Ein Schweizer Hilfsverein hat seit Kriegsbeginn 32 Feuerwehr- und Sanitätsfahrzeuge sowie umfangreiches Rettungsmaterial in die Ukraine geliefert. Die jüngste Lieferung von zehn Fahrzeugen ist seit gestern auf dem Weg in das Kriegsgebiet. Das Ziel ist, die dortigen Rettungsstrukturen gezielt zu stärken und den Menschen in Not direkte Hilfe zukommen zu lassen.
Wichtige Fakten
- 32 Fahrzeuge (Feuerwehr, Sanität, Transport) wurden in die Ukraine überführt.
- Der Verein «Hilfe für die Ukraine 8484» organisiert die Transporte.
- Fahrzeuge und Material stammen von Schweizer Feuerwehren und Spendern.
- Ein aktueller Konvoi mit zehn Fahrzeugen ist unterwegs.
- Der Verein bietet vor Ort auch Ausbildung für Rettungskräfte an.
Direkte Unterstützung für Rettungsdienste
Der Verein «Hilfe für die Ukraine 8484» wurde kurz nach dem russischen Angriff vor vier Jahren gegründet. Gärtnermeister Andreas Bärtschi aus Weisslingen erkannte die dringende Notwendigkeit, der Bevölkerung im Kriegsgebiet beizustehen. Er sagte sich: «Zusehen geht nicht, es braucht Unterstützung für die Ukraine.»
Seitdem arbeitet der Verein daran, mit Spendengeldern oder gestifteten Fahrzeugen und Material zu helfen. Dazu gehören Sanitätsfahrzeuge, Tanklöschfahrzeuge, Transport- und Einsatzfahrzeuge sowie Rettungsfahrzeuge. Die Lieferung umfasst auch wichtige Ausrüstung wie Atemgeräte, Schutzkleidung und Helme.
Zahlen zur Hilfe
- Bisher wurden 22 Fahrzeuge in sieben Fahrten überführt.
- Ein weiterer Konvoi mit zehn Fahrzeugen startete kürzlich.
- Insgesamt sind damit 32 Fahrzeuge in der Ukraine angekommen oder auf dem Weg.
- Die Fahrten sind jeweils rund 2000 Kilometer lang.
Engagement aus der Region Basel
Nicolas Dolder, Winzer aus Aesch, und Thomas Kessler, Berater in Migration, Sicherheit und Stadtentwicklung, engagieren sich massgeblich im Verein. Sie konnten ausrangierte Fahrzeuge von Feuerwehren aus der Region Basel zu günstigen Konditionen erwerben oder als Spenden erhalten. Besonders hervorzuheben sind sechs Transporter, die der Kanton Basel-Stadt gespendet hat.
Ein grosser Teil der benötigten Ausrüstung wie Rettungsmaterial, Maschinen und Schutzkleidung wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Auch Feuerwehren und Rettungsdienste aus anderen Kantonen wie Aargau, Bern, Solothurn, Zug und Zürich beteiligen sich mit Materialspenden.
«Eine sorgfältige Organisation ist zentral, damit die Hilfe die grösstmögliche Wirkung entfaltet.» – Thomas Kessler, Vereinsmitglied
Logistik und Sicherheit der Transporte
Die Planung der Fahrten in die Ukraine übernimmt Vereinspräsident Andreas Bärtschi. Er koordiniert die Transporte eng mit der Organisation «Swiss for Ukraine» und den Schweizer Behörden, insbesondere mit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), die für humanitäre Hilfe zuständig ist. Die Risiken während der langen Reisen sollen so weit wie möglich minimiert werden.
Nicolas Dolder ist selbst als Fahrer aktiv und beteiligt sich an den Konvois. Die Vereinsmitglieder legen grossen Wert darauf, die Fahrzeuge und das Material persönlich zu übergeben. Freiwillige aus der Ukraine mit Ortskenntnissen unterstützen die Schweizer Teams bei der Übergabe vor Ort.
Hintergrund der Hilfsaktion
Der Krieg in der Ukraine hat weitreichende Zerstörungen verursacht und die Infrastruktur des Landes stark beschädigt. Besonders Rettungsdienste, Feuerwehren und medizinische Einrichtungen sind auf funktionierende Fahrzeuge und moderne Ausrüstung angewiesen. Schweizer Hilfsorganisationen leisten einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung dieser essenziellen Dienste.
Ausbildung und nachhaltige Hilfe
Der Verein beschränkt sich nicht nur auf die Lieferung von Material. Vor Ort in der Ukraine bietet er auch Ausbildung und Instruktion für die lokalen Rettungskräfte an. Dies stellt sicher, dass die gespendete Ausrüstung effektiv und sicher eingesetzt werden kann. Die Fahrzeuge und das Material werden direkt an professionelle Feuerwehren und Sanitätseinheiten geliefert, um maximale Wirkung zu erzielen.
Die bisherigen Überführungen von Fahrzeugen und Material verliefen reibungslos, was die Bedeutung der sorgfältigen Planung unterstreicht. Trotz der bisherigen Erfolge weisen Thomas Kessler und Nicolas Dolder darauf hin, dass weitere Spenden dringend benötigt werden. Es werden sowohl Fahrzeuge und Material als auch finanzielle Mittel benötigt. Alle gelieferten Güter müssen dabei einsatzfähig sein.
Wie man helfen kann
- Fahrzeuge spenden: Ausrangierte, aber funktionstüchtige Feuerwehr-, Sanitäts- oder Transportfahrzeuge.
- Material spenden: Rettungsmaterial, Atemgeräte, Schutzkleidung, Helme und andere Ausrüstung.
- Geld spenden: Finanzielle Mittel zur Deckung von Transportkosten und zum Ankauf von dringend benötigtem Material.
Die Solidarität aus der Schweiz bleibt ein wichtiger Pfeiler für die Unterstützung der Menschen in der Ukraine.





