Der jüngste Fahrplanwechsel der SBB hat im Birstal für erhebliche Unruhe gesorgt. Seit Mitte Dezember 2025 ist die direkte Busverbindung der Linie 64 zwischen Allschwil und Dornach unterbrochen. Pendlerinnen und Pendler, aber auch Schülerinnen und Schüler, beklagen sich über längere Reisezeiten und umständliche Umstiege. Eine SP-Landrätin fordert nun die Wiedereinführung der alten Route.
Wichtige Punkte
- Die Buslinie 64 fährt nicht mehr direkt von Allschwil nach Dornach.
- Pendelnde müssen in Oberwil umsteigen und warten bis zu neun Minuten.
- Reisezeiten haben sich für viele Fahrgäste um ein Viertel verlängert.
- SP-Landrätin Juliana Weber Killer fordert eine Wiedereinführung der direkten Verbindung.
- Die Auslastung der Linie 64 war zuvor hoch und entlastete die Tramlinie 11.
Kürzung der Buslinie 64 sorgt für Frustration
Der Fahrplanwechsel, der ursprünglich als «grösster Angebotssprung» in der Nordwestschweiz seit der Bahn 2000 gefeiert wurde, hat nicht überall Begeisterung ausgelöst. Insbesondere die Änderung der Buslinie 64 zwischen Allschwil und dem Birstal stösst auf breite Kritik. Die Linie, die zuvor den Bahnhof Dornach mit dem Bachgraben in Allschwil verband, endet nun am Gymnasium in Oberwil.
Die frühere Teilstrecke ab Oberwil wurde in die neue Linie 49 integriert, welche neu bis Therwil führt. Für viele Menschen, die täglich zwischen dem Birstal und dem Industriegebiet Bachgraben pendeln, bedeutet dies eine erhebliche Verschlechterung. Sie müssen jetzt in Oberwil umsteigen.
Faktencheck: Auswirkungen der Linienänderung
- Betroffene Linie: Buslinie 64 (BLT)
- Alte Route: Dornach Bahnhof – Bachgraben Allschwil
- Neue Route: Dornach Bahnhof – Gymnasium Oberwil
- Ersatz für Teilstrecke: Neue Linie 49 (Oberwil – Therwil)
- Umsteigeort: Oberwil
- Wartezeit: Bis zu 9 Minuten
Längere Wege und Wartezeiten
Die zusätzlichen Umstiege und Wartezeiten von bis zu neun Minuten verlängern den Arbeits- und Schulweg spürbar. In sozialen Medien, etwa in der Facebook-Gruppe «Allschwil vernetzt», wird das Thema intensiv diskutiert. Ein Beitrag dazu sammelte 136 Kommentare. Die meisten Nutzer äussern ihren Ärger über die umständlichere und längere Reisezeit.
Die Betroffenen fühlen sich durch die Änderungen im öffentlichen Nahverkehr benachteiligt. Das Industriegebiet Bachgraben in Allschwil ist ein wichtiger Arbeitsplatzstandort. Eine effiziente Anbindung ist hier entscheidend für viele Arbeitnehmende.
«Die Reisezeit verlängert sich rund um ein Viertel. Das ist für eine ohnehin lange Pendlerstrecke unattraktiv und unzumutbar.»
– Juliana Weber Killer, SP-Landrätin (Allschwil)
Politische Forderungen nach Wiedereinführung
SP-Landrätin Juliana Weber Killer wird aktiv
Juliana Weber Killer, SP-Landrätin aus Allschwil, hat das Anliegen nun ins Baselbieter Parlament getragen. Sie hat eine Interpellation eingereicht, in der sie die Wiedereinführung der durchgehenden Buslinie 64 fordert. Weber Killer betont die frühere Bedeutung der Linie für die Erschliessung von Arbeits- und Bildungsstandorten.
Die Linie 64 entlastete zudem die stark frequentierte Tramlinie 11 in Stosszeiten. Mit dem neuen Fahrplan ist diese direkte Verbindung nun faktisch aufgehoben. Die Landrätin möchte vom Regierungsrat wissen, welche Gründe zur Kürzung der Buslinie führten.
Hintergrund: Bedeutung der Linie 64
Die Buslinie 64 war vor dem Fahrplanwechsel eine zentrale Achse im öffentlichen Verkehr zwischen dem Birstal und Allschwil. Sie verband wichtige Standorte wie Schulen, Unternehmen und Wohngebiete. Ihre hohe Frequenz trug massgeblich zur Entlastung anderer Verkehrsmittel bei, insbesondere der Tramlinie 11, die zu den Hauptverkehrszeiten oft überlastet ist.
Fragen an den Regierungsrat
Weber Killer verlangt Einblick in die Fahrgastzahlen und Auslastungsdaten der betroffenen Streckenabschnitte in Oberwil, Therwil, Reinach und Dornach. Sie hinterfragt, ob die Bedürfnisse der verschiedenen Fahrgastgruppen systematisch erhoben wurden, bevor die Änderungen umgesetzt wurden.
Ein zentraler Punkt ihrer Interpellation ist die Prüfung einer möglichen Wiedereinführung der durchgehenden Verbindung zwischen Allschwil und Dornach. Dies könnte idealerweise bereits zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2026 erfolgen.
Optimierung der Anschlüsse als Minimalziel
Sollte eine sofortige Wiedereinführung nicht möglich sein, hofft Weber Killer zumindest auf eine Optimierung der Anschlüsse. Damit soll verhindert werden, dass Pendlerinnen und Pendler bis zu neun Minuten in Oberwil warten müssen. Eine kürzere Umsteigezeit würde die Attraktivität der Verbindung deutlich erhöhen.
Die Anliegen der Bevölkerung zeigen, dass der öffentliche Verkehr mehr als nur eine technische Frage ist. Er beeinflusst den Alltag vieler Menschen direkt. Eine Anpassung des Fahrplans muss die realen Bedürfnisse der Nutzenden berücksichtigen.
- Fragen von Juliana Weber Killer:
- Warum wurde die Buslinie gekürzt?
- Wurden Fahrgastzahlen und Auslastungsdaten berücksichtigt?
- Gab es eine systematische Erhebung der Fahrgastbedürfnisse?
- Kann eine Wiedereinführung der direkten Verbindung bis Dezember 2026 geprüft werden?
- Ist eine Optimierung der Umsteigezeiten in Oberwil möglich?





