Die St. Jakobshalle in Basel, eine der grössten Veranstaltungsstätten der Region, kämpft weiterhin mit einer anhaltenden Konzertflaute. Dies zeigt sich deutlich, obwohl die Halle kürzlich durch den Eurovision Song Contest (ESC) internationale Aufmerksamkeit erhielt. Trotz dieser prominenten Nutzung bleibt eine klare Strategie für die Positionierung als Konzertort aus.
Wichtige Erkenntnisse
- Die St. Jakobshalle hat keine dezidierte Strategie für Grosskonzerte.
- Veranstalter kritisieren die hohen Kosten und mangelnde Flexibilität.
- Der Kanton Basel-Stadt sieht die Verantwortung bei den Veranstaltern.
- Der Eurovision Song Contest brachte zwar Sichtbarkeit, aber keine nachhaltige Änderung für Konzerte.
- Andere Schweizer Städte wie Zürich und Bern ziehen mehr Grosskonzerte an.
Regierung räumt Strategie-Mangel ein
Die Regierung des Kantons Basel-Stadt hat kürzlich zugegeben, dass es keine spezifische Strategie gibt, um die St. Jakobshalle als bevorzugten Standort für grosse Konzertveranstaltungen zu etablieren. Diese Aussage erfolgte im Rahmen einer Anfrage, die die Zukunft der Halle als Kulturzentrum beleuchten sollte.
Die St. Jakobshalle wurde umfassend saniert und modernisiert. Die Investitionen waren beträchtlich. Dennoch scheint der Fokus nicht primär auf der Anziehung internationaler Musik-Acts zu liegen.
Faktencheck: St. Jakobshalle
- Baujahr: 1975
- Renovierung: 2015-2018
- Kapazität: Bis zu 12'400 Personen für Konzerte
- Besonderheit: Multifunktionsarena
Kritik von Veranstaltern
Veranstalter in der Schweiz äussern Bedenken hinsichtlich der Attraktivität der St. Jakobshalle. Ein Hauptkritikpunkt sind die hohen Mietpreise und die unflexiblen Konditionen. Diese Faktoren erschweren es, grosse internationale Künstler nach Basel zu holen.
Ein unabhängiger Veranstalter, der anonym bleiben möchte, beschreibt die Situation als herausfordernd. Er verweist auf die Notwendigkeit, einen attraktiven Business Case für jeden Act zu schaffen. Die aktuellen Bedingungen in Basel machten dies oft unmöglich.
"Wir brauchen wettbewerbsfähige Angebote, um internationale Top-Acts nach Basel zu bringen. Die St. Jakobshalle ist modern, aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen."
Vergleich mit anderen Schweizer Städten
Im Vergleich zu anderen Schweizer Städten wie Zürich und Bern hinkt Basel bei der Anzahl grosser Konzerte hinterher. Die Hallen in diesen Städten scheinen attraktivere Konditionen oder eine klarere Strategie für Musikveranstaltungen zu bieten. Dies führt zu einer Verlagerung von Events weg von Basel.
Hintergrund: Der Schweizer Konzertmarkt
Der Schweizer Konzertmarkt ist hart umkämpft. Veranstaltungsorte konkurrieren nicht nur national, sondern auch international. Die Nähe zu Deutschland und Frankreich bedeutet, dass Künstler oft Routen planen, die mehrere Länder umfassen. Attraktive Angebote der Hallen sind entscheidend.
Der Einfluss des Eurovision Song Contest
Der Eurovision Song Contest 2025, der in der St. Jakobshalle stattfindet, ist zweifellos ein grosser Erfolg für die Stadt Basel. Er bringt immense mediale Präsenz und internationales Prestige mit sich. Die Aufbauarbeiten für das Grossereignis laufen bereits. Doch diese einmalige Veranstaltung scheint nicht automatisch zu einer nachhaltigen Belebung des Konzertgeschäfts zu führen.
Experten betonen, dass der ESC eine Sonderveranstaltung ist. Er folgt eigenen Regeln und Budgets. Die positiven Effekte auf das reguläre Konzertprogramm sind oft begrenzt. Ein Veranstalter muss weiterhin die Wirtschaftlichkeit eines jeden einzelnen Konzertes prüfen.
- Kurzfristige Effekte: Erhöhte Sichtbarkeit der Halle, positive Medienpräsenz.
- Langfristige Effekte: Bisher keine klare Strategieänderung für Konzerte.
- Wirtschaftliche Aspekte: Der ESC ist ein staatlich unterstütztes Projekt, reguläre Konzerte sind privatwirtschaftlich.
Politische Reaktionen und Ausblick
Die Regierung betont die multifunktionale Nutzung der St. Jakobshalle. Sie dient als Sportstätte, Messehalle und auch für kulturelle Anlässe. Eine ausschliessliche Konzentration auf Konzerte wird derzeit nicht angestrebt. Die Verantwortung für die Akquise von Konzerten liege primär bei den privaten Veranstaltern.
Dennoch gibt es im politischen Raum Stimmen, die eine aktivere Rolle des Kantons fordern. Eine klar definierte Strategie könnte Basel als Kulturstandort stärken und die Halle besser auslasten. Es bleibt abzuwarten, ob die Regierung in Zukunft ihre Haltung überdenkt und konkrete Massnahmen zur Förderung des Konzertgeschäfts ergreift.
Die St. Jakobshalle hat das Potenzial, ein wichtiger Konzertort zu sein. Die moderne Infrastruktur und die zentrale Lage sind Vorteile. Die Herausforderung liegt nun darin, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Veranstalter und Künstler Basel wieder stärker in ihre Tourpläne aufnehmen.





