Die Zukunft des genossenschaftlichen Wohnens in Basel steht im Mittelpunkt eines Ideenwettbewerbs. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der «wohnbaugenossenschaften nordwestschweiz» wurden spekulative Strategien entwickelt. Diese sollen das Potenzial einer neuen Genossenschaftsbewegung aufzeigen. Eine Ausstellung und ein Diskussionsabend laden die Öffentlichkeit ein, sich an diesem Dialog zu beteiligen.
Wichtige Erkenntnisse
- 72 Eingaben für den Ideenwettbewerb zur Zukunft des genossenschaftlichen Wohnens.
- Sechs Teams wurden ausgewählt, um innovative Strategien zu entwickeln.
- Ausstellung der Ergebnisse vom 3. bis 13. Februar am Münsterplatz 11.
- Öffentliche Diskussionsveranstaltung am 5. Februar im S AM.
- Ziel ist die Stärkung und Neuausrichtung des genossenschaftlichen Wohnungsbaus.
Ein Jahrhundert Genossenschaftswohnen in Basel
Basler Wohngenossenschaften prägen seit vielen Jahrzehnten das Stadtbild und die soziale Struktur. Sie bieten bezahlbaren Wohnraum und fördern das Gemeinschaftsleben. Das 100-jährige Jubiläum der «wohnbaugenossenschaften nordwestschweiz» ist ein Anlass, nicht nur zurückzublicken, sondern vor allem nach vorne zu schauen. Der initiierte Ideenwettbewerb sollte neue Impulse geben und die Frage beantworten, wie das genossenschaftliche Wohnen in den nächsten Jahrzehnten aussehen könnte.
Die Organisatoren suchten nach innovativen Ansätzen. Es ging darum, Konzepte zu finden, die über traditionelle Modelle hinausgehen. Drei Basler Genossenschaften dienten als Fallbeispiele, um die entwickelten Strategien konkret zu erproben und ihre Umsetzbarkeit zu prüfen. Dieser praktische Bezug war ein zentraler Aspekt des Wettbewerbs.
Faktencheck
- Der Ideenwettbewerb erhielt 72 Eingaben.
- Sechs Teams wurden für die Weiterentwicklung ihrer Konzepte ausgewählt: Studio AA, Aequipe, Koya Architektur, Hannes Kalau, Atelier Anachron und gumball.agency.
- Die teilnehmenden Genossenschaften repräsentieren verschiedene Facetten des Basler Genossenschaftswohnens.
Innovative Strategien für die Zukunft
Die Resonanz auf den Open Call war gross. Insgesamt 72 Teams und Einzelpersonen reichten ihre Ideen ein. Dies zeigt das breite Interesse und die Vielfalt an Perspektiven. Eine Jury wählte daraus sechs Teams aus, deren Ansätze besonders vielversprechend erschienen. Diese Teams – Studio AA, Aequipe, Koya Architektur, Hannes Kalau, Atelier Anachron und gumball.agency – arbeiteten ihre Konzepte weiter aus. Ihre Lösungen offenbaren ein grosses Potenzial für eine neue Genossenschaftsbewegung.
Die Vorschläge reichen von neuen Wohnformen über die Integration digitaler Technologien bis hin zu nachhaltigen Bauweisen. Ein wiederkehrendes Thema war die Stärkung der Gemeinschaft und die Anpassung an sich ändernde gesellschaftliche Bedürfnisse. Es wurden auch Modelle diskutiert, die eine höhere Flexibilität bei der Nutzung des Wohnraums ermöglichen.
Die Rolle von Gemeinschaft und Nachhaltigkeit
Viele der eingereichten Ideen betonen die Bedeutung von Gemeinschaftsräumen und gemeinsamen Aktivitäten. Dies soll den sozialen Zusammenhalt innerhalb der Genossenschaften stärken. Gleichzeitig spielten auch ökologische Aspekte eine wichtige Rolle. Konzepte für energieeffizientes Bauen, die Nutzung erneuerbarer Energien und die Förderung von Biodiversität in urbanen Räumen waren oft Teil der Vorschläge.
Die Vision ist klar: Genossenschaften sollen nicht nur Wohnraum bieten, sondern auch Orte der Innovation und des sozialen Miteinanders sein. Sie können als Vorreiter für nachhaltige Stadtentwicklung agieren und zeigen, wie bezahlbares Wohnen und ökologische Verantwortung Hand in Hand gehen können.
Ausstellung am Münsterplatz: Einblicke und Austausch
Die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs werden in einer öffentlichen Ausstellung präsentiert. Der Lichthof des Bau- und Verkehrsdepartements am Münsterplatz 11 wird vom 3. Februar bis zum 13. Februar zu einem Schaufenster der Zukunft. Hier können Interessierte die sechs ausgewählten Zukunftsstrategien sowie alle 72 eingereichten Beiträge einsehen.
Die Ausstellung ist montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr kostenlos zugänglich. Die Vernissage fand bereits am 2. Februar um 17:30 Uhr statt. Besucher haben die Möglichkeit, sich ein umfassendes Bild von den vielfältigen Ideen zu machen und sich inspirieren zu lassen. Es ist eine Gelegenheit, über die Zukunft des Wohnens in Basel nachzudenken und vielleicht selbst neue Perspektiven zu entwickeln.
Hintergrundinformationen
Genossenschaftliches Wohnen hat in der Schweiz eine lange Tradition. Es bietet eine Alternative zum privaten Miet- oder Eigentumsmarkt. Genossenschaften sind oft gemeinnützig und verfolgen das Ziel, ihren Mitgliedern sicheren und preisgünstigen Wohnraum zu bieten. In Basel spielen sie eine wichtige Rolle bei der Sicherung von Wohnqualität und sozialer Durchmischung.
Öffentlicher Dialog im S AM
Ergänzend zur Ausstellung findet ein Diskussionsabend statt. Am 5. Februar von 18:30 bis 20:00 Uhr versammeln sich Teilnehmende des Wettbewerbs, die Jury und Vertreter der beteiligten Genossenschaften im S AM Schweizerisches Architekturmuseum. Der Abend im Steinberg 7, 4051 Basel, ist als offener Denkraum konzipiert.
Moderiert von Andreas Herbster, wird diskutiert, wie die Zukunft des genossenschaftlichen Wohnungsbaus in Basel konkret gestaltet werden kann. Dieser Dialog ist entscheidend, um die theoretischen Konzepte in die Praxis zu überführen. Es geht darum, gemeinsame Visionen zu entwickeln und konkrete Schritte für die Umsetzung zu definieren.
«Wir wollen nicht nur Ideen sammeln, sondern einen echten Dialog anstossen, der zu nachhaltigen Veränderungen führt», so ein Organisator des Wettbewerbs.
Die Veranstaltung bietet eine Plattform für den Austausch zwischen Experten, Genossenschaftsvertretern und der interessierten Öffentlichkeit. Es ist eine Chance, die Weichen für eine zukunftsfähige und sozial gerechte Wohnraumversorgung in Basel zu stellen.
Dokumentation und weitere Schritte
Eine umfassende Dokumentation des Ideenwettbewerbs ist bereits öffentlich zugänglich. Sie enthält die Beurteilungen aller 72 Open-Call-Eingaben und bietet detaillierte Einblicke in den gesamten Prozess. Diese Transparenz soll die Ergebnisse des Wettbewerbs für eine breitere Öffentlichkeit nutzbar machen.
Die Diskussion um die Transformation bestehender Strukturen und den Wandel im Wohnungsbau wird in Basel kontinuierlich geführt. Veranstaltungen wie die Schlusskritiken Bachelor und Master am FHNW Campus in Muttenz oder die Vernissage des Basler Wohngrundrissquartetts zeugen von einem aktiven Diskurs in der Architekturszene und der Stadtplanung.
Die Erkenntnisse aus diesem Wettbewerb sollen als Grundlage für zukünftige Projekte dienen. Das Ziel ist es, die Genossenschaften als wichtigen Akteur in der Basler Stadtentwicklung weiter zu stärken und innovative Lösungen für die Herausforderungen des Wohnungsmarktes zu finden.





