Ein Mann, der mit einem Säugling unterwegs war, wurde am Sonntagmittag im Basler Gundeldingerquartier Opfer eines Messerangriffs. Eine 51-jährige Frau wurde noch am Tatort festgenommen, nachdem Passanten eingegriffen hatten. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen versuchter Tötung aufgenommen.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Mann wurde am Sonntag gegen 13 Uhr in der Gundeldingerstrasse mit einem Messer angegriffen und verletzt.
- Er war mit einem zwei Monate alten Baby unterwegs, das unverletzt blieb.
- Eine 51-jährige türkische Staatsangehörige wurde als mutmassliche Täterin festgenommen.
- Mutige Passanten hielten die Frau bis zum Eintreffen der Polizei fest.
- Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt ermittelt wegen des Verdachts der versuchten Tötung.
Plötzlicher Angriff am helllichten Tag
Die Szene ereignete sich am frühen Sonntagnachmittag in einer belebten Strasse im Herzen des Gundeldingerquartiers. Gegen 13 Uhr war ein Mann mit einem erst zwei Monate alten Säugling unterwegs, als sich die mutmassliche Täterin näherte. Nach Angaben der Behörden stach die Frau unvermittelt auf den Mann ein.
Der Angriff geschah plötzlich und ohne erkennbare Vorwarnung. Der genaue Hergang ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen, doch die Situation eskalierte schnell. Der verletzte Mann benötigte umgehend medizinische Hilfe und wurde von der Sanität in ein Spital gebracht.
Details zum Vorfall
- Tatzeit: Sonntag, ca. 13:00 Uhr
- Tatort: Gundeldingerstrasse, Basel
- Opfer: Ein Mann (Alter nicht bekannt gegeben)
- Begleitung: Ein zwei Monate alter Säugling (unverletzt)
- Beschuldigte: Eine 51-jährige Frau türkischer Nationalität
Zivilcourage verhindert Schlimmeres
Unmittelbar nach der Tat zeigten mehrere Augenzeugen bemerkenswerte Zivilcourage. Mehrere Personen, die den Vorfall beobachteten, eilten dem verletzten Mann zu Hilfe. Sie griffen ein und konnten die Angreiferin überwältigen und festhalten.
Dank ihres schnellen und entschlossenen Handelns konnte die Frau daran gehindert werden, weitere Angriffe auszuführen oder zu fliehen. Sie hielten die Beschuldigte fest, bis die alarmierten Einsatzkräfte der Kantonspolizei Basel-Stadt eintrafen und die Frau festnehmen konnten.
Das Baby, das sich während des gesamten Vorfalls in unmittelbarer Nähe befand, wurde glücklicherweise nicht körperlich verletzt. Es wurde umgehend in Sicherheit gebracht und versorgt.
Staatsanwaltschaft stuft Tat als versuchte Tötung ein
Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt hat die Ermittlungen übernommen und nimmt den Vorfall sehr ernst. In einer offiziellen Mitteilung wurde die Tat als versuchte Tötung eingestuft. Dieser rechtliche Rahmen deutet auf die Schwere des Angriffs und die potenzielle Lebensgefahr für das Opfer hin.
"Die Beschuldigte näherte sich dem Mann und stach unvermittelt auf ihn ein", heisst es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt. Aus ermittlungstaktischen Gründen werden derzeit keine weiteren Angaben zum Tathergang, zur Tatwaffe oder zum Motiv gemacht.
Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar. Die Ermittler prüfen nun, ob eine Beziehung zwischen der Täterin und dem Opfer bestand oder ob es sich um eine Zufallstat handelte. Die Befragungen der Beschuldigten sowie die Auswertung von Zeugenaussagen und Spuren am Tatort stehen im Zentrum der weiteren Untersuchungen.
Erinnerungen an einen tragischen Fall
Der Angriff weckt in Basel schmerzhafte Erinnerungen an das Jahr 2019. Damals wurde der siebenjährige Ilias auf dem Schulweg von einer psychisch kranken Rentnerin erstochen. Dieser Fall löste in der ganzen Schweiz Bestürzung und eine Debatte über die Sicherheit im öffentlichen Raum sowie den Umgang mit psychisch auffälligen Personen aus. Auch wenn die Umstände des aktuellen Falls noch unklar sind, sorgt die Parallele eines unprovozierten Angriffs auf offener Strasse für grosse Beunruhigung in der Bevölkerung.
Offene Fragen und die Suche nach dem Motiv
Während die 51-jährige Frau in Untersuchungshaft sitzt, konzentriert sich die Arbeit der Kriminalpolizei darauf, die vielen offenen Fragen zu klären. Die wichtigste Frage ist die nach dem Motiv. Warum griff die Frau den Mann an? Handelte sie aus persönlichen Gründen oder war es eine wahllose Attacke?
Die Ermittlungen werden voraussichtlich einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Öffentlichkeit und die Anwohner im Gundeldingerquartier bleiben mit einem Gefühl der Unsicherheit zurück. Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie schnell eine alltägliche Situation in Gewalt umschlagen kann und wie wichtig das couragierte Eingreifen von Mitmenschen ist.





