Der Zoo Basel widmet sich im Winterhalbjahr den Wildbienen. Eine neue Ausstellung im Etoschahaus beleuchtet die entscheidende Rolle dieser Insekten für unsere Ökosysteme. Fast die Hälfte der über 600 Wildbienenarten in der Schweiz gilt als gefährdet. Der Zoo möchte mit der didaktischen Installation auf die Dringlichkeit des Artenschutzes aufmerksam machen und Besucher zu bienenfreundlichen Massnahmen inspirieren.
Wichtige Erkenntnisse
- Fast die Hälfte der Schweizer Wildbienenarten ist gefährdet.
- Der Zoo Basel zeigt im Etoschahaus eine neue Wildbienen-Ausstellung.
- Die Ausstellung erklärt die Lebensweise und ökologische Bedeutung der Wildbienen.
- Besucher erhalten Tipps zur bienenfreundlichen Gestaltung des eigenen Gartens.
- Verlust von Lebensräumen und Blütenpflanzen sind Hauptursachen für den Rückgang.
Die unsichtbaren Helfer unserer Natur
Wildbienen sind kleine, aber unglaublich wichtige Bestäuber. Sie sorgen dafür, dass zahlreiche Wild- und Nutzpflanzen Früchte tragen und sich vermehren können. Ohne sie gäbe es weniger Obst, Gemüse und blühende Landschaften. Im Gegensatz zu Honigbienen leben Wildbienen meist solitär und sind nicht domestiziert.
Ihre Bedeutung für die Nahrungskette und die Artenvielfalt kann kaum überschätzt werden. Der Zoo Basel integriert diese Thematik nun in seine bestehende Etoscha-Anlage. Diese Anlage veranschaulicht bereits den natürlichen Nahrungskreislauf und beherbergt unter anderem insektenjagende Bienenfresser.
Faktencheck Wildbienen
- 600+ Arten: In der Schweiz existieren über 600 verschiedene Wildbienenarten.
- 50% gefährdet: Fast die Hälfte dieser Arten steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.
- Solitärleben: Die meisten Wildbienen leben nicht in Staaten, sondern einzeln.
Einblicke in das Leben der Wildbienen
Im Etoschahaus des Zoos befand sich bisher ein Schaukasten mit Honigbienen. Diese ziehen jedoch im Herbst in ihr Winterquartier um. Für die bienenfreie Zeit im Winter hat der Zoo Basel ein neues didaktisches Modul entwickelt. Es vermittelt auch ohne die Anwesenheit von Honigbienen spannendes Wissen über ihre wilden Verwandten.
Besucher entdecken auf der Vorderseite des neu gestalteten Schaukastens eine überdimensionierte Wildbiene. Um diese Biene herum sind prägnante Aussagen angebracht, die zentrale Aspekte ihres Lebens und ihrer ökologischen Funktion hervorheben. Dazu gehören Botschaften wie „Ich überwintere“ und „Ich bestäube“. Diese sollen den Blick auf die einzigartigen Lebensweisen lenken.
Vielfalt der Wildbienenarten
Die Rückseite des Schaukastens präsentiert einen detaillierten Landschaftsausschnitt. Dort sind zehn verschiedene Wildbienenarten in ihrer natürlichen Umgebung und bei ihren typischen Aktivitäten zu sehen. Besucher können zum Beispiel eine Ackerhummel beobachten, die Pollen für ihren Nachwuchs sammelt.
Ein weiteres Beispiel ist die zweifarbige Schneckenhausbiene. Diese Art legt ihre Eier in leere Schneckenhäuser. Die schwarze Mörtelbiene hingegen baut ihre Brutzellen bevorzugt in Felsspalten. Diese Darstellungen machen die Vielfalt und die spezialisierten Lebensweisen der Wildbienen greifbar.
„Wildbienen sind unersetzlich für unsere Natur. Ihre Bestäubungsleistung sichert nicht nur unsere Nahrung, sondern auch die Vielfalt der Pflanzenwelt.“
Wie jeder helfen kann: Bienenfreundliche Gärten
Der abgebildete Landschaftsausschnitt im Schaukasten hat nicht nur einen informativen Zweck. Er soll die Besucher auch dazu anregen, ihren eigenen Garten bienenfreundlicher zu gestalten. Bereits kleine Massnahmen können einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten.
Neben einer vielfältigen Auswahl an geeigneten Blütenpflanzen sind Nistmöglichkeiten von grosser Bedeutung. Viele Wildbienenarten brüten im Boden und benötigen dafür offene, sonnige Flächen. Andere Arten profitieren von Totholzhaufen oder von stehengelassenen Pflanzenstängeln über den Winter. Solche Strukturen bieten den Bienen Schutz und Brutstätten.
Hintergrund des Rückgangs
Der massive Rückgang der Wildbienen hat mehrere Ursachen. Eine der Hauptursachen ist die abnehmende Vielfalt und Menge an Blütenpflanzen. Dies ist oft eine Folge intensiver Landwirtschaft und der Verlust von naturnahen Flächen. Zudem fehlen Wildbienen zunehmend Kleinstrukturen und geeignete Lebensräume für ihre Fortpflanzung und Überwinterung.
Der Zoo Basel setzt sich aktiv für den Schutz der Wildbienen ein. Auf seinem eigenen Areal fördert er die Insekten gezielt. Dies geschieht durch die Schaffung vielfältiger Strukturelemente und das Anlegen artenreicher Blumenwiesen. Diese Massnahmen dienen als Vorbild und zeigen, wie einfach es sein kann, einen positiven Einfluss zu nehmen.
Die Rolle des Zoos im Artenschutz
Der Zoo Basel sieht sich in der Verantwortung, nicht nur exotische Tiere zu zeigen, sondern auch auf die Bedrohung heimischer Arten hinzuweisen. Die neue Wildbienen-Ausstellung ist ein Beispiel dafür, wie Bildung und Artenschutz Hand in Hand gehen können. Sie bietet eine Plattform, um das Bewusstsein für die heimische Natur zu schärfen.
Besucher lernen nicht nur Fakten, sondern erhalten auch konkrete Handlungsempfehlungen. Dies ist entscheidend, denn der Schutz der Wildbienen liegt nicht allein in der Hand von Institutionen. Jeder Einzelne kann im eigenen Umfeld einen Unterschied machen und so einen Beitrag zur Erhaltung dieser wichtigen Bestäuber leisten. Der Zoo Basel leistet mit dieser Initiative einen wichtigen Beitrag zum Verständnis und Schutz unserer heimischen Biodiversität.





