Der Zoo Basel hat kurz vor dem Jahreswechsel zwei Woma Pythons (Aspidites ramsayi) in seine Themenanlage Australis aufgenommen. Die bodenlebenden Schlangen erkunden derzeit ihr neu gestaltetes Terrarium. Dieses wurde speziell an die Bedürfnisse der Woma Pythons angepasst, nachdem es zuvor Grünen Baumpythons als Zuhause diente.
Wichtige Punkte
- Zwei männliche Woma Pythons sind neu im Zoo Basel.
- Das Terrarium im Australis-Haus wurde auf warm-trocken umgebaut.
- Die Art gilt als dämmerungs- und nachtaktiv, ist aber oft zu sehen.
- Zucht der Woma Pythons ist mittelfristig geplant.
- Lebensraumverlust und invasive Raubtiere bedrohen die Art regional.
Neues Zuhause im Australis-Haus
Die beiden männlichen Woma Pythons sind seit Ende Dezember im Zoo Basel zu sehen. Sie bewohnen nun ein speziell für sie umgebautes Terrarium in der Themenanlage Australis. Dieses Haus im Zoo Basel konzentriert sich auf das Thema Fortpflanzung. Der Umzug der Schlangen markiert einen wichtigen Schritt für die zoologische Sammlung.
Das frühere Zuhause der Grünen Baumpythons (Morelia viridis) musste umfassend saniert werden. Die Anpassungen waren notwendig, um den Woma Pythons ein optimales Habitat zu bieten. Dazu gehörten Änderungen an der Lüftung, der Bodenheizung und der Beleuchtung, einschliesslich UV-Licht. Jetzt finden die Tiere zwischen Sand und Felsen eine Umgebung vor, die ihren natürlichen Lebensbedingungen in Australien entspricht.
Fakten zum Woma Python
- Herkunft: West- und Zentral-Australien
- Lebensraum: Trockene Wüsten und Halbwüsten
- Länge: 1 bis 2 Meter
- Farbgebung: Gelbe, orangefarbene, braune bis rötliche Querbänder
- Besonderheit: Relativ kleiner, gelblicher Kopf, der sich kaum vom Körper absetzt
Verhalten und Besonderheiten der Art
Woma Pythons sind hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv. Trotzdem können Besucher die beiden Männchen im Zoo Basel regelmässig beim Erkunden ihrer Umgebung beobachten. Die Schlangen sind dafür bekannt, sich gerne im sandigen Boden einzugraben oder sich in verlassene Höhlen anderer Tiere zurückzuziehen. Dies schützt sie vor der Hitze und bietet Verstecke.
Ein besonderes Merkmal der Woma Pythons ist ihre Körperfärbung. Sie variiert stark und zeigt ein Muster aus gelben, orangefarbenen, braunen bis rötlichen Querbändern. Diese Farben dienen als optimale Tarnung in ihrem natürlichen Lebensraum. Ihr Kopf ist verhältnismässig klein und gelblich gefärbt. Er setzt sich kaum vom Körper ab, was sie von anderen Python-Arten unterscheidet.
„Die Anpassung des Terrariums war entscheidend, um den Woma Pythons eine naturnahe Umgebung zu bieten. Wir freuen uns, diese faszinierenden Tiere nun unseren Besuchern präsentieren zu können.“
Zuchtpläne und Brutverhalten
Hinter den Kulissen hält der Zoo Basel aktuell ein weibliches Tier. Mittelfristig ist die Zucht mit den Woma Pythons im Australis-Haus geplant. Die Fortpflanzung dieser Art ist besonders interessant.
Hintergrund: Python-Brutverhalten
Weibliche Pythons zeigen ein einzigartiges Brutverhalten. Sie legen etwa zehn Eier und umschlingen diese mit ihrem Körper. Durch Muskelkontraktionen, ein sogenanntes Zittern, halten sie die Eier über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten warm. Dieses Verhalten ist spezifisch für Pythons; andere Schlangenarten oder Reptilien zeigen es nicht. Während der gesamten Brutzeit nimmt das Weibchen keine Nahrung zu sich. Es konzentriert seine gesamte Energie auf das Wärmen und den Schutz der Eier.
Bedrohungen und Schutzstatus
Der Woma Python wird auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN derzeit als nicht gefährdet (least concern) eingestuft. Dies bedeutet, dass die Art global gesehen nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht ist. Regionale Unterschiede sind jedoch zu beachten. Im Südwesten Westaustraliens sind die Bestände dieser Schlangenart stark zurückgegangen. Auch in Südaustralien ist der Woma Python nur noch selten zu beobachten.
Die Hauptursachen für diese regionalen Rückgänge sind der Verlust von Lebensraum durch landwirtschaftliche Nutzung und invasive Raubtiere. Dazu gehören Füchse und verwilderte Katzen, die den Populationen zusetzen. Der Zoo Basel leistet mit der Haltung und geplanten Zucht einen Beitrag zum Arterhalt und zur Sensibilisierung für diese Tiere.
Anpassung des Terrariums
Der Umbau des Terrariums war eine komplexe Aufgabe. Das ursprüngliche Habitat des Grünen Baumpythons war auf ein warm-feuchtes Klima ausgelegt. Für die Woma Pythons musste es jedoch in ein warm-trockenes Klima umgewandelt werden. Dies erforderte grundlegende Änderungen an der Infrastruktur.
- Lüftung: Anpassung, um die trockene Luftzirkulation zu gewährleisten.
- Bodenheizung: Neuinstallation, um die benötigten Temperaturen im sandigen Boden zu erreichen.
- Licht und UV-Licht: Installation spezieller Beleuchtung, die den natürlichen Lichtverhältnissen in Wüstenregionen entspricht.
Diese Massnahmen stellen sicher, dass die Woma Pythons im Zoo Basel ein artgerechtes und gesundes Leben führen können. Besucher erhalten so die Möglichkeit, diese einzigartigen Tiere in einer Umgebung zu erleben, die ihrem natürlichen Lebensraum nahekommt.





