In der Region Basel ist eine Pflanze wiederentdeckt worden, die seit über einem Jahrhundert als verschwunden galt. Der Wasser-Ehrenpreis (Veronica catenata) wurde im Sommer 2025 von einer engagierten Freiwilligen gesichtet. Dieser Fund stellt einen bedeutenden Erfolg für den lokalen Naturschutz dar und unterstreicht die Wichtigkeit der Arbeit von ehrenamtlichen Pflanzenkundlern.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Wasser-Ehrenpreis (Veronica catenata) wurde nach 122 Jahren wieder in der Region Basel nachgewiesen.
- Eine Freiwillige entdeckte die Pflanze an drei verschiedenen Standorten.
- Der letzte gesicherte Fund stammte aus dem Jahr 1903.
- Der Verein Flora und Fauna beider Basel feiert den Fund als grossen Erfolg für den Naturschutz.
Ein Jahrhundert verschwunden
Der Wasser-Ehrenpreis, auch bekannt unter seinem botanischen Namen Veronica catenata, war in der Schweizer Region Basel seit dem Jahr 1903 nicht mehr offiziell dokumentiert worden. Über ein Jahrhundert lang galt die krautige Pflanze als verschollen oder ausgestorben in diesem Gebiet. Die Freude über die Wiederentdeckung ist entsprechend gross.
Ramon Müller, Geschäftsführer von Flora und Fauna beider Basel, bestätigt die historische Bedeutung des Funds. Er erklärt, dass die letzten gesicherten Nachweise aus dem Kanton Baselland, genauer aus Liestal, stammen. Auch im grenznahen badischen Gebiet gab es in den 1950er-Jahren noch Sichtungen, doch für die Schweizer Seite der Region Basel fehlten aktuelle Daten.
Faktencheck
- Botanischer Name: Veronica catenata
- Letzter Schweizer Nachweis (Region Basel): 1903
- Wiederentdeckung: Sommer 2025
- Anzahl Fundorte: 3
Zufallsfunde an drei Orten
Die Entdeckung des Wasser-Ehrenpreises ist der akribischen Arbeit einer Freiwilligen zu verdanken, die im Sommer 2025 unterwegs war. Sie stiess an gleich drei verschiedenen Orten auf die seltene Pflanze: in Arlesheim (Kanton Baselland), Seewen (Kanton Solothurn) und Kleinlützel (Kanton Solothurn).
Besonders interessant ist, dass die Funde oft zufällig erfolgten. In Kleinlützel war die Freiwillige eigentlich auf einer „Teich-und-Tümpel-Mission“, um andere Wasserpflanzen zu dokumentieren. Dort entdeckte sie den Wasser-Ehrenpreis beim Durchstreifen des Geländes. Auch in Arlesheim, wo sie ursprünglich eine Nelkenart suchte, fiel ihr die Pflanze an einem Gewässer auf.
"Man kann es nicht steuern, weil man ja nicht weiss, was man sucht", sagt die Entdeckerin über ihre Methode. "Es ist ein schönes Gefühl und motiviert zum Weitermachen."
Hintergrund zum Wasser-Ehrenpreis
Der Wasser-Ehrenpreis ist eine meist einjährige krautige Pflanze. Seine Blüten sind oft hellrosa bis weiss und zeigen feine rötliche Adern. Typischerweise wächst er an feuchten Standorten wie Auentümpeln, Gräben und Bachufern. Auch an den schlammigen Rändern von Gewässern, die zeitweise überflutet sind, findet man diese Art.
Hartnäckigkeit führt zum Erfolg
Die Bedeutung des Funds wurde nicht sofort erkannt. Zunächst wurde die Meldung als nichtig abgetan. Doch die Freiwillige liess nicht locker. Ihre Beharrlichkeit war entscheidend, damit Expertinnen und Experten in Bern den Wasser-Ehrenpreis genauer untersuchten.
Ramon Müller betont die Wichtigkeit dieser Hartnäckigkeit. Er lobt das grosse Interesse und die Expertise der Finderin, besonders im Bereich der Wasserpflanzen. "Sie schaut immer alles an, was andere Leute nicht so schön finden. Und wenn sie das Gefühl hat, dass es was Tolles ist, dann setzt sie sich voll dafür ein."
Erst durch die genaue Untersuchung der charakteristischen Fruchtmerkmale konnte die Bestimmung eindeutig bestätigt werden. Dieser Prozess zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen engagierten Laien und wissenschaftlichen Fachleuten für den Naturschutz ist.
Ein Rekordjahr für Flora und Fauna
Das Jahr 2025 war für den Verein Flora und Fauna beider Basel ohnehin ein besonderes Jahr. Die freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten insgesamt 30'000 Fundmeldungen von Pflanzen verzeichnen. Dies ist eine beeindruckende Zahl, die das Engagement vieler Einzelpersonen widerspiegelt.
Unter diesen zahlreichen Meldungen befanden sich auch knapp 2000 bedrohte Arten. Der Fund des Wasser-Ehrenpreises reiht sich damit in eine Liste wichtiger Entdeckungen ein, die zur Erhaltung der Artenvielfalt in der Region beitragen. Solche Wiederentdeckungen geben Hoffnung für den Schutz seltener Pflanzen.
Die Rolle der Freiwilligen
- Freiwillige leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Erfassung der Pflanzenwelt.
- Ihr Engagement führt oft zu Entdeckungen, die sonst unbemerkt blieben.
- Die Zusammenarbeit mit Experten sichert die wissenschaftliche Validität der Funde.
Die Geschichte des Wasser-Ehrenpreises in Basel ist ein Beispiel dafür, wie achtsames Beobachten und grosses Engagement zu sensationellen Ergebnissen im Naturschutz führen können. Es motiviert, die Natur um uns herum genauer zu betrachten.





