Basel-Stadt plant in den kommenden vier Jahren eine Investition von 1,3 Millionen Franken. Diese Mittel sind für die Prävention von sexualisierter Gewalt an Volksschulen vorgesehen. Das Hauptziel ist, Kinder und Jugendliche umfassend für dieses sensible Thema zu sensibilisieren und ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, um sich selbst zu schützen.
Wichtige Punkte
- 1,3 Millionen Franken für Prävention sexualisierter Gewalt an Basler Schulen.
- Jährliche Investition von 325'000 Franken von 2026 bis 2029.
- Einführung von zwei neuen obligatorischen Programmen: «Die grosse Nein-Tonne» und «Herzsprung».
- Ausbau des bestehenden Programms «Mein Körper gehört mir!» mit Vertiefungsangeboten.
- Schulung von Lehrpersonen zur Früherkennung von Warnsignalen.
Umfassendes Präventionspaket für Volksschulen
Die Basler Regierung hatte bereits im Februar des vergangenen Jahres angekündigt, ein weitreichendes Präventionspaket zu erarbeiten. Dies geschah als Reaktion auf zwei politische Vorstösse. Diese forderten verbindliche Präventionsangebote gegen häusliche und sexualisierte Gewalt für Primar- und Sekundarschulen.
Nun nimmt ein zentraler Bestandteil dieses Vorhabens konkrete Formen an. Die Bildungs- und Kulturkommission (BKK) des Grossen Rates hat eine Ausgabenbewilligung von insgesamt 1,3 Millionen Franken für die Jahre 2026 bis 2029 befürwortet. Dies bedeutet, dass jährlich 325'000 Franken in zusätzliche Präventionsprogramme fliessen werden.
Faktencheck
- Gesamtinvestition: 1,3 Millionen Franken
- Zeitraum: 2026 bis 2029
- Jährliche Kosten: 325'000 Franken für neue Programme
Neue Programme starten in Basler Schulen
Das Präventionspaket beinhaltet die Einführung von zwei neuen, obligatorischen Programmen. Eines davon ist «Die grosse Nein-Tonne». Das zweite neue Programm heisst «Herzsprung – Freundschaft, Liebe und Sexualität ohne Gewalt». Parallel dazu wird das bereits etablierte Programm «Mein Körper gehört mir!» erweitert. Es erhält zusätzliche Vertiefungsveranstaltungen.
Das Hauptziel dieser Massnahmen ist es, Schülerinnen und Schüler altersgerecht und über ihre gesamte Schulzeit hinweg für das Thema sexualisierte Gewalt zu sensibilisieren. Sie sollen lernen, ihre eigenen Grenzen zu erkennen und im Bedarfsfall Hilfe zu suchen.
Konkrete Umsetzung und Partner
Die Durchführung des Programms «Die grosse Nein-Tonne» sowie der Vertiefungsangebote übernimmt der gemeinnützige Verein Theater Vitamin A. Das Programm «Herzsprung» wird durch die Schulsozialarbeit umgesetzt. Diese Aufteilung stellt sicher, dass die Inhalte von erfahrenen Fachkräften vermittelt werden.
Die geplanten jährlichen Kosten für die einzelnen Programme sind klar definiert. Für «Die grosse Nein-Tonne» sind 60'000 Franken vorgesehen. Die Vertiefungsmodule erhalten 90'000 Franken. Das Programm «Herzsprung» wird mit 175'000 Franken unterstützt.
„Kinder und Jugendliche müssen lernen, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und den Unterschied zwischen angemessenen und unangenehmen Berührungen zu erkennen. Nur so können sie im Ernstfall Unterstützung suchen.“
Hintergrund: Hohe Dunkelziffer und steigende Delikte
Bereits im Jahr 2023 hatte die Regierung in ihrer Stellungnahme zu einer Motion der ehemaligen Grossrätin Karin Sartorius auf die hohe Dunkelziffer bei sexualisierter Gewalt hingewiesen. Die Realität zeigt, dass ein erheblicher Teil der Fälle nicht gemeldet wird.
Studien belegen die Dringlichkeit dieser Präventionsmassnahmen. Mindestens jede fünfte Frau in der Schweiz hat ungewollte sexuelle Handlungen erlebt. Etwa jedes siebte Kind ist von sexualisierter Gewalt mit Körperkontakt betroffen. Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmass des Problems in der Gesellschaft.
Hintergrundinformationen
Die Regierung reagierte auf politische Vorstösse, die mehr Prävention gegen häusliche und sexualisierte Gewalt an Schulen forderten. Die zunehmende Digitalisierung und Nutzung sozialer Medien birgt zusätzliche Risiken für Kinder und Jugendliche, was die Notwendigkeit solcher Programme verstärkt.
Zunehmende Risiken durch Digitalisierung
Die registrierten Sexual- und Cyber-Sexualdelikte zeigen seit Jahren einen kontinuierlichen Anstieg. Mit der fortschreitenden Digitalisierung und der verstärkten Nutzung sozialer Medien entstehen zusätzliche Risiken für Kinder und Jugendliche. Die neuen Programme sollen auch diesen modernen Herausforderungen begegnen.
Neben der Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler wird ein weiterer wichtiger Schritt unternommen: Lehrpersonen werden geschult. Diese Schulungen sollen ihnen helfen, Warnsignale frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Schülern, Lehrern und Schulsozialarbeit ist entscheidend für den Erfolg der Präventionsarbeit.
Zustimmung der Kommission und nächste Schritte
Die Bildungs- und Kulturkommission empfiehlt dem Grossen Rat, die Ausgabenbewilligung zu genehmigen. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Umsetzung der Massnahmen. Der Grosse Rat wird sich voraussichtlich in seiner Aprilsession mit dem Geschäft befassen. Eine Zustimmung wird erwartet, um die dringend benötigten Präventionsprogramme starten zu können.
Diese Investitionen sind ein klares Signal der Stadt Basel, den Schutz von Kindern und Jugendlichen ernst zu nehmen. Sie unterstreichen die Bedeutung einer frühen und umfassenden Aufklärung, um das Bewusstsein zu schärfen und Betroffenen zu helfen.





