Im Sommer 2024 kehrten 42 menschliche Gebeine und fast 50 Objekte aus Basler Museumssammlungen in ihr Heimatland Sri Lanka zurück. Ein historisches Restitutionsabkommen machte dies möglich. Der Dokumentarfilm «Elephants & Squirrels» beleuchtet diesen Rückführungsprozess.
Wichtige Punkte
- 42 menschliche Gebeine und fast 50 Objekte wurden aus Basel nach Sri Lanka restituiert.
- Das Abkommen wurde im Sommer 2024 im Basler Rathaus unterzeichnet.
- Eine Delegation der indigenen Gruppe der Veddah aus Sri Lanka war anwesend.
- Der Film «Elephants & Squirrels» dokumentiert diesen Prozess aus Sicht einer Künstlerin.
- Die Gebeine und Objekte gelangten im 19. Jahrhundert nach Basel.
Historisches Abkommen im Basler Rathaus
Im Sommer 2024 wurde in Basel ein bedeutendes Abkommen unterzeichnet. Basels Regierungspräsident Conradin Cramer traf sich mit einer Delegation der indigenen Gruppe der Veddah, auch Adivasi genannt, aus Sri Lanka. Dieses Treffen fand im Basler Rathaus statt und markierte einen wichtigen Schritt in der Restitutionsgeschichte.
Das Abkommen betraf die Rückführung von 42 menschlichen Gebeinen und fast 50 Objekten. Diese Artefakte waren im 19. Jahrhundert aus dem damaligen Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, nach Basel gelangt. Sie wurden in Kisten verpackt und für die lange Reise vorbereitet.
Zahlen und Fakten zur Rückführung
- Anzahl Gebeine: 42
- Anzahl Objekte: Knapp 50
- Zeitpunkt der Rückführung: Sommer 2024
- Ursprungsland: Sri Lanka (ehemals Ceylon)
- Zeitraum der Entnahme: 19. Jahrhundert
Der Weg der Gebeine nach Basel
Die Geschichte, wie diese menschlichen Überreste und Objekte nach Basel kamen, ist komplex. Sie spiegelt die Praktiken des 19. Jahrhunderts wider, als europäische Sammler und Forscher weltweit Artefakte und menschliche Überreste erwarben oder entnahmen. Viele dieser Sammlungen landeten in europäischen Museen, oft unter fragwürdigen Umständen.
Der Dokumentarfilm «Elephants & Squirrels» beleuchtet diese Vergangenheit. Er erzählt die Geschichte aus der Perspektive einer Künstlerin aus Sri Lanka. Sie verfolgt, wie die Gebeine und Objekte ihren Weg nach Basel fanden und wie sie schliesslich zurückgeführt wurden.
«Die Rückgabe dieser Gebeine und Objekte ist ein wichtiger Schritt zur Anerkennung und Heilung historischer Ungerechtigkeiten. Es ist ein Zeichen des Respekts vor der Kultur und Geschichte Sri Lankas.»
«Elephants & Squirrels»: Ein Film über Restitution
Der Basler Filmemacher und Fotograf Gregor Brändli hat den Dokumentarfilm «Elephants & Squirrels» realisiert. Der Film begleitet die aus Sri Lanka stammende Künstlerin Deneth Piumakshi Veda Arachchige. Sie spielt eine zentrale Rolle in der Mission der Restitution.
Im Film trifft die Künstlerin in einem Basler Museum auf eine lebensgrosse Puppe. Diese Puppe soll eine ihrer Ahninnen darstellen. Diese Szene verdeutlicht die persönliche Dimension der Rückführung und die tiefe Verbindung der Künstlerin zu ihrer Herkunft.
Was ist Restitution?
Restitution bezeichnet die Rückgabe von Kulturgütern, menschlichen Überresten oder anderen Objekten an ihr Herkunftsland oder ihre ursprünglichen Eigentümer. Oft geht es dabei um Objekte, die während Kolonialzeiten oder Kriegen unrechtmässig erworben wurden. Restitution ist ein wichtiger Teil der Aufarbeitung von Kolonialgeschichte und der Förderung kultureller Gerechtigkeit.
Bedeutung für die Veddah-Gemeinschaft
Für die indigene Gruppe der Veddah oder Adivasi in Sri Lanka hat die Rückführung eine grosse Bedeutung. Es ist nicht nur die Rückgabe von Objekten, sondern auch die Rückkehr von Vorfahren. Dies trägt zur Wiederherstellung kultureller Identität und spiritueller Verbundenheit bei.
Die Veddah sind eine der ältesten indigenen Gruppen Sri Lankas. Ihre Kultur und Traditionen sind eng mit dem Land und ihren Vorfahren verbunden. Die Rückführung der Gebeine ist ein Akt der Anerkennung ihrer Geschichte und ihres Erbes.
Schweizer Premiere des Films
Der Dokumentarfilm «Elephants & Squirrels» feierte seine Schweizer Premiere an den Solothurner Filmtagen. Dies ermöglichte einem breiten Publikum, die Geschichte der Rückführung und ihre Bedeutung zu verstehen. Der Film trägt dazu bei, das Bewusstsein für Restitutionsfragen zu schärfen und den Dialog darüber zu fördern.
Solche Filme sind wichtig, um historische Ungerechtigkeiten sichtbar zu machen und den Prozess der Wiedergutmachung zu begleiten. Sie zeigen, dass Museen und Regierungen weltweit zunehmend Verantwortung für ihre Sammlungen übernehmen.
Globale Entwicklung der Restitution
Die Rückführung von Kulturgütern und menschlichen Überresten ist ein globales Thema. Viele Länder arbeiten daran, Sammlungen, die unter kolonialen Bedingungen erworben wurden, an ihre Herkunftsländer zurückzugeben. Dieser Trend spiegelt ein wachsendes Verständnis für die Bedeutung kultureller Selbstbestimmung und historischer Gerechtigkeit wider.
Basel hat mit diesem Abkommen ein wichtiges Zeichen gesetzt. Es zeigt, dass die Schweiz bereit ist, sich ihrer historischen Verantwortung zu stellen. Diese Entwicklung ist Teil eines breiteren Wandels in der Museumswelt und der Geschichtswissenschaft.
- Internationale Zusammenarbeit: Regierungen und Museen weltweit arbeiten enger zusammen.
- Ethische Verantwortung: Ein verstärktes Bewusstsein für die ethische Verantwortung von Sammlungen.
- Kultureller Dialog: Förderung des Dialogs zwischen ehemaligen Kolonialmächten und Herkunftsländern.
Die Geschichte der Rückführung aus Basel nach Sri Lanka ist ein Beispiel dafür, wie dieser Prozess in der Praxis aussehen kann. Sie ist ein Beitrag zur Versöhnung und zur Stärkung der Beziehungen zwischen verschiedenen Kulturen.





