Der Kanton Basel-Landschaft plant, das Velonetz in der Birsstadt mit zwei neuen Velovorzugsrouten massiv auszubauen. Ein Antrag über 12,2 Millionen Franken für die Realisierung der Routen zwischen Aesch und Basel liegt dem Landrat nun zur Entscheidung vor. Dieses Projekt soll eine attraktive und sichere Alternative zum Auto und öffentlichen Verkehr schaffen.
Wichtige Punkte
- Zwei Velovorzugsrouten (Ost und West) zwischen Aesch und Basel geplant.
- Gesamtkosten von 12,2 Millionen Franken beantragt.
- Verbesserung der Erreichbarkeit und Lebensqualität in der Birsstadt.
- Baubeginn erster Abschnitte bis Ende 2028 angestrebt.
- Netzausbau von 300 auf rund 450 Kilometer im ganzen Kanton.
Zwei Routen für eine verbesserte Veloverbindung
Die beiden geplanten Velovorzugsrouten (VVR) sollen die Gemeinden Aesch, Dornach, Arlesheim, Reinach und Münchenstein direkt mit dem Basler Velonetz verbinden. Sie verlaufen östlich und westlich der Birs. Ziel ist es, den Pendlerinnen und Pendlern eine durchgehende und sichere Veloverbindung zu bieten. Dies wird die Attraktivität des Velos als Alltagsverkehrsmittel deutlich steigern.
Die VVR Birsstadt Ost folgt hauptsächlich den Bahngleisen und nutzt bestehende Velowege durch Aesch, Dornach, Arlesheim und Münchenstein. Sie mündet beim Dreispitzareal in Basel in das städtische Velonetz. Die Linienführung ist weitgehend festgelegt, was die Planung vereinfacht.
Die VVR Birsstadt West hingegen erfordert den Bau einer neuen Velobrücke über die Birs. Danach führt sie westlich des Flusses durch Aesch, Reinach und Münchenstein nach Basel. Auch hier ist die konkrete Ausgestaltung als Velostrasse oder Veloweg grösstenteils bereits definiert.
Fakten zur Velovorzugsroute
- Breitere Velowege
- Konsequente Trennung von Fuss- und Veloverkehr
- Ermöglicht sicheres Überholen
- Unterbruchsfreies und komfortables Fahren
Finanzierung und nächste Schritte
Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat dem Landrat eine einmalige Ausgabenbewilligung von 12,2 Millionen Franken beantragt. Diese Mittel sind für die Realisierung der Bauprojekte vorgesehen. Die Verbesserung der Erreichbarkeit, die Steigerung der Lebensqualität und die Erhöhung der wirtschaftlichen Attraktivität der Birsstadt sind die Hauptziele dieser Investition.
Einige Abschnitte der Routen in Aesch, Reinach und Münchenstein erhalten eine Kofinanzierung durch die vierte Generation des Agglomerationsprogramms des Bundes. Um diese Bundesmittel zu sichern, müssen die ersten Bauprojekte bis Ende 2028 beginnen. Dies erfordert eine zügige Erarbeitung der Vor- und Bauprojekte.
«Wir wollen den Veloverkehr im Kanton Basel-Landschaft nachhaltig stärken. Diese Routen sind ein wichtiger Schritt, um eine echte Alternative zum motorisierten Individualverkehr zu schaffen.»
Herausforderungen in Fokusgebieten
Trotz der weit fortgeschrittenen Planung gibt es in bestimmten Bereichen noch Klärungsbedarf. Dazu gehören das Gebiet Fiechtenagger in Aesch, die Kreuzung Sundgauerstrasse in Reinach und der Kreisel bei der Motorfahrzeug-Prüfstation in Münchenstein. Diese Fokusgebiete erfordern weitere Abklärungen, um optimale Lösungen zu finden.
Hintergrund der Planung
Eine Variantenstudie aus den Jahren 2020/21 hat den Bedarf für zwei Velovorzugsrouten in der Birsstadt bestätigt. Anschliessend wurden in Machbarkeitsstudien die genauen Linienführungen konkretisiert und die besten Varianten ausgewählt. Dies zeigt, dass das Projekt auf einer soliden Analyse basiert.
Entwicklung des kantonalen Radroutennetzes 2030
Die geplanten Velovorzugsrouten in der Birsstadt sind Teil eines grösseren Plans zur Weiterentwicklung des kantonalen Radroutennetzes bis 2030. Dieses Netz soll von den aktuellen rund 300 Kilometern auf etwa 450 Kilometer erweitert werden. Es wird zukünftig drei Kategorien von Radrouten umfassen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden.
Die Umsetzung erfolgt etappenweise. In der ersten Etappe stehen neben den beiden Birsstadt-Routen auch die Planungen für eine Verbindung vom Bachgraben in Allschwil zum Bahnhof Basel SBB im Vordergrund. Das Vorprojekt für den Basel-Landschaft-Abschnitt wird derzeit abgeschlossen.
Zukünftige Etappen und Prioritäten
In einer zweiten Etappe sind Velovorzugsrouten im Leimental, Rheintal und Ergolztal vorgesehen. Der Ausbau wird dort umgesetzt, wo der Bedarf und die Nachfrage am grössten sind. Diese strategische Planung soll sicherstellen, dass die Investitionen den grösstmöglichen Nutzen für die Velofahrenden bringen.
Der Landrat wird voraussichtlich im Jahr 2028 im Rahmen der Richtplanrevision über die Details des erweiterten Radroutennetzes 2030 entscheiden. Dies zeigt das langfristige Engagement des Kantons für eine nachhaltige und velofreundliche Mobilität.





