In Basel spitzt sich die Diskussion um die Kontrolle der Taubenpopulation zu. Die Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (Uvek) des Grossen Rates fordert deutlich mehr Taubenschläge und eine längere Projektlaufzeit als der Vorschlag der Regierung. Diese unterschiedlichen Ansätze sollen helfen, die Taubenpopulation in der Stadt effektiv zu steuern.
Wichtige Punkte
- Uvek fordert fünf Taubenschläge und vier Jahre Projektlaufzeit.
- Regierung schlägt drei Taubenschläge und drei Jahre vor.
- Kostenunterschied zwischen den Vorschlägen beträgt über 300.000 Franken.
- Ziel ist eine Reduktion der Taubenpopulation von 7000–8000 auf 3000–4000 Tiere.
- Eine Volksinitiative hat die Debatte ausgelöst.
Uvek fordert längere und umfassendere Massnahmen
Die Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission des Basler Grossen Rates (Uvek) hat einen Gegenvorschlag zur Tauben-Initiative präsentiert. Dieser weicht massgeblich von den Plänen der Kantonsregierung ab. Die Uvek spricht sich für ein Pilotprojekt aus, das über einen Zeitraum von vier Jahren laufen soll.
Im Zentrum des Kommissionsvorschlags stehen fünf neue Taubenschläge. Diese Anzahl übersteigt den ursprünglichen Vorschlag der Regierung, der lediglich drei Taubenschläge vorsah. Die Kommission ist überzeugt, dass eine umfassendere Abdeckung notwendig ist, um die Population wirksam zu kontrollieren.
Fakten im Überblick
- Uvek-Vorschlag: 5 Taubenschläge, 4 Jahre Laufzeit, Kosten: 830.000 Franken.
- Regierungs-Vorschlag: 3 Taubenschläge, 3 Jahre Laufzeit, Kosten: 517.000 Franken.
- Aktuelle Taubenpopulation: Schätzungsweise 7000 bis 8000 Tiere in Basel.
- Ziel der Initiative: Reduktion auf 3000 bis 4000 Tiere.
Kosten und Finanzierung der Taubenschläge
Die finanziellen Auswirkungen der beiden Vorschläge zeigen deutliche Unterschiede. Die Uvek veranschlagt für ihr umfassenderes Projekt mit fünf Taubenschlägen und einer vierjährigen Laufzeit Gesamtkosten von 830.000 Franken. Dies geht aus einer Mitteilung des Parlamentsdienstes hervor.
Der Vorschlag der Regierung war mit 517.000 Franken für drei Taubenschläge über drei Jahre deutlich günstiger kalkuliert. Der Unterschied von über 300.000 Franken spiegelt die unterschiedlichen Ansichten über den Umfang und die Dauer des Pilotprojekts wider. Beide Seiten sind sich jedoch einig, dass Investitionen in die Taubenregulierung notwendig sind.
Hintergrund der Debatte
Die Diskussion um die Taubenpopulation in Basel ist nicht neu. Seit Jahren suchen Stadt und Bevölkerung nach Wegen, die Anzahl der Stadttauben zu kontrollieren und gleichzeitig das Wohl der Tiere zu sichern. Taubenschläge gelten als eine effektive Methode, da sie eine kontrollierte Fütterung und die Entnahme von Eiern ermöglichen, um die Vermehrung zu steuern.
Die Rolle der Tauben-Initiative
Auslöser der aktuellen Debatte ist eine unformulierte Volksinitiative, die im April 2024 mit 3035 Unterschriften eingereicht wurde. Die Initiative fordert eine deutliche Reduktion der Taubenpopulation in Basel.
Konkret will die Initiative die Anzahl der Tauben von den heutigen geschätzten 7000 bis 8000 Tieren auf rund 3000 bis 4000 halbieren. Dazu verlangt sie die Einrichtung eines Taubenschlags pro Quartier, inklusive artgerechter Fütterung und medizinischer Versorgung für die Tiere. Die Initiative unterstreicht die Dringlichkeit des Problems aus Sicht vieler Basler Bürger.
„Die Initiative zeigt, dass die Bevölkerung eine Lösung für das Taubenproblem wünscht. Wir müssen eine effektive und tierfreundliche Strategie finden.“
Nächste Schritte im Grossen Rat
Nach der Debatte in der Uvek wird sich der Grosse Rat von Basel-Stadt voraussichtlich im Januar mit dem Thema befassen. Dort werden die Gegenvorschläge der Kommission und der Regierung sowie die ursprüngliche Initiative ausführlich diskutiert.
Es bleibt abzuwarten, welcher Ansatz letztendlich die Mehrheit findet. Die Entscheidung wird nicht nur finanzielle Auswirkungen haben, sondern auch die zukünftige Strategie Basels im Umgang mit seiner Taubenpopulation massgeblich prägen. Eine Einigung ist wichtig, um das Pilotprojekt zügig umzusetzen.
Warum Taubenschläge helfen können
- Kontrollierte Fütterung: Reduziert die Nahrungssuche auf der Strasse und somit die Verschmutzung.
- Eier-Austausch: Ermöglicht den Austausch von Taubeneiern gegen Attrappen, um die Population zu reduzieren.
- Gesundheitsmanagement: Bietet die Möglichkeit zur medizinischen Versorgung kranker oder verletzter Tiere.
- Sauberkeit: Konzentriert den Kot an einem Ort und erleichtert die Reinigung.
Die Stadt Basel sucht weiterhin nach einer nachhaltigen Lösung für das Taubenproblem. Die unterschiedlichen Vorschläge zeigen, wie komplex die Materie ist und wie wichtig es ist, sowohl ökologische als auch ethische Aspekte zu berücksichtigen. Ein erfolgreiches Pilotprojekt könnte als Modell für andere Städte dienen.





