Die Nordwestschweiz erlebt den grössten Ausbau des Bahnangebots seit zwei Jahrzehnten. Bundesrat Albert Rösti feierte die Investitionen von rund einer Milliarde Franken in Basel. Trotz der Freude über den Viertelstundentakt und bessere Verbindungen blieben kritische Stimmen zum fehlenden «Herzstück» nicht aus.
Wichtige Punkte
- Grösster Bahnausbau in der Nordwestschweiz seit 20 Jahren.
- Eine Milliarde Franken Investitionen in der Region.
- Viertelstundentakt zwischen Basel und Liestal ab 14. Dezember 2025.
- Kritik und Forderungen nach dem Basler «Herzstück» bleiben bestehen.
Massive Investitionen und neue Verbindungen
Bundesrat Albert Rösti reiste am Freitag nach Basel, um den bevorstehenden Fahrplanwechsel am 14. Dezember gebührend zu würdigen. Er betonte die Bedeutung der Investitionen von rund einer Milliarde Franken in der Region. Diese Mittel flossen in verschiedene Projekte, die das Bahnnetz deutlich verbessern.
Der Ausbau kommt nicht nur Basel-Stadt und Baselland zugute, sondern stärkt auch die Verbindungen in die Romandie. «Das ist ein wichtiger Ausbau für Basel-Stadt und Baselland, aber auch für die Romandie», erklärte Rösti. «Wir dürfen stolz sein, dass das möglich war.»
Fakten zum Bahnausbau
- Investitionssumme: Etwa eine Milliarde Franken.
- Zeitraum: Grösster Ausbau seit 20 Jahren.
- Start: Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025.
Viertelstundentakt und Intercity-Verbindungen
Ein zentraler Bestandteil des neuen Fahrplans ist der Viertelstundentakt der S-Bahn zwischen Basel und Liestal. Diese Verdichtung des Angebots wird den Pendlerverkehr in der Region erheblich entlasten. Zusätzlich fährt jede halbe Stunde ein Zug weiter ins Laufental, was die Anbindung kleinerer Gemeinden verbessert.
Auch der Fernverkehr profitiert vom Ausbau. Ab Mitte Dezember verkehrt jede Stunde ein Interregio der BLS von Basel nach Biel. Ein weiterer Intercity fährt stündlich von Basel via Biel nach Lausanne. Diese neuen Direktverbindungen verkürzen Reisezeiten und erhöhen den Komfort für Reisende in den Jura und die Westschweiz.
Was sich ändert (ab 14. Dezember 2025)
- S-Bahn Basel–Liestal: Viertelstundentakt.
- Züge ins Laufental: Alle 30 Minuten.
- BLS Interregio Basel–Biel: Stündlich.
- Intercity Basel–Biel–Lausanne: Stündlich.
- Verbesserte Pünktlichkeit auf der Strecke Basel–Olten durch Vierspurausbau in Liestal und zusätzliches Perron am Bahnhof Basel SBB.
Das «Herzstück» bleibt ein Streitpunkt
Trotz der Feierlichkeiten und positiven Nachrichten gab es in Basel auch kritische Töne. Das Basler «Herzstück», ein wichtiges Bahnausbauprojekt für die Region, wurde im Oktober im Bericht «Verkehr '45» zeitlich weit nach hinten verschoben. Dies sorgte für Enttäuschung bei lokalen Politikerinnen und Politikern. Gleichzeitig wurde der Rheintunnel, ein bereits abgelehntes Autobahnprojekt, wieder ins Gespräch gebracht, was die Stimmung zusätzlich trübte.
SBB-Chef Vincent Ducrot bestätigte die Grösse des Ausbaus: «Das ist der grösste Ausbau der Bahn seit 20 Jahren.» Doch die Basler Baudirektorin Esther Keller liess ihre Enttäuschung über die Verzögerung des «Herzstücks» deutlich spüren.
«Ich hoffe, dass wir in 20 oder 25 Jahren die Durchmesserlinie feiern.»
Keller kündigte an, auch während der gemeinsamen Zugfahrt mit Bundesrat Rösti weiterhin Druck für das «Herzstück» zu machen. «Das tun wir immer», betonte sie.
Bundesrat Rösti verteidigt Entscheidungen
Bundesrat Albert Rösti wies die Kritik an einer angeblichen Vernachlässigung der Region Basel zurück. Er betonte die hohen Investitionen und den Umfang des aktuellen Ausbaus. Gleichzeitig lobte er den Einsatz der Basler Bevölkerung für ihre Anliegen.
«Man kann nicht von einer Vernachlässigung der Region Basel sprechen», sagte Rösti. Er bestätigte, dass die Baslerinnen und Basler sich aktiv für das «Herzstück» einsetzen: «Sie haben schon zwei Mal bei mir vorgesprochen wegen des ‹Herzstücks›.» Auch Wirtschaftsverbände hätten sich bei ihm für das Projekt starkgemacht. Rösti blieb bei seiner Haltung zum «Herzstück» während der Feierlichkeiten, versprach aber eine politische Lösung.
Hintergrund zum «Herzstück»
- Projekt: Bahnausbau für eine Durchmesserlinie in Basel.
- Problem: Im Bericht «Verkehr '45» zeitlich stark verzögert.
- Politische Reaktion: Starke Forderungen aus Basel nach Priorisierung.
Ausblick auf die zukünftige Verkehrspolitik
Die Diskussion um das «Herzstück» zeigt, dass der Bahnausbau in der Schweiz ein komplexes Thema ist. Regionale Interessen und nationale Prioritäten müssen oft gegeneinander abgewogen werden. Der aktuelle Fahrplanwechsel ist ein wichtiger Schritt für die Nordwestschweiz, doch die langfristige Planung bleibt eine Herausforderung.
Rösti versprach, eine politische Lösung für das «Herzstück» zu erarbeiten. «Als Bundesrat erarbeite ich jetzt eine politische Lösung, die möglichst tragbar ist.» Dies lässt hoffen, dass das Projekt in Zukunft wieder stärker in den Fokus rückt. Die Region Basel wird weiterhin hart für ihre verkehrspolitischen Ziele kämpfen.





