Die Gemeinde Riehen und der Kanton Basel-Stadt planen gemeinsam einen bedeutenden Schritt zur Reduktion von CO2-Emissionen. Sie wollen den Ausbau des Fernwärmenetzes der Wärmeverbund Riehen AG mit Darlehen von insgesamt 15,2 Millionen Franken unterstützen. Dieses Projekt soll die Abhängigkeit von nicht erneuerbaren Energien verringern und die Klimaziele der Region vorantreiben.
Wichtige Punkte
- Kanton und Gemeinde Riehen gewähren je 7,6 Millionen Franken Darlehen.
- Das Projekt reduziert den CO2-Ausstoss um jährlich 6'875 Tonnen.
- Der Netzausbau umfasst 5,5 Kilometer und den Anschluss von 620 Liegenschaften.
- Ziel ist die Erreichung von Netto Null Treibhausgasemissionen bis 2037.
Massiver Ausbau für eine grüne Zukunft
Der Wärmeverbund Riehen AG plant, sein Fernwärmenetz erheblich zu erweitern. Dies ist ein zentraler Baustein, um die Klimaziele des Kantons Basel-Stadt zu erreichen. Bis zum Jahr 2037 soll der Ausstoss von Treibhausgasemissionen auf «Netto Null» gesenkt werden. Eine solche Transformation erfordert weitreichende Investitionen in nachhaltige Infrastruktur.
Der geplante Ausbau betrifft eine Strecke von 5,5 Kilometern. Damit können voraussichtlich 620 weitere Liegenschaften an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Dies bedeutet für viele Haushalte und Unternehmen in Riehen den Zugang zu einer umweltfreundlicheren Heizlösung.
Faktencheck
- Investition: 15,2 Millionen Franken (7,6 Mio. Kanton, 7,6 Mio. Gemeinde).
- CO2-Einsparung: ca. 6'875 Tonnen pro Jahr.
- Netzlänge: Zusätzliche 5,5 Kilometer.
- Anschlüsse: Potenzial für 620 neue Liegenschaften.
Finanzielle Unterstützung sichert Projekt
Die Finanzierung des Netzausbaus ist entscheidend für den Erfolg des Vorhabens. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt und der Gemeinderat Riehen haben sich darauf geeinigt, der Wärmeverbund Riehen AG ein bedingt rückzahlbares, zinsloses Darlehen zu gewähren. Jede der beiden Parteien steuert 7,6 Millionen Franken bei.
Dieses Darlehen sichert die Wirtschaftlichkeit des Netzausbaus. Es schafft zudem eine wichtige Planungssicherheit für die Grundeigentümer und die Wärmeverbund Riehen AG selbst. Ohne diese Unterstützung wäre die Umsetzung des Projekts in diesem Umfang kaum möglich.
Hintergrund der kantonalen Beteiligung
Die Beteiligung des Kantons an diesem Darlehen geht auf eine Motion von König-Lüdin aus dem Jahr 2018 zurück. Diese Motion hatte das Ziel, den Ausbau von Wärmenetzen durch die IWB und private Trägerschaften zu fördern. Der Regierungsrat hat bereits im Oktober 2020 einen Ratschlag zum Ausbau der leitungsgebundenen Wärmeversorgung in der Stadt Basel vorgelegt. Die aktuelle Vorlage für Riehen wird nun parallel dem Grossen Rat zur Genehmigung unterbreitet.
"Der Ausbau des Fernwärmenetzes ist ein zentraler Pfeiler unserer Strategie zur Erreichung der Klimaziele. Wir schaffen damit eine nachhaltige Energieversorgung für Riehen und entlasten die Umwelt erheblich."
Geothermie als Schlüssel zur Dekarbonisierung
Ein wesentlicher Teil der produzierten Wärme des Wärmeverbunds Riehen stammt aktuell noch aus nicht erneuerbaren Energien. Genauer gesagt, müssen 47 Prozent dieser Wärme ersetzt werden, um die Klimaziele zu erreichen. Hier kommt die Geothermie ins Spiel.
Das bereits beschlossene Projekt "geo2riehen" spielt eine zentrale Rolle bei der Umstellung. Es soll die wertvolle Geothermiewärme nutzen, um einen grossen Anteil der benötigten Energie nachhaltig zu erzeugen. Dies reduziert nicht nur den CO2-Ausstoss, sondern macht die Wärmeversorgung auch unabhängiger von fossilen Brennstoffen.
Was ist Fernwärme?
Fernwärme ist eine Form der Wärmeversorgung, bei der Wärme zentral erzeugt und über ein Rohrleitungsnetz an Verbraucher verteilt wird. Die Wärme kann aus verschiedenen Quellen stammen, darunter Abwärme aus Industrieanlagen, Müllverbrennung, Biomasse oder Geothermie. Sie gilt als effiziente und umweltfreundliche Alternative zu individuellen Heizsystemen, besonders wenn erneuerbare Energien als Quelle genutzt werden.
Vorteile für Umwelt und Bevölkerung
Die Reduktion von 6'875 Tonnen CO2 pro Jahr ist ein signifikanter Beitrag zum Klimaschutz. Dies entspricht dem jährlichen Ausstoss von hunderten von Autos. Der Netzausbau verbessert die Luftqualität in der Region und trägt dazu bei, die globale Erwärmung zu verlangsamen.
Für die Bewohner von Riehen bedeutet der Anschluss an das Fernwärmenetz eine zukunftssichere und stabile Wärmeversorgung. Sie profitieren von einer effizienten Technologie, die weniger Wartungsaufwand erfordert als individuelle Heizsysteme. Langfristig können solche Investitionen auch zu stabileren Heizkosten beitragen, da die Abhängigkeit von schwankenden Preisen für fossile Brennstoffe sinkt.
- Klimaschutz: Direkte Reduktion von Treibhausgasen.
- Energieeffizienz: Optimale Nutzung der Wärmequellen.
- Versorgungssicherheit: Stabile und zuverlässige Wärmeversorgung.
- Wirtschaftlichkeit: Langfristig planbare Kosten für Verbraucher.
Die gemeinsamen Anstrengungen von Kanton und Gemeinde Riehen zeigen, wie kommunale und kantonale Ebenen zusammenarbeiten können, um ehrgeizige Klimaziele zu erreichen. Dieses Projekt setzt ein klares Zeichen für eine nachhaltige Energiezukunft in der Region Basel.





