Die Basler Berufsfeuerwehr modernisiert ihren Fuhrpark mit der Anschaffung mehrerer neuer Fahrzeuge. Eine besondere Debatte entzündete sich im Grossen Rat um einen elektrisch betriebenen ABC-Lastwagen. Trotz Bedenken bezüglich Kosten und Batterielebensdauer stimmten die Parlamentarier mehrheitlich für die Elektrovariante, um Lärm- und CO2-Emissionen zu reduzieren.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Grosse Rat Basel hat die Beschaffung eines elektrischen ABC-Lastwagens für 1,3 Millionen Franken genehmigt.
- Drei weitere elektrische Kleinalarmfahrzeuge für 1,2 Millionen Franken wurden ebenfalls bewilligt.
- Die Entscheidung für den E-ABC-Lastwagen erfolgte mit 73 zu 20 Stimmen bei 1 Enthaltung.
- Umweltschutz und Lärmreduktion waren zentrale Argumente für die Elektromobilität.
- Kritiker führten höhere Kosten und geringe Jahreskilometerleistung von Spezialfahrzeugen an.
Debatte um den ABC-Lastwagen
Die Anschaffung eines neuen ABC-Lastwagens für die Basler Berufsfeuerwehr führte zu einer intensiven Diskussion im Grossen Rat. Dieses Spezialfahrzeug ist für Einsätze bei Gefahrenstoffereignissen vorgesehen. Die vorgeschlagene elektrische Variante soll rund 1,3 Millionen Franken kosten.
Vertreter der FDP und SVP äusserten Bedenken. David Jenny (FDP) und Patrick Fischer (SVP) plädierten für eine Dieselvariante. Sie argumentierten, dass ein Dieselfahrzeug etwa ein Drittel günstiger wäre. Zudem sei die jährliche Fahrleistung eines solchen Spezialfahrzeugs mit maximal 1000 Kilometern sehr gering, was die ökologischen Vorteile eines Elektroantriebs relativiere.
Faktencheck: Kosten und Einsatz
- Kosten E-ABC-Lastwagen: 1,3 Millionen Franken
- Geschätzte jährliche Fahrleistung: Maximal 1000 Kilometer
- Kostenersparnis Dieselvariante: Rund ein Drittel der Anschaffungskosten
Umweltaspekte und Betriebseffizienz
Fleur Weibel von den Grünen konterte die Argumente der Kritiker. Sie hob hervor, dass Dieselfahrzeuge regelmässige Regenerationsfahrten benötigen, um ihre Abgasreinigungssysteme intakt zu halten. Diese Fahrten erzeugen zusätzliche Emissionen und Kosten, die oft übersehen werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt war der primäre Einsatzzweck des ABC-Lastwagens. Bei der Beseitigung gefährlicher Substanzen steht das Fahrzeug oft stunden- oder sogar tagelang still. Während dieser Standzeiten kann ein Elektrofahrzeug ohne Lärm und CO2-Emissionen betrieben werden, was besonders in bewohnten Gebieten von Vorteil ist.
"Ein E-Fahrzeug reduziert während langer Standzeiten Lärm- und CO2-Emissionen erheblich, was gerade bei Gefahrenstoffeinsätzen in urbanen Gebieten ein grosser Vorteil ist."
Entscheid im Grossen Rat
Nach der umfassenden Debatte stimmte der Grosse Rat über die Beschaffung des elektrischen ABC-Lastwagens ab. Das Ergebnis war eindeutig: Mit 73 zu 20 Stimmen bei 1 Enthaltung sprachen sich die Parlamentarier für die Elektrovariante aus. Ein Nein zum Ratschlag der Regierung hätte die Anschaffung eines Dieselfahrzeugs bedeutet.
Dieser Entscheid unterstreicht das Engagement des Kantons Basel-Stadt für nachhaltige Lösungen, auch im Bereich der Notfalldienste. Die langfristigen Vorteile in Bezug auf Umwelt und Betriebseffizienz scheinen die höheren Anschaffungskosten für die Mehrheit der Ratsmitglieder überwogen zu haben.
Hintergrund: Elektrifizierung der Flotten
Die Elektrifizierung von kommunalen Fuhrparks ist ein wachsender Trend in vielen Schweizer Städten. Ziel ist es, die CO2-Emissionen zu senken und die Luftqualität zu verbessern. Spezialfahrzeuge, die oft im Stop-and-Go-Verkehr oder mit langen Standzeiten operieren, sind besonders gut für Elektroantriebe geeignet, da hier die Vorteile der Emissionsfreiheit und des geräuscharmen Betriebs besonders zum Tragen kommen.
Unbestrittene Anschaffung weiterer E-Fahrzeuge
Neben dem ABC-Lastwagen wurden auch drei elektronisch betriebene Kleinalarmfahrzeuge genehmigt. Diese Fahrzeuge dienen der Berufsfeuerwehr für Routineeinsätze wie Wasserschäden, Ölspuren oder Absperrungen.
Die Beschaffung dieser drei Fahrzeuge, die zusammen knapp 1,2 Millionen Franken kosten, war im Grossen Rat nahezu unbestritten. Die Abstimmung fiel mit 91 zu 1 Stimmen aus, was eine breite Akzeptanz für diese Investition zeigt.
- Anzahl Kleinalarmfahrzeuge: 3
- Gesamtkosten: Knapp 1,2 Millionen Franken
- Einsatzbereiche: Wasserschäden, Ölspuren, Absperrungen
Diese Fahrzeuge sind ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit der Feuerwehr. Ihre Elektrifizierung trägt dazu bei, die Emissionen im Stadtgebiet weiter zu reduzieren und die Arbeitsbedingungen für die Einsatzkräfte zu verbessern, da Elektromotoren weniger Lärm und Vibrationen erzeugen.
Ausblick für die Basler Berufsfeuerwehr
Mit diesen Anschaffungen macht die Basler Berufsfeuerwehr einen weiteren Schritt in Richtung einer moderneren und umweltfreundlicheren Flotte. Die Investitionen in Elektromobilität spiegeln das Bestreben wider, den operativen Anforderungen gerecht zu werden und gleichzeitig ökologische Verantwortung zu übernehmen.
Die Erfahrungen mit diesen neuen Elektrofahrzeugen werden zeigen, wie sich die Technologie im anspruchsvollen Einsatzalltag bewährt. Es ist zu erwarten, dass weitere Kommunen die Entwicklung in Basel genau verfolgen werden, um mögliche Adaptionen für ihre eigenen Feuerwehren zu prüfen.





