Die Schweizer Armee bereitet sich auf eine umfassende Grossübung namens Conex 26 vor. Diese findet vom 1. bis 28. Juni in der Region Basel statt. Rund 3500 Armeeangehörige sollen dabei die Verteidigungsfähigkeit des Landes trainieren. Ein besonderer Fokus liegt auf urbanen Gebieten und den kritischen Infrastrukturen der Nordwestschweiz.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Schweizer Armee führt vom 1. bis 28. Juni 2026 die Grossübung Conex 26 durch.
- Rund 3500 Armeeangehörige nehmen an der Übung in der Region Basel teil.
- Schwerpunkte sind die Verteidigung in überbauten Gebieten, Grenzregionen und Rheinhäfen.
- Eine Mobilmachung wird ebenfalls trainiert.
- Politiker fordern bereits jetzt mehr Transparenz von den Behörden.
Verteidigung in urbanen Gebieten im Fokus
Die Übung Conex 26 konzentriert sich auf die Vorbereitung der Abwehr einer hypothetischen Gegenseite auf eigenem Boden. Obwohl derzeit keine direkte grenzüberschreitende Bedrohung besteht, sehen die Planer Anzeichen, dass Konflikte im Ausland auch die Schweiz beeinflussen könnten. Dies betrifft Auseinandersetzungen unter- und oberhalb der Kriegsschwelle.
Die Wahl der Region Basel ist strategisch. Sie umfasst dicht besiedelte Gebiete und wichtige Infrastrukturen. Die letzte Grossübung dieser Art, Conex 15, fand vor elf Jahren statt. Die aktuellen Szenarien berücksichtigen moderne Bedrohungsbilder und die Notwendigkeit, flexibel auf verschiedene Situationen reagieren zu können.
Fakten zur Übung Conex 26
- Teilnehmerzahl: 3500 Schweizer Armeeangehörige
- Dauer: 1. bis 28. Juni 2026
- Region: Basel-Landschaft und Aargau
- Schwerpunkte: Juraübergänge, Grenze, Rheinhäfen
- Besonderheit: Training der Verteidigung in urbanen Gebieten
Drei zentrale Übungsarenen
Die Armee hat für Conex 26 drei spezifische «Arenen» definiert, in denen die Übungen stattfinden werden. Diese Areale sind entscheidend für die Verteidigungsstrategie der Schweiz. Erstens werden die Juraübergänge eine Rolle spielen. Sie sind wichtige Verbindungsachsen und potenzielle Angriffsrouten.
Zweitens steht die Grenze im Fokus. Hier geht es um die Sicherung des Territoriums und die Abwehr von Eindringlingen. Drittens sind die Rheinhäfen von grosser Bedeutung. Als zentrale Logistikknotenpunkte sind sie essenziell für die Versorgung und müssen geschützt werden.
«Der Einsatz zielt auf die Vorbereitung der Abwehr einer Gegenseite auf eigenem Boden ab», heisst es in den vorliegenden Unterlagen zur Übung.
Neben diesen geografischen Schwerpunkten wird auch eine Mobilmachung geübt. Dies stellt sicher, dass die Armee im Ernstfall schnell und effizient reagieren kann. Die Fähigkeit zur raschen Mobilisierung ist ein Grundpfeiler der Schweizer Verteidigungsdoktrin.
Forderungen nach Transparenz
Obwohl die Übung umfassend geplant ist, wurde sie bisher nicht offiziell angekündigt. Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat auf Anfrage keine Auskünfte erteilt. Die Kantone Basel-Landschaft und Aargau bestätigten jedoch, über die Übung informiert worden zu sein.
Die Bevölkerung soll nach Abschluss der Planungen zu Conex 26 informiert werden. Dies sorgt bereits jetzt für Diskussionen in der Politik. Franziska Stier, Grossrätin der Partei Basta in Basel, hat eine Interpellation bei der Basler Regierung eingereicht. Sie fordert mehr Transparenz von den Behörden.
Hintergrund: Interpellation
Eine Interpellation ist ein parlamentarisches Instrument, mit dem Abgeordnete von der Regierung Auskunft über bestimmte Sachverhalte verlangen können. Sie dient der Kontrolle der Exekutive und der Sicherstellung von Transparenz in politischen Prozessen.
Stier zeigte sich überrascht, dass die Basler Behörden offenbar nicht umfassend informiert waren. Sie betont die Dringlichkeit der Situation, da der Juni nicht mehr weit entfernt ist. Eine frühzeitige und offene Kommunikation wird von Politikern und Teilen der Bevölkerung als wichtig erachtet, um Verständnis und Akzeptanz für solche grossen Übungen zu schaffen.
Regionale Auswirkungen und Vorbereitung
Die Grossübung wird voraussichtlich Auswirkungen auf den Alltag in den betroffenen Regionen haben. Dazu gehören möglicherweise temporäre Strassensperrungen, erhöhte Militärpräsenz und Lärmemissionen. Die genauen Details hierzu werden erst nach der offiziellen Ankündigung bekannt gegeben. Die Kantone und Gemeinden müssen sich auf diese Einschränkungen vorbereiten und die Bevölkerung entsprechend informieren.
Die Zusammenarbeit zwischen Armee und zivilen Behörden ist dabei entscheidend. Sie stellt sicher, dass die Übung reibungslos abläuft und die Beeinträchtigungen für die Bevölkerung minimiert werden. Solche Übungen sind ein wichtiger Bestandteil der nationalen Sicherheitsstrategie und dienen der Aufrechterhaltung der Verteidigungsbereitschaft der Schweiz.
Blick in die Zukunft
Die Ergebnisse von Conex 26 werden voraussichtlich in zukünftige Verteidigungsstrategien einfliessen. Sie helfen der Schweizer Armee, ihre Fähigkeiten zu bewerten und gegebenenfalls anzupassen. Die moderne Kriegsführung erfordert eine ständige Anpassung an neue Technologien und Taktiken. Das Training in überbauten Gebieten ist ein Beispiel dafür, wie die Armee auf aktuelle Herausforderungen reagiert.
Die Armee betont, dass solche Übungen notwendig sind, um die Sicherheit des Landes zu gewährleisten. Sie tragen dazu bei, dass die Schweiz auch in einem sich wandelnden internationalen Umfeld handlungsfähig bleibt. Die Bevölkerung wird gebeten, Verständnis für die Massnahmen während der Übung aufzubringen.





