte in einer früheren Interpellation fest, dass es ausser dem Kindernäscht keine fixen Betreuungsplätze für kurzfristigen oder spontanen Bedarf im Kanton Basel-Stadt gibt.
Warum das Kindernäscht durchs Raster fällt
Das Problem liegt in der flexiblen Struktur des Kindernäschts. Es fällt bei der Finanzierung durch die gängigen Raster des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU) sowie des Erziehungsdepartements. Eine kantonale Unterstützung ist derzeit nicht gegeben.
Die Grossrätinnen möchten der Verwaltung die Möglichkeit geben, kreative Lösungen zu finden. Sie erhoffen sich, dass der Kanton den nötigen Betrag bereitstellt, um den Betrieb über 2026 hinaus zu sichern.
Hintergrundinformationen
Das Kindernäscht ist ein wichtiger Bestandteil der familienergänzenden Betreuung in Basel. Es richtet sich an Familien, die kurzfristig oder spontan eine Betreuung für ihre Kinder benötigen, beispielsweise bei unregelmässigen Arbeitszeiten oder in aussergewöhnlichen Lebenssituationen. Diese Flexibilität unterscheidet es von regulären Kitas oder Tagesfamilien.
Forderung nach 80'000 Franken Übergangsfinanzierung
Um den Weiterbetrieb im Jahr 2027 zu ermöglichen und tragfähige Anschlusslösungen zu erarbeiten, haben Gölgeli und Strahm ein vorgezogenes Budgetpostulat für 2027 eingereicht. Sie beantragen darin, 80'000 Franken im Budget des Erziehungsdepartements für das Kindernäscht bereitzustellen.
Diese Übergangsfinanzierung soll die Unsicherheit bei Eltern und Angestellten mindern. Es geht darum, eine Brücke zu bauen, bis eine dauerhafte kantonale Lösung gefunden ist. Die Notwendigkeit dieser finanziellen Unterstützung ist gross, da die aktuelle Finanzierung nur bis Ende 2026 reicht.
Wichtige Ergänzung zur bestehenden Betreuung
Die Initiative der Grossrätinnen ist keine Kritik an der bestehenden familienergänzenden Kinderbetreuung in Basel. Der Kanton Basel-Stadt ist in diesem Bereich gut aufgestellt. Subventionierte Kitas, Tagesfamilien und schulergänzende Angebote bilden ein starkes Fundament und sind ein Qualitätsmerkmal des Kantons.
Was jedoch fehlt, sind eben diese flexiblen, niederschwelligen Betreuungsformen. Das Kindernäscht ist eine wichtige Ergänzung, die besonders Familien mit unregelmässigen Arbeitszeiten oder akutem Betreuungsbedarf entlastet. Es schliesst kurzfristige Lücken im Betreuungsangebot.
«Unser Anliegen ist generationenübergreifend ein Thema.»
Edibe Gölgeli, SP-Grossrätin
Das gemeinsame Vorgehen von Edibe Gölgeli und Andrea Strahm zeigt die breite politische Unterstützung für das Anliegen. Beide Grossrätinnen repräsentieren unterschiedliche Generationen und verdeutlichen, dass der Bedarf an niederschwelliger Kinderbetreuung sowohl für Eltern als auch für Grosseltern relevant ist. Sie sehen es als Chance für den Kanton Basel-Stadt, in die Zukunft des Kindernäschts zu investieren und damit Familien langfristige Planungssicherheit zu bieten.
Ausblick und nächste Schritte
Die Zukunft des Kindernäschts hängt nun von den politischen Entscheidungen ab. Das Budgetpostulat und der Anzug werden in den kommenden Monaten im Grossen Rat behandelt. Es bleibt abzuwarten, ob die Verwaltung kreative Lösungen findet und der Kanton die geforderte Übergangsfinanzierung bereitstellt, um dieses einzigartige Betreuungsangebot in Basel langfristig zu sichern.
Die Diskussion um das Kindernäscht zeigt einmal mehr, wie wichtig flexible Betreuungsangebote für die moderne Gesellschaft sind. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt eine zentrale Herausforderung, und Einrichtungen wie das Kindernäscht spielen dabei eine entscheidende Rolle.





