Basel – René Burger, 65, bereitet auch dieses Jahr wieder ein festliches Weihnachtsessen für Menschen zu, die an Heiligabend nicht allein sein wollen oder sich kein solches Mahl leisten können. Das fünfte Mal in Folge öffnet er seine Türen für rund 16 Gäste, um ihnen Freude und Gemeinschaft zu schenken. Dieses Engagement entspringt seinen eigenen Erfahrungen mit Einsamkeit und finanziellen Schwierigkeiten.
Wichtige Punkte
- René Burger veranstaltet zum fünften Mal ein Weihnachtsessen für Bedürftige und Einsame.
- Er kocht ein Vier-Gänge-Menü, inklusive Chateaubriand, für etwa 16 Gäste.
- Die Initiative wird durch private Spenden und die Unterstützung eines Quartiertreffpunkts ermöglicht.
- Burger kennt Armut und Einsamkeit aus eigener Erfahrung, was ihn zu diesem Engagement motiviert.
- Das Essen bietet den Gästen nicht nur Genuss, sondern auch die Möglichkeit zu Austausch und neuen Freundschaften.
Ein Fest gegen die Einsamkeit
Für René Burger ist das Weihnachtsessen mehr als nur eine Mahlzeit. Es ist ein Abend gegen die Einsamkeit, ein Abend für Freundschaft. Er selbst weiss, wie sich Isolation anfühlt. Nach einem Herzinfarkt mit 50 Jahren verlor er seine Arbeit, kämpfte mit Übergewicht und Alkoholproblemen. Auch heute muss er noch auf sein Geld achten. Doch diese schwierigen Zeiten haben ihn nicht gebrochen, sondern motiviert, anderen zu helfen.
Die Idee für das Weihnachtsessen entstand während des Corona-Winters. Er bemerkte, wie viele Menschen vereinsamten. Zuvor hatte er bereits Altersheime mit seinem Hund besucht und während der Pandemie Hunde von Menschen ausgeführt, die selbst nicht nach draussen konnten. Diese Erlebnisse zeigten ihm den grossen Bedarf an menschlicher Nähe und Unterstützung.
Zahlen und Fakten
- 5. Mal: René Burger veranstaltet das Weihnachtsessen zum fünften Mal.
- 16 Gäste: Rund 16 Personen werden dieses Jahr erwartet.
- 1000 Franken: Etwa dieser Betrag steht ihm dank Spenden für das Menü zur Verfügung.
- Vier Gänge: Serviert wird ein Vier-Gänge-Menü mit Apéro, Pilzsuppe, Salat, Chateaubriand und süssem Buffet.
Vom persönlichen Tiefpunkt zur Herzensangelegenheit
René Burger, ursprünglich aus dem Berner Oberland, zog einst der Liebe und Arbeit wegen nach Riehen bei Basel. Doch die Beziehung zerbrach, und die Festtage wurden für ihn zu einer besonders einsamen Zeit. Viele seiner Bekannten verbrachten Weihnachten bei ihren Familien, während er oft allein war. Diese Erfahrungen prägten ihn tief.
Er schaffte es jedoch, sich aus seiner schwierigen Lage zu befreien. Er schwor dem Alkohol ab und fand im Kochen eine neue Freude. Diese Freude gibt er nun weiter. Das Kochen begleitet ihn seit seiner Kindheit. Schon als Erstklässler stand er am Herd, als seine Mutter einen Unfall hatte und nicht kochen konnte. Damals erhielt seine Familie eine Genehmigung, damit er eine Stunde früher die Schule verlassen konnte, um für seinen Vater zu Mittag zu kochen. Seine Mutter lehrte ihn alle Grundlagen.
«Es ist ein Abend gegen Einsamkeit, vielleicht auch ein Abend für Freundschaften.»
Grosszügige Unterstützung ermöglicht das Fest
Ohne die Unterstützung vieler privater Spender wäre dieses grosszügige Weihnachtsessen nicht möglich. Ein Quartiertreffpunkt stellt René Burger die Räumlichkeiten zur Verfügung, und für das Menü erhält er zahlreiche Spenden. Diese reichen von Einkaufsgutscheinen bis hin zu Desserts. Insgesamt stehen ihm dieses Jahr rund 1000 Franken zur Verfügung, um ein unvergessliches Vier-Gänge-Menü zu zaubern.
Das Menü beginnt mit einem Apéro, gefolgt von einer Pilzsuppe und einem frischen Salat. Als Hauptgang serviert er ein Chateaubriand, ein edles Rindsfilet. Anders als klassisch mit Béchamelsauce, bereitet er es «auf einem rassigen Tomatenspiegel» zu, wie er lächelnd erklärt. Den Abschluss bildet ein süsses Buffet. Um sicherzustellen, dass alles perfekt gelingt, kocht er das gesamte Menü einmal zur Probe. Anmeldungen für alle Plätze liegen bereits vor, viele davon von Stammgästen.
Hintergrund: Einsamkeit in der Gesellschaft
Einsamkeit ist ein weit verbreitetes Phänomen, besonders in der Weihnachtszeit. Viele Menschen fühlen sich isoliert, auch wenn sie nicht direkt von Armut betroffen sind. Initiativen wie die von René Burger sind daher besonders wertvoll. Sie schaffen Orte der Begegnung und des Austauschs, die über die reine Versorgung mit Nahrung hinausgehen und soziale Bindungen fördern.
Mehr als nur Essen: Gemeinschaft und neue Kontakte
Das Zusammensein ist ein zentraler Aspekt von René Burgers Einladungen. Er betont, wie wichtig es ist, spannende Menschen kennenzulernen. Mit einigen seiner Gäste pflegt er das ganze Jahr über Kontakt und unternimmt gemeinsame Aktivitäten. Diese Begegnungen geben nicht nur den Gästen etwas, sondern auch ihm selbst.
«Mir gibt es Zufriedenheit, dass die Leute glücklich sind. Und ich bin dann auch nicht allein.»
Sein «Freestyle-Kochen», inspiriert von Kochbüchern und -sendungen, ist Ausdruck seiner Leidenschaft. Er kocht mit Freude und möchte diese Freude teilen. Die Gäste erleben nicht nur ein köstliches Mahl, sondern auch eine herzliche Atmosphäre, die ihnen das Gefühl gibt, willkommen und geschätzt zu sein. Es ist ein Akt der Nächstenliebe, der weit über den Tellerrand hinausgeht und echte menschliche Verbindungen schafft.





