In Basel verwandeln sich öffentliche Brunnen in den Wintermonaten in beheizte Badeoasen. Das Kollektiv «Brunnen gehn» nutzt Holzöfen, um das Wasser auf angenehme 39 Grad Celsius zu erwärmen. Diese ungewöhnliche Initiative schafft einen einzigartigen Begegnungsraum und zieht bei eisigen Temperaturen zahlreiche Besucher an, die ein warmes Bad im Freien geniessen möchten.
Wichtigste Punkte
- Öffentliche Brunnen in Basel werden im Winter beheizt.
- Das Kollektiv «Brunnen gehn» organisiert die Aktion.
- Das Wasser erreicht eine Temperatur von 39 Grad Celsius.
- Die Initiative schafft einen warmen Treffpunkt für die Gemeinschaft.
- Teilnahme ist kostenlos, eine freiwillige Kollekte wird gesammelt.
Einzigartiges Badeerlebnis in der Basler Kälte
Stellen Sie sich vor: Draussen herrschen Minusgrade, Schnee fällt, und dennoch tauchen Menschen in einem öffentlichen Brunnen in warmes Wasser ein. Dieses Bild ist in Basel seit 2016 Realität. Das Kollektiv «Brunnen gehn» hat es sich zur Aufgabe gemacht, ausgewählte Stadtbrunnen in den kältesten Monaten zu beheizen. Diese Initiative bietet den Baslern eine besondere Möglichkeit, der Winterkälte zu entfliehen und gleichzeitig Gemeinschaft zu erleben.
Die Aktion startete kürzlich am Basler Gelpke-Brunnen. Bei minus 4 Grad Lufttemperatur tummelten sich Badegäste im 39 Grad warmen Wasser. Die Organisatoren nutzen dafür einen mobilen Holzofen, der vor Ort aufgebaut wird. Dieser Aufwand ist beträchtlich, doch das Ergebnis ist ein unvergessliches Erlebnis für die Teilnehmenden.
Faktencheck
- Startjahr: Das Kollektiv «Brunnen gehn» wurde 2016 gegründet.
- Wassertemperatur: Die Brunnen werden auf 39 Grad Celsius erwärmt.
- Transport: Das gesamte Material wird mit drei Anhängern per Fahrrad transportiert.
- Kosten: Das Angebot ist kostenlos, basiert aber auf freiwilligen Spenden.
Hinter den Kulissen: Organisation und Aufwand
Die Logistik hinter dem «Brunnen gehn» ist beeindruckend. Benedikt, seit 2018 Teil des Teams, erklärt, dass sie das benötigte Material mit drei Anhängern zu den jeweiligen Brunnen transportieren. Innerhalb der Stadt Basel erfolgt dies ausschliesslich mit dem Fahrrad. Ein Team von drei Personen ist notwendig, um alles vorzubereiten und zu betreuen. Der Transport des Holzes stellt dabei die grösste Herausforderung dar.
Für grössere Brunnen wie den Gelpke-Brunnen ist eine erhebliche Menge Brennholz erforderlich. Kleinere Brunnen benötigen immer noch etwa drei bis vier Säcke Holz. Der gesamte Aufbau inklusive Ofen, Dusche und Umkleidekabine muss jedes Mal neu errichtet und wieder abgebaut werden. Dieser Einsatz ist rein ehrenamtlich und wird von der Begeisterung der Gemeinschaft getragen.
«Unser Ziel ist es, auch in der kalten Jahreszeit einen Begegnungsraum zu schaffen. Wir haben eine freiwillige Kollekte, weil unser Angebot allen offenstehen soll.»
Regeln für das gemeinsame Badevergnügen
Damit das ungewöhnliche Badeerlebnis für alle angenehm und sicher bleibt, hat das Team klare Baderegeln aufgestellt. Eine transportable Dusche sowie ein Fussbad stehen vor Ort bereit und müssen von allen Gästen genutzt werden. Badekleidung ist obligatorisch. Eine mobile Umkleidekabine wird ebenfalls bereitgestellt, um Privatsphäre zu gewährleisten.
Der Konsum von Alkohol und Zigaretten ist im Brunnen nicht gestattet. Diese Regelung hat sich bewährt, um eine entspannte Atmosphäre für alle zu schaffen. Bisher gab es keine grösseren Probleme, da sich die Besucher an die Vorgaben halten.
Hintergrund der Initiative
Das Kollektiv «Brunnen gehn» entstand aus dem Wunsch heraus, öffentliche Räume auch im Winter nutzbar zu machen. Die Idee, Brunnen zu beheizen, schafft nicht nur eine Wärmequelle, sondern fördert auch den sozialen Austausch. Es ist ein Experiment im urbanen Raum, das zeigt, wie einfache Mittel innovative Gemeinschaftserlebnisse schaffen können.
Grosse Resonanz und positive Rückmeldungen
Das Angebot des «Brunnen gehn» erfreut sich grosser Beliebtheit. Schon vor Beginn der offiziellen Badezeit warten oft die ersten Besucher. Manchmal ist der Andrang so gross, dass die Badegäste etwas länger auf ihren Platz im warmen Wasser warten müssen. Familien mit Kindern, Freundesgruppen und Paare – alle sind willkommen und geniessen die besondere Atmosphäre.
Thomas, ein Erstbesucher, zeigte sich begeistert: «Ich fand es wirklich super. Genial.» Er und sein Kollege Florian hatten bereits von Freunden von der Aktion gehört und sich entschlossen, das ungewöhnliche Bade-Event selbst auszuprobieren. Solche positiven Rückmeldungen bestärken das Kollektiv in seinem Engagement. Das «Brunnen gehn» hat sich zu einem festen Bestandteil des Basler Winterlebens entwickelt, der Freude und Wärme in die kalte Jahreszeit bringt.
Die Initiative ist ein Beispiel dafür, wie bürgerschaftliches Engagement den öffentlichen Raum neu beleben kann. Es schafft nicht nur eine Attraktion, sondern stärkt auch das Gemeinschaftsgefühl in der Stadt. Die Einfachheit der Idee und die sorgfältige Umsetzung machen das «Brunnen gehn» zu einem Erfolg.





