Der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt hat einen Planungskredit von 6,3 Millionen Franken bewilligt. Dieses Geld ermöglicht die Planung mehrerer neuer Velobrücken, -tunnel und Gleisquerungen rund um den Bahnhof SBB. Das Ziel ist, den Veloverkehr in Basel sicherer und direkter zu gestalten und die Verbindung zwischen der Innenstadt und dem Quartier Gundeldingen zu verbessern.
Wichtige Punkte
- Grosse Rat bewilligt 6,3 Millionen Franken Planungskredit.
- Fünf neue Projekte für Velo- und Fussverkehr geplant.
- Verbesserung der Verbindung zwischen Innenstadt und Gundeldingen.
- Projekte umfassen Zollibrücke, Gleisfeldquerung und Velotunnel.
- Umsetzung hängt von weiteren Entscheidungen und Finanzierung ab.
Bahnhof Basel SBB: Ein Riegel in der Stadt
Der Bahnhof Basel SBB trennt derzeit die Basler Innenstadt vom Quartier Gundeldingen. Viele Gleise bilden eine Barriere für Fussgänger und Velofahrer. Regierungsrätin Esther Keller beschrieb die Situation im Grossen Rat als einen «Riegel».
Brigitta Gerber von der Partei BASTA! ergänzte, dass die Stadt durch die Gleise zerteilt sei. Diese Trennung führt zu längeren Wegen und unsicheren Situationen für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer.
Hintergrund der Projekte
Die Idee, den Bahnhof besser zu erschliessen, war ursprünglich Teil des Projekts «Herzstück». Dieses sah eine unterirdische S-Bahn vor. Das «Herzstück» wurde jedoch Ende 2025 zugunsten einer Durchmesserlinie zwischen den beiden Basler Bahnhöfen aufgegeben. Das Bedürfnis nach einer einfacheren Querung des Gleisfeldes blieb jedoch bestehen.
Fünf neue Projekte für sicheren Veloverkehr
Die aktuellen Planungen umfassen fünf Projekte. Sie sollen Fussgängern und Velofahrern helfen, einfacher und sicherer den Bahnhofsbereich zu queren. Die Verbindungen zwischen der Innenstadt und dem Gundeldingen-Quartier stehen dabei im Fokus.
Zu den wichtigsten Vorhaben gehört die «Zollibrücke». Sie soll eine neue Fuss- und Veloverbindung über den Zoo schaffen. Eine weitere Gleisfeldquerung ist speziell für das Gundeldingen-Quartier vorgesehen. Auch beim Güterbahnhof Wolf sind neue Veloverbindungen geplant. Eine Unterführung für Velofahrende steht ebenfalls auf der Agenda. Zudem wird die Möglichkeit eines Velotunnels zwischen der Meret-Oppenheim-Strasse und dem Centralbahnplatz geprüft.
Wichtige Zahlen
- 6,3 Millionen Franken: Bewilligter Planungskredit.
- 5: Anzahl der geplanten neuen Infrastrukturprojekte.
- 14. Januar 2026: Datum der Bewilligung durch den Grossen Rat.
Politische Diskussionen und Ausblick
Die Projekte stossen im Parlament auf gemischte Reaktionen. Pascal Messerli von der SVP kritisierte die hohe Zahl der Projekte für den Velo- und Fussverkehr. Er bemängelte, dass «sehr viel für den Velo- und Fussverkehr, aber sehr wenig für den motorisierten Individualverkehr» getan werde. Dies zeigt die unterschiedlichen Prioritäten innerhalb der politischen Landschaft.
Nicole Strahm-Lavanchy von der LDP äusserte Zweifel an der schnellen Umsetzung der Projekte. Sie stellte fest: «Eine schnelle Umsetzung ist leider bei keinem dieser Projekte gegeben.» Stefan Wittlin von der SP bestätigte, dass die Projekte noch viele Hürden nehmen müssen. Er wies darauf hin, dass der Kanton stark von der SBB abhängig sei. Trotzdem zeigte sich Wittlin «euphorischer und zuversichtlicher, dass dies uns weiterbringen, dieser Stadt und den Menschen dieser Stadt zugutekommen wird».
«Diese Infrastrukturprojekte werden uns weiterbringen und dieser Stadt und ihren Menschen zugutekommen.»
Stefan Wittlin, SP
Chance für die Stadtentwicklung
Baudirektorin Esther Keller sieht die aktuelle Situation als Chance. Sie betonte, dass die weitere Planung nun rascher voranschreiten könne, unabhängig vom ursprünglich geplanten Grossprojekt «Herzstück». Sie will nun «vorwärts machen» um den Bahnhof herum.
Trotz der Diskussionen gab es im Grossen Rat eine breite Zustimmung. Ein Rückweisungsantrag der SVP wurde mit klarer Mehrheit abgelehnt. Die Parlamentsmehrheit sieht in der Bewilligung des Kredits eine wichtige Grundlage. Sie wollen die Veloinfrastruktur rund um den Bahnhof zukunftsgerichtet ausbauen und das städtische Velonetz verbessern.
Weitere Massnahmen zur Veloförderung
Diese Entscheidung passt in eine Zeit, in der Basel bereits andere Massnahmen zur Förderung des Veloverkehrs umsetzt. Auf verschiedenen Strassen entstehen Velovorzugsrouten und Velostrassen. Diese stärken das städtische Velonetz. Der Kantonsrat plant weitere Ausbauetappen. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit und den Komfort für Velofahrende zu erhöhen.
Mit dem Planungskredit beginnt nun die detaillierte Ausarbeitung von Projektstudien. Ob und wie schnell die einzelnen Brücken, Querungen und Tunnel tatsächlich gebaut werden können, hängt von weiteren Entscheidungen und der Finanzierung in den kommenden Jahren ab. Es bleibt abzuwarten, wann die Basler Velofahrer die neuen Verbindungen nutzen können.





