Die Basler Kriminalpolizei hat am Donnerstagabend die Bar Catacombe am Claraplatz durchsucht. Der Einsatz erfolgte nur einen Tag nach der Urteilsverkündung im Prozess um eine Schussabgabe vor derselben Bar im Januar. Die genauen Hintergründe der Durchsuchung sind derzeit unklar, die Staatsanwaltschaft schweigt zu Details.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Bar Catacombe wurde am Donnerstagabend von der Kriminalpolizei durchsucht.
- Der Einsatz dauerte etwa zweieinhalb Stunden.
- Er fand einen Tag nach dem Urteil im Prozess um eine Schussabgabe vor der Bar statt.
- Die Staatsanwaltschaft bestreitet einen direkten Zusammenhang zur Schussabgabe.
- Es gab Hinweise auf mögliches illegales Glücksspiel im Umfeld der Bar.
Kriminalpolizei durchsucht Lokal
Am Donnerstagabend, kurz nach 20 Uhr, rückten mehrere Einsatzwagen der Basler Kriminalpolizei zum Claraplatz aus. Ziel war die Bar Catacombe. Augenzeugen berichteten von bis zu sieben Polizeifahrzeugen. Vermummte Beamte sperrten den Eingang ab und wiesen potenzielle Gäste ab.
Mitarbeiter der Kriminalpolizei betraten die Shishabar. Ein Polizeihund war ebenfalls vor Ort. Die Durchsuchung dauerte von etwa 20:30 Uhr bis 22:30 Uhr. Während des Einsatzes blieb der Döner-Imbiss im Erdgeschoss des Gebäudes normal geöffnet.
Faktencheck
- Einsatzdauer: Rund 2,5 Stunden
- Beteiligte Kräfte: Kriminalpolizei Basel-Stadt, Polizeihund
- Anzahl Fahrzeuge: Bis zu 7 Einsatzwagen (Augenzeugenangaben)
Das Rätsel um den Inhalt einer Kiste
Während der Razzia wurde eine leere Kartonkiste in das Untergeschoss der Bar gebracht. Später, nach Beendigung des Einsatzes gegen 22:30 Uhr, luden die Beamten die Kiste in ein Polizeifahrzeug. Über den Inhalt der Kiste oder ob Gegenstände beschlagnahmt wurden, gibt die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt keine Auskunft.
Die Behörden halten sich bezüglich des Anlasses der Durchsuchung bedeckt. Eine Anfrage unserer Redaktion bei der Staatsanwaltschaft blieb weitgehend unbeantwortet. Dies führt zu Spekulationen über die genauen Gründe des plötzlichen Polizeieinsatzes.
Kein direkter Zusammenhang zur Schussabgabe?
Der Polizeieinsatz erfolgte nur einen Tag, nachdem das Basler Strafgericht das Urteil in einem aufsehenerregenden Fall verkündet hatte. Am 25. Januar hatte ein 45-jähriger Mann vor der Bar Catacombe auf zwei Personen geschossen. Eine Kugel traf einen Tisch nahe dem Eingang. Der Schütze wurde festgenommen und kam in Untersuchungshaft.
Im Prozess wurde der Schütze vom Vorwurf des versuchten Mordes freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt betonte jedoch, dass der aktuelle Polizeieinsatz keinen direkten Zusammenhang mit diesem Gerichtsverfahren habe.
„Wir können Ihnen mitteilen, dass die Tätigkeit keinen Zusammenhang mit dem am Strafgericht verhandelten Vorfall hat“, erklärte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage.
Hintergrund des Schiessvorfalls
Am 25. Januar 2024 kam es vor der Bar Catacombe zu einer Schussabgabe. Ein 45-jähriger Mann feuerte auf zwei Personen, traf jedoch nur einen Tisch. Der Täter wurde noch am Tatort verhaftet. Der Prozess endete mit einem Freispruch vom Vorwurf des versuchten Mordes, das Urteil erging am Vortag der Razzia.
Hinweise auf illegales Glücksspiel
Obwohl die Staatsanwaltschaft einen direkten Zusammenhang zum Schusswaffenprozess dementiert, gibt es Spekulationen über die wahren Gründe des Einsatzes. Während der Gerichtsverhandlung zur Schussabgabe hatte die Staatsanwaltschaft nämlich Berührungspunkte zum illegalen Glücksspiel im Umfeld der Bar erwähnt.
Es ist derzeit unklar, ob die Durchsuchung im Zusammenhang mit diesen Hinweisen stand. Ebenso wenig ist bekannt, ob die Bundespolizei oder die interkantonale Geldspielaufsicht am Einsatz beteiligt waren. Die Behörden schweigen weiterhin zu den Hintergründen.
Der Zeitpunkt des Einsatzes
Der Zeitpunkt der Durchsuchung, direkt nach der Urteilsverkündung im Schusswaffenprozess, erscheint vielen Beobachtern nicht zufällig. Es wird vermutet, dass der Einsatz bereits länger geplant war.
Möglicherweise musste die Verhandlung vor dem Basler Strafgericht abgewartet werden, da der Betreiber der Bar dort als Auskunftsperson geladen war. Eine solche Planung würde erklären, warum die Staatsanwaltschaft einen direkten Zusammenhang zum Urteil dementiert, der Zeitpunkt aber dennoch auffällig ist.
Die Öffentlichkeit wartet nun auf weitere Informationen der Behörden, um die vollständigen Umstände dieses ungewöhnlichen Polizeieinsatzes zu verstehen. Die Bar Catacombe bleibt vorerst im Fokus der Aufmerksamkeit.





