Die Basler Chemiebetriebe haben im Jahr 2025 die Risiken durch gefährliche Stoffe gut bewertet. Dies geht aus einem aktuellen Bericht hervor. Trotz dieser positiven Einschätzung der Eigenrisikobewertung gab es bei Kontrollen zur Störfallverordnung erhebliche Beanstandungen. Die Überprüfungen zeigten, dass es in einigen Bereichen noch Nachholbedarf gibt, insbesondere bei der betrieblichen Sicherheit und der Instandhaltung.
Wichtige Punkte
- 63 Aspekte wurden kontrolliert, 26 davon beanstandet.
- 56 Massnahmen wurden aufgrund der Mängel angeordnet oder vereinbart.
- Elf von 16 Kontrollen zeigten Mängel in der betrieblichen Sicherheit.
- Risikobewertungen der Betriebe waren nachvollziehbar und zeigten kein hohes Risiko.
- Mangelndes Sicherheitsmanagement und Outsourcing sind teilweise Ursachen der Beanstandungen.
Umfangreiche Kontrollen und deutliche Beanstandungen
Die Aufsichtsbehörden führten umfassende Kontrollen in den Chemiebetrieben der Region Basel durch. Insgesamt wurden 63 verschiedene Aspekte der Störfallverordnung geprüft. Das Ergebnis zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen der Selbsteinschätzung der Betriebe und den externen Kontrollbefunden.
Aus den Überprüfungen gingen 26 Beanstandungen hervor. Diese Mängel führten zur Anordnung von insgesamt 56 einzelnen Massnahmen. Diese Massnahmen umfassen Verbesserungen in verschiedenen Bereichen der betrieblichen Sicherheit und des Risikomanagements. Die Betriebe sind nun gefordert, diese Vorgaben umzusetzen und die festgestellten Schwachstellen zu beheben.
Faktencheck
- Anzahl kontrollierter Aspekte: 63
- Anzahl Beanstandungen: 26
- Anzahl angeordneter Massnahmen: 56
Mängel in der betrieblichen Sicherheit
Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die betriebliche Sicherheit. Bei elf von 16 Kontrollen wurden hier Mängel festgestellt. Dies bedeutet, dass in einem Grossteil der überprüften Betriebe die Sicherheitsvorkehrungen nicht den Anforderungen entsprachen. Solche Mängel können im Ernstfall schwerwiegende Folgen für die Belegschaft, die Bevölkerung und die Umwelt haben.
Besonders häufig gab es Beanstandungen im Bereich Instandhaltung, Wartung und Kontrollen. In neun von 16 Fällen wurden hier Defizite aufgedeckt. Eine regelmässige und sorgfältige Wartung von Anlagen und Geräten ist jedoch entscheidend, um Störfälle zu verhindern und die Sicherheit zu gewährleisten. Diese Ergebnisse zeigen, dass hier ein verstärkter Fokus auf präventive Massnahmen notwendig ist.
Die Einschätzungen der Betriebe, wonach schwere Schädigungen für die Bevölkerung und die Umwelt nicht zu erwarten sind oder das Risiko in einem tragbaren Bereich liegt, waren nachvollziehbar.
Positive Einschätzung der Risikoermittlungen
Trotz der Beanstandungen in der Umsetzung gibt es auch positive Nachrichten. Die von den Betrieben erstellten Kurzberichte und Risikoermittlungen wurden als gut befunden. Das Labor, welches die Auswertungen vornahm, stellte den Betrieben ein gutes Zeugnis aus. Die Einschätzungen der Unternehmen waren nachvollziehbar.
Demnach sind schwere Schädigungen für die Bevölkerung und die Umwelt nach aktuellem Stand nicht zu erwarten. Das Risiko liegt in einem tragbaren Bereich. Dies deutet darauf hin, dass die Betriebe ein Bewusstsein für potenzielle Gefahren haben und diese grundsätzlich korrekt bewerten. Die Herausforderung liegt jedoch in der konsequenten Umsetzung der notwendigen Sicherheitsmassnahmen.
Unterschiede bei der Eigenverantwortung
Der Bericht hebt hervor, dass es grosse Unterschiede in der Wahrnehmung der Eigenverantwortung durch die Betriebsinhaber gibt. Während einige Betriebe die Grundsätze der Störfallvorsorge ernst nehmen und umsetzen, gibt es andere, bei denen diese ungenügend beachtet werden. Diese Unterschiede in der Unternehmenskultur und im Sicherheitsbewusstsein sind besorgniserregend.
Einige der festgestellten Beanstandungen lassen sich auf ein unzureichendes Sicherheitsmanagement zurückführen. Zudem spielt das Outsourcing an Drittfirmen eine Rolle. Wenn externe Dienstleister für Wartungsarbeiten oder andere sicherheitsrelevante Aufgaben beauftragt werden, muss sichergestellt sein, dass diese dieselben hohen Standards erfüllen wie die Betriebe selbst. Hier scheint es in einigen Fällen an der nötigen Kontrolle oder Koordination zu mangeln.
Hintergrund zur Störfallverordnung
Die Störfallverordnung (StFV) in der Schweiz hat zum Ziel, die Bevölkerung und die Umwelt vor schwerwiegenden Schäden zu schützen, die durch Störfälle in Betrieben entstehen können. Sie verpflichtet Unternehmen, die mit gefährlichen Stoffen umgehen, umfassende Sicherheitsmassnahmen zu treffen, Risiken zu bewerten und Notfallpläne zu erstellen. Regelmässige Kontrollen durch die Behörden stellen die Einhaltung dieser Vorschriften sicher.
Ausblick und notwendige Schritte
Die Basler Chemiebranche ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region. Die Sicherheit in diesen Betrieben hat jedoch oberste Priorität. Die aktuellen Kontrollergebnisse zeigen, dass kontinuierliche Anstrengungen erforderlich sind, um die Sicherheitsstandards auf höchstem Niveau zu halten. Die festgestellten Mängel müssen zügig behoben werden, um potenzielle Risiken weiter zu minimieren.
Es ist entscheidend, dass die Betriebe aus den Beanstandungen lernen und ihre Prozesse entsprechend anpassen. Ein verbessertes Sicherheitsmanagement und eine engere Überwachung von Outsourcing-Partnern sind dabei zentrale Punkte. Die Behörden werden die Umsetzung der angeordneten Massnahmen eng begleiten und weitere Kontrollen durchführen, um die Einhaltung der Vorschriften sicherzustellen. Nur so kann das Vertrauen in die Sicherheit der Basler Chemiebetriebe langfristig gewährleistet werden.





