Die Schweiz hat ihre einjährige Präsidentschaft der deutsch-französisch-schweizerischen Oberrheinkonferenz (ORK) erfolgreich abgeschlossen. Anlässlich der Plenarversammlung im Basler Rathaus zog Präsident Conradin Cramer eine positive Bilanz. Wichtige grenzüberschreitende Projekte in den Bereichen Klima, Raumplanung und Jugendpartizipation konnten vorangetrieben werden.
Unter dem Motto "Im Herzen Europas Brücken bauen und Menschen verbinden" wurden zentrale Ziele erreicht. Im Jahr 2026 wird Frankreich die Leitung des trinationalen Gremiums übernehmen und eigene Schwerpunkte setzen.
Wichtige Ergebnisse der Schweizer Präsidentschaft
- Verabschiedung einer grenzüberschreitenden Klima- und Energiestrategie mit 13 konkreten Projekten.
- Einführung eines neuen Raumkonzepts für nachhaltiges Wachstum und Mobilität am Oberrhein.
- Initiierung eines oberrheinischen Jugendrats zur Stärkung der politischen Teilhabe junger Menschen.
- Unterzeichnung einer Erklärung zur Vertiefung der Kooperation anlässlich des 50-Jahre-Jubiläums der Regierungskommission.
Klimaschutz und Raumplanung als Kernanliegen
Ein zentraler Erfolg der Schweizer Präsidentschaft war die Verabschiedung der grenzüberschreitenden Klima- und Energiestrategie für die trinationale Metropolregion Oberrhein. Diese wurde am 6. Juni auf dem 10. Klima- und Energie-Kongress in Freiburg einem breiten Fachpublikum vorgestellt.
Die Strategie ist mehr als nur ein theoretisches Papier. Sie umfasst die Umsetzung von aktuell 13 konkreten Projekten, die auf eine nachhaltige Zukunft der Region abzielen.
Fokus auf erneuerbare Energien
Die 13 Projekte konzentrieren sich auf Schlüsselbereiche der Energiewende, darunter Photovoltaik, Geothermie, Wasserstoff, die Abscheidung und Speicherung von Kohlenstoff (CCS) sowie die Kreislaufwirtschaft.
Ein Zukunftsplan für die Region
Bereits im Mai wurde ein weiteres wichtiges Dokument verabschiedet: das neue Raumkonzept Oberrhein. Dieses Konzept adressiert die drängenden Herausforderungen des Klimawandels und des fortschreitenden Verlusts der Biodiversität.
Es beschreibt eine Strategie für eine zukunftsfähige Entwicklung, die auf drei Säulen ruht: flächensparendes Wachstum, nachhaltige Mobilität und die Schaffung eines grenzüberschreitenden Netzwerks von Städten und Gemeinden.
Die Jugend im Fokus der Zusammenarbeit
Ein besonderes Anliegen der Schweizer Präsidentschaft war es, die junge Generation stärker in die trinationale Zusammenarbeit einzubinden. Beim Jugendforum der ORK am 22. November in Basel wurde ein entscheidender Schritt in diese Richtung gemacht.
Knapp 60 Jugendliche aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz diskutierten über die Einrichtung eines oberrheinischen Jugendrats. Das Ziel ist es, der Stimme der Jugend auch über Landesgrenzen hinweg mehr Gewicht zu verleihen.
"Es ist entscheidend, dass wir die jungen Menschen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit gewinnen. Ihre Perspektiven sind für die Zukunft unserer Region unverzichtbar."
Die Resonanz war äusserst positiv. Viele der Teilnehmenden signalisierten ihre Bereitschaft, sich ab 2026 aktiv an der Gründung eines solchen Gremiums zu beteiligen. Dies zeigt das grosse Interesse an einer gemeinsamen Gestaltung der Zukunft.
Sensibilisierung durch Kreativität
Um die Bevölkerung auf niederschwellige Weise für die trinationale Kooperation zu begeistern, lancierte die ORK 2025 den Fotowettbewerb "Crossing Borders". Besonders junge Menschen sollten zur Teilnahme motiviert werden. Bei der Plenarversammlung wurde die Baslerin Laura Keel als Hauptgewinnerin ausgezeichnet. Insgesamt wurden zwölf Gewinnerinnen und Gewinner prämiert.
Politische Weichenstellungen und Ausblick
Neben den thematischen Schwerpunkten wurde die Präsidentschaft auch genutzt, um wichtige politische Akteure am Oberrhein für die bilateralen Verhandlungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union zu sensibilisieren. Die enge Verflechtung der Region macht stabile Beziehungen zur EU für alle drei Länder essenziell.
Ein weiterer Meilenstein war der Festakt zum 50-jährigen Jubiläum der Regierungskommission Oberrhein am 3. November in Basel. Bei dieser Gelegenheit wurde eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, die die weitere Zusammenarbeit bekräftigt. Ein formuliertes Ziel ist es, die Oberrheinregion als Vorbildregion in Europa zu etablieren.
Stabsübergabe an Frankreich
Mit dem Ende des Jahres 2025 geht die Präsidentschaft an die französische Delegation über. Die Leitung übernimmt Amaury de Saint-Quentin, der neue Präfekt der Région Grand Est.
Die französischen Schwerpunkte für 2026 sind bereits definiert und knüpfen an die bisherige Arbeit an. Im Fokus stehen:
- Die Stärkung der Resilienz der Region gegenüber Krisen.
- Die Verbesserung des Lebensumfelds für die Bürgerinnen und Bürger.
- Die Vertiefung der Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Kultur und Sport.
Damit ist die Kontinuität in der trinationalen Zusammenarbeit gewährleistet, während gleichzeitig neue Impulse für die Weiterentwicklung der Oberrheinregion gesetzt werden.





