Basel-Stadt hat ein einjähriges Pilotprojekt zur Abfallsammlung mit Unterflurcontainern im Bachletten-Quartier begonnen. Ab sofort entsorgen Bewohner ihre Abfälle dort täglich und getrennt in farbigen Säcken. Dieses System soll die Sauberkeit im Quartier verbessern und die Effizienz der Abfallentsorgung testen.
Wichtige Punkte
- Einjähriger Pilotversuch im Bachletten-Quartier mit Unterflurcontainern.
- Tägliche und getrennte Entsorgung von Bioabfall, Kunststoff/Getränkekartons und Restmüll.
- 19 Standorte mit Unterflurcontainern im Testgebiet.
- Keine Abfallsammlung mehr ab dem Trottoir während des Versuchs.
- Ziel ist die Bewertung der ökologischen und ökonomischen Vorteile für eine mögliche stadtweite Einführung.
Neues System im Bachletten-Quartier
Seit gestern können die Bewohner des Bachletten-Quartiers ihre Abfälle in 19 neuen Unterflurcontainern entsorgen. Die Stadtreinigung hat die Einwurfsäulen freigegeben. Dieses Projekt ist eine direkte Reaktion auf einen Auftrag des Grossen Rats, der die Abfallsammlung in Basel-Stadt optimieren möchte.
Das Testgebiet erstreckt sich zwischen der Elsässerbahn, dem Schützenmattpark, der Schützenmatte und dem Zolli. Während des Pilotversuchs findet keine traditionelle Abfallsammlung mehr ab dem Trottoir statt. Dies bedeutet eine Umstellung für die Anwohner.
Faktencheck
- Startdatum: Gestern
- Dauer: 1 Jahr
- Standorte: 19 Unterflurcontainer
- Entsorgungszeiten: Werktags 6.00 bis 23.00 Uhr, Sonn- und Feiertags 9.00 bis 19.00 Uhr
Drei Abfallarten in farbigen Säcken
Der Kanton Basel-Stadt hat für das Pilotprojekt drei verschiedene Abfallsäcke eingeführt. Diese ermöglichen eine präzise Trennung der Abfälle bereits im Haushalt. Es gibt Säcke für Bioabfälle, für Kunststoffverpackungen und Getränkekartons sowie den bekannten Bebbi-Sack für den übrigen Hauskehricht.
Interessant ist, dass alle drei Sackarten in denselben Unterflurcontainer geworfen werden können. Die Sortierung erfolgt erst später in einer spezialisierten Anlage. Dies vereinfacht den Entsorgungsprozess für die Bewohner.
"Das neue System soll die Abfalltrennung erleichtern und gleichzeitig die Sauberkeit im öffentlichen Raum verbessern", erklärt ein Sprecher der Stadt.
Die neuen Abfallsäcke im Detail
- Grüner Bio-Sack: Für Rüst- und Speiseabfälle. Diese werden in einer Biogasanlage in Pratteln vergärt.
- Violett-transparenter RecyBag: Für Kunststoffverpackungen wie Folien, Becher, Tuben, Schalen und Getränkekartons. Diese werden industriell recycelt.
- Blauer Bebbi-Sack: Für den übrigen Hauskehricht. Dieser gelangt wie gewohnt in die Kehrichtverbrennungsanlage (KVA).
Die grünen Bio-Säcke sind in den Coop-Filialen Bachletten und Neuweilerplatz sowie in der Migros-Filiale Neuweilerplatz und beim Migros-Partner Birsigstrasse erhältlich. Ein 10-Liter-Sack kostet 0.70 Franken. Die RecyBag-Säcke sind seit 2023 in ausgewählten Basler Coop-, Denner- und Lidl-Filialen verfügbar, darunter auch in den Coop-Filialen Bachletten Neuweilerplatz.
Auswertung des Pilotversuchs
Der Grosse Rat von Basel-Stadt hat mit diesem Pilotprojekt klare Ziele. Es soll geprüft werden, ob die Abfallentsorgung mit Unterflurcontainern und dem System "Sack im Behälter" für ganz Basel sinnvoll ist. Dabei stehen ökologische und ökonomische Aspekte im Vordergrund.
Die Stadtreinigung wird die Situation genau beobachten. Besonderes Augenmerk liegt auf der Akzeptanz durch die Bevölkerung, der Funktionsweise des farbigen Sack-Systems im selben Container und den Auswirkungen auf die Sauberkeit im Quartier. Auch die Kosten und die Umweltbelastung werden analysiert.
Hintergrundinformationen
Die Abfallkontrolle des Amts für Umwelt und Energie wird während des Versuchs aktiv sein. Falsch bereitgestellte Abfälle können zu Ordnungsbussen führen. Dies soll sicherstellen, dass das neue System korrekt genutzt wird und die Sauberkeit gewahrt bleibt.
Bürgerbeteiligung und zukünftige Entscheidungen
Um die Akzeptanz und Zufriedenheit der Einwohner zu messen, wird der Kanton Basel-Stadt zwei Umfragen durchführen. Rund 2’000 Haushalte im Testgebiet erhalten die erste Umfrage im Oktober 2025, noch vor Beginn des Versuchs. Die zweite Umfrage folgt 2026, gegen Ende des Pilotversuchs.
Die Ergebnisse dieser Umfragen sind entscheidend. Sie dienen dem Grossen Rat als wichtige Entscheidungsgrundlage für die zukünftige Abfallentsorgung in der gesamten Stadt Basel. Das Projekt könnte somit weitreichende Folgen für die städtische Infrastruktur haben.
Andere Abfallarten wie Grüngut, Papier, Karton oder Metall sind vom Pilotversuch nicht betroffen. Ihre Abfuhr bleibt unverändert. Kleinsperrgut müssen Quartierbewohner nun über die Sauberkeitshotline, die kantonale Webseite, die Dräggwägg-App oder per E-Mail bei der Stadtreinigung anmelden – ähnlich wie Grosssperrgut.





