In Basel flammen die Diskussionen um das Südareal des Pharmakonzerns Roche erneut auf. Nachdem der Grosse Rat im Herbst den Abriss von Bau 52 am Kleinbasler Rheinufer bewilligt hatte, rückt nun die langfristige Gestaltung des gesamten Südareals in den Fokus. Die Pläne des Unternehmens stossen weiterhin auf geteilte Meinungen in Politik und Gesellschaft.
Wichtige Punkte
- Der Basler Grosse Rat genehmigte im Herbst den Abriss von Bau 52.
- Die Diskussionen konzentrieren sich nun auf die Entwicklung des gesamten Südareals.
- Roche plant eine umfassende Neugestaltung des Areals.
- Bedenken hinsichtlich des Hochwasserschutzes und der städtebaulichen Integration bleiben bestehen.
- Die Öffentlichkeit und politische Parteien fordern mehr Mitspracherecht und Transparenz.
Hintergrund der Debatte: Der Abriss von Bau 52
Der Beschluss zum Abriss des Gebäudes 52 war bereits im vergangenen Herbst eine kontrovers diskutierte Entscheidung. Roche argumentierte, dass der Bau aus den 1930er-Jahren nicht mehr den modernen Anforderungen entspreche und einer zukünftigen Entwicklung des Standortes im Wege stehe. Kritiker befürchteten den Verlust eines historischen Gebäudes und eine weitere Verdichtung des Areals.
Der Grosse Rat folgte schliesslich der Argumentation des Konzerns. Dies öffnet nun den Weg für die geplanten umfassenden Umgestaltungen. Roche ist einer der grössten Arbeitgeber in der Region Basel und prägt das Stadtbild seit Jahrzehnten.
Faktencheck Roche in Basel
- Gründungsjahr: 1896
- Mitarbeiter am Standort Basel: Über 10'000
- Fläche des Südareals: Mehrere Hektar
- Investitionen in den letzten 10 Jahren: Milliardenbeträge in neue Infrastruktur
Zukünftige Visionen für das Südareal
Roche plant, das Südareal zu einem modernen und zukunftsfähigen Campus zu entwickeln. Dies umfasst neue Forschungs- und Entwicklungsgebäude, Büroflächen sowie Infrastruktur für die Mitarbeiter. Die Vision ist es, ein inspirierendes Arbeitsumfeld zu schaffen, das Innovation fördert und die Attraktivität des Standorts Basel für hochqualifizierte Fachkräfte sichert.
Die genauen Pläne für die Neubauten und deren Nutzung sind jedoch noch nicht vollständig bekannt. Dies führt zu Spekulationen und Forderungen nach mehr Offenheit seitens des Unternehmens. Die städtebauliche Integration und die Auswirkungen auf das Quartier sind zentrale Anliegen der Bevölkerung und der Politik.
Städtebauliche Herausforderungen und öffentliche Anliegen
Das Südareal liegt direkt am Rhein, was besondere Anforderungen an die Planung stellt. Fragen des Hochwasserschutzes und der Ufergestaltung sind dabei von grosser Bedeutung. Zudem wünschen sich Anwohner und Umweltorganisationen eine bessere Zugänglichkeit des Rheinufers für die Öffentlichkeit, was derzeit durch die Werksanlagen stark eingeschränkt ist.
Ein weiteres Thema ist die Verkehrsbelastung. Neue Gebäude und eine steigende Mitarbeiterzahl könnten den Verkehr in den angrenzenden Quartieren erhöhen. Hier sind nachhaltige Mobilitätskonzepte gefragt, die den öffentlichen Verkehr und den Veloverkehr stärken.
„Die Entwicklung des Roche Südareals ist eine Chance für Basel, muss aber mit Augenmass und unter Einbezug der Bevölkerung erfolgen. Wir brauchen transparente Lösungen für den Hochwasserschutz und eine bessere Anbindung an die Stadt“, so ein Vertreter der Basler Stadtplanung.
Politische Reaktionen und Forderungen nach Transparenz
Verschiedene politische Parteien und Interessengruppen haben sich zu den Plänen geäussert. Es gibt eine breite Übereinstimmung, dass Roche als wichtiger Akteur in Basel seine Verantwortung wahrnehmen muss, nicht nur als Arbeitgeber, sondern auch als Gestalter des urbanen Raums.
Die Forderung nach einem partizipativen Planungsprozess wird lauter. Bürger und Quartiervereine möchten frühzeitig in die Gestaltung einbezogen werden, um ihre Anliegen und Ideen einzubringen. Dies betrifft insbesondere die Gestaltung von Grünflächen, Wegen und die Integration in das bestehende Stadtbild.
Historischer Kontext
Das Roche-Areal in Basel hat sich über Jahrzehnte entwickelt. Ursprünglich als Produktionsstandort konzipiert, wandelte es sich zunehmend zu einem Forschungs- und Verwaltungszentrum. Die Architektur auf dem Gelände spiegelt verschiedene Epochen der Unternehmensgeschichte wider, von historischen Bauten bis zu modernen Hochhäusern wie Bau 1 und Bau 2.
Ausblick: Wie geht es weiter?
Die Debatte um das Roche Südareal wird Basel in den kommenden Monaten und Jahren weiterhin beschäftigen. Es ist zu erwarten, dass weitere Gespräche zwischen dem Pharmakonzern, der Stadtverwaltung und der Öffentlichkeit stattfinden werden. Ziel ist es, eine Lösung zu finden, die den Bedürfnissen von Roche gerecht wird und gleichzeitig die Lebensqualität der Basler Bevölkerung verbessert.
Die Entwicklung des Areals bietet das Potenzial für eine nachhaltige und zukunftsweisende Stadtentwicklung. Es bleibt abzuwarten, wie Roche auf die öffentlichen Forderungen reagiert und welche konkreten Schritte in Richtung eines partizipativen Planungsprozesses unternommen werden. Die Stadt Basel steht vor einer wichtigen Weichenstellung, die das Stadtbild und die Lebensqualität für Generationen prägen wird.
- Nächste Schritte: Erwartung weiterer Detailpläne von Roche.
- Öffentliche Beteiligung: Forderungen nach Workshops und Informationsveranstaltungen.
- Politische Begleitung: Der Grosse Rat wird die Entwicklung weiterhin kritisch begleiten.





