Ein seltener Fund am Centralbahnplatz sorgt für Aufsehen in der Fachwelt: Erstmals wurde eine Alpenfledermaus im Kanton Basel-Stadt offiziell bestätigt. Das verletzte Tier wurde im August aufgefunden und konnte nach erfolgreicher Pflege wieder in die Freiheit entlassen werden. Mit diesem Nachweis steigt die Zahl der im Kanton bekannten Fledermausarten auf 23.
Das Wichtigste in Kürze
- Erster offizieller Nachweis einer Alpenfledermaus im Kanton Basel-Stadt.
- Das Tier wurde im August verletzt am Centralbahnplatz gefunden.
- Nach Pflege in einer Notpflegestelle wurde die Fledermaus wieder freigelassen.
- Die Artenvielfalt im Kanton erhöht sich damit auf 23 der 30 in der Schweiz heimischen Fledermausarten.
- Der Fund unterstreicht die Bedeutung von Meldungen aus der Bevölkerung für den Artenschutz.
Ein überraschender Patient am Bahnhof
Mitten im urbanen Treiben des Basler Centralbahnplatzes wurde im August ein ungewöhnlicher Passant entdeckt. Ein kleines, verletztes Tier entpuppte sich als eine Sensation für die lokale Fauna: eine Alpenfledermaus. Es handelt sich um den ersten dokumentierten Fund dieser Art im gesamten Kantonsgebiet von Basel-Stadt.
Das Tier wurde umgehend zur Notpflegestelle für Fledermäuse gebracht. Dort übernahmen Spezialisten die Versorgung und die genaue Bestimmung der Art. Wie das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) am Mittwoch mitteilte, konnte die Fledermaus vollständig genesen.
Erfolgreiche Pflege und Freilassung
Nachdem das Tier wieder zu Kräften gekommen war, wurde es in der Nähe seines Fundortes wieder in die Freiheit entlassen. Dieser Fall zeigt exemplarisch, wie wichtig die Aufmerksamkeit und die Mithilfe der Bevölkerung für den Tierschutz und die wissenschaftliche Erfassung sind. Ohne die Meldung des Finders wäre dieser bedeutende Nachweis unentdeckt geblieben.
Das Beispiel zeige deutlich, wie wichtig Fundmeldungen seien, betonte ein Sprecher des Bau- und Verkehrsdepartements. Jede Beobachtung kann wertvolle Informationen über die Verbreitung und den Zustand von Wildtierpopulationen liefern.
Interessanterweise folgt dieser Fund auf eine ähnliche Entdeckung im Nachbarkanton. Bereits einen Monat zuvor, im Juli, wurde auch in Baselland zum ersten Mal eine Alpenfledermaus identifiziert.
Artenvielfalt in Basel
Mit der Alpenfledermaus zählt der Kanton Basel-Stadt nun 23 der 30 in der Schweiz vorkommenden Fledermausarten. Dies ist ein bemerkenswerter Wert für ein städtisch geprägtes Gebiet und unterstreicht die ökologische Bedeutung der Region.
Ein Hoffnungsschimmer für bedrohte Arten
Der Nachweis der Alpenfledermaus wird von Experten als „sehr erfreulich“ bewertet. Viele Fledermausarten stehen in der Schweiz stark unter Druck. Ein grosser Teil der 30 heimischen Arten gilt als gefährdet. Einige wurden seit der Jahrtausendwende im Kanton Basel-Stadt nicht mehr gesichtet, was die Sorge um ihren Bestand verstärkt.
Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig und oft menschengemacht. Besonders im urbanen Raum kämpfen die nachtaktiven Jäger mit grossen Herausforderungen.
Herausforderungen im städtischen Lebensraum
Fledermäuse sind auf spezifische Lebensbedingungen angewiesen. Der Verlust von geeigneten Unterschlüpfen durch Gebäudesanierungen und die zunehmende Lichtverschmutzung sind die grössten Bedrohungen. Helle Nächte stören ihren Orientierungssinn und erschweren die Jagd nach Insekten.
Dunkelheit als Lebensgrundlage
Auch in einer Grossstadt wie Basel sind Fledermäuse auf dunkle Lebensräume angewiesen, um zu überleben. Sie nutzen unbeleuchtete Korridore, um sich zwischen ihren Schlafquartieren und ihren Jagdgebieten zu bewegen. Solche Routen sind für die Tiere überlebenswichtig.
Zu diesen wichtigen Strukturen gehören:
- Baumalleen: Dichte Baumkronen bieten Schutz und Dunkelheit.
- Unbeleuchtete Häuserzeilen: Sie fungieren als Leitlinien auf dem Weg zu Parks oder Gewässern.
- Parkanlagen und Friedhöfe: Diese Grünflächen sind oft wichtige Jagdgebiete mit hohem Insektenaufkommen.
Der Schutz und die Schaffung solcher Dunkelkorridore sind entscheidende Massnahmen, um die Fledermauspopulationen in der Stadt zu erhalten und zu fördern. Der überraschende Fund der Alpenfledermaus am Centralbahnplatz ist somit nicht nur eine erfreuliche Nachricht, sondern auch ein klarer Auftrag, die Lebensbedingungen für diese faszinierenden Tiere weiter zu verbessern.





