Der Kanton Basel-Landschaft und die SVP haben eine prägende politische Figur verloren. Ende Januar verstarb Oskar Kämpfer, langjähriger Präsident der SVP Baselland und ehemaliger Landrat, im Alter von 72 Jahren. Er war bekannt für seine direkte Art, seinen strategischen Weitblick und sein unermüdliches Engagement für bürgerliche Werte und die Eigenständigkeit des Kantons.
Als Ingenieur und Unternehmer brachte Kämpfer eine pragmatische und lösungsorientierte Haltung in die Politik, die ihm Respekt weit über die Parteigrenzen hinaus einbrachte. Sein Wirken hat die politische Landschaft des Baselbiets nachhaltig geprägt.
Das Wichtigste in Kürze
- Oskar Kämpfer, ehemaliger Präsident der SVP Baselland, ist im Alter von 72 Jahren verstorben.
- Er führte die Partei von 2012 bis 2019 und war von 2010 bis 2019 Mitglied des Landrats.
- Unter seiner Führung kehrte die SVP 2013 in die Baselbieter Regierung zurück.
- Kämpfer war als strategischer Denker und konsequenter Verfechter der kantonalen Interessen bekannt.
Ein Leben für die Politik im Baselbiet
Oskar Kämpfer hat sich über viele Jahre hinweg intensiv für die Anliegen des Kantons Basel-Landschaft eingesetzt. Seine politische Laufbahn war von klaren Prinzipien und einem starken Verantwortungsbewusstsein geprägt. Im Jahr 2010 wurde er für den Wahlkreis Oberwil in den Landrat gewählt, dem er bis 2019 angehörte.
Zwei Jahre nach seinem Eintritt in den Landrat übernahm er eine noch zentralere Rolle: Von 2012 bis 2019 stand er als Präsident an der Spitze der SVP Baselland. In dieser Zeit navigierte er die Partei durch anspruchsvolle Phasen und führte sie zu wichtigen Erfolgen.
Klare Strukturen und direkte Worte
Für Kämpfer, der aus der Welt des Ingenieurwesens und Unternehmertums kam, waren Ordnung und Verlässlichkeit keine leeren Worte. Er etablierte klare Zuständigkeiten und feste Regeln innerhalb der Partei. Diese Strukturen gaben auch in politisch turbulenten Zeiten Halt und Orientierung.
Er scheute sich nicht, unbequeme Wahrheiten offen anzusprechen. Harmonie um jeden Preis war nicht sein Ziel. Stattdessen sah er den konstruktiven Austausch unterschiedlicher Meinungen als notwendige Grundlage für eine wirksame und tragfähige Politik.
Der Stratege hinter dem Erfolg
Die Zeit unter Oskar Kämpfers Führung war für die SVP Baselland eine Phase der Konsolidierung und des Wachstums. Sein analytischer Verstand und sein ausgeprägtes Verhandlungsgeschick waren entscheidend für zahlreiche politische Erfolge.
Rückkehr in die Regierung
Ein Meilenstein seiner Präsidentschaft war die Rückkehr der SVP in die Baselbieter Regierung. Nachdem die Partei zwei Jahre in der Opposition verbracht hatte, gelang es unter Kämpfers strategischer Führung, Mitte 2013 wieder einen Regierungssitz zu erlangen und die Partei als verlässliche bürgerliche Kraft zu etablieren.
Sein unternehmerischer Hintergrund prägte auch seinen Umgang mit Finanzen. Ein verantwortungsvoller Einsatz der Gelder des Kantons und der Partei war für ihn eine Selbstverständlichkeit. Er dachte strategisch und liess sich von Rückschlägen nicht entmutigen.
«Zum Verlieren treten wir nicht an, sondern zum Gewinnen!»
Dieser Ausspruch von Oskar Kämpfer wurde zu einem Leitmotiv für seine Parteikollegen. Er spiegelte seine entschlossene und zielorientierte Haltung wider, die er auch von seinem Umfeld erwartete. Er förderte die bürgerliche Zusammenarbeit und suchte stets nach Lösungen, die eine breite Unterstützung fanden.
Ein Kämpfer für die Eigenständigkeit des Baselbiets
Obwohl Oskar Kämpfer gebürtiger Solothurner war, schlug sein Herz für das Baselbiet. Er setzte sich mit grosser Energie für die Selbstständigkeit des Kantons ein und verteidigte dessen Interessen vehement.
Verhandlungen mit Basel-Stadt
Ein wichtiges Dossier seiner politischen Arbeit war der Universitätsvertrag mit dem Kanton Basel-Stadt. Kämpfer trug massgeblich dazu bei, dass die Interessen des Landkantons in den Verhandlungen stärker gewichtet und besser berücksichtigt wurden. Sein Einsatz sicherte dem Baselbiet eine fairere Position in der gemeinsamen Trägerschaft.
Sein Engagement ging über kantonale Grenzen hinaus. Auch in den nationalen Führungsgremien der SVP war seine Stimme geschätzt. Er brachte seine Meinung bestimmt, aber stets sachlich und konstruktiv ein und genoss auch auf nationaler Ebene grosses Ansehen.
Die letzten Jahre im Kreise der Familie
Anfang 2019 traf die Nachricht von Kämpfers schwerer Erkrankung sein politisches und privates Umfeld unerwartet. Die Diagnose zwang ihn, seine politische Tätigkeit zu beenden. Die Ärzte gaben ihm zu diesem Zeitpunkt nur noch wenige Monate.
Dank innovativer medizinischer Behandlungen konnte er dieser Prognose trotzen und gewann mehrere zusätzliche, lebenswerte Jahre. Diese Zeit widmete er voll und ganz seiner Familie, die ihm stets der wichtigste Rückhalt war.
Die Stunden mit seiner Frau Heidi, seinen Kindern und Enkelkindern gaben ihm Kraft. In der Natur und bei der Arbeit in seinem Garten fand er Ruhe und Ausgleich. Seit dem Sommer des vergangenen Jahres hatte sich sein Gesundheitszustand jedoch unheilbar verschlechtert.
Mit Oskar Kämpfer verliert die Region eine Persönlichkeit, deren Wirken weit über das Politische hinausreicht. Sein Humor, sein strategischer Weitblick und seine authentische Art werden vielen in Erinnerung bleiben. Er hinterlässt eine Lücke in der politischen Landschaft des Baselbiets, die nur schwer zu füllen sein wird.





