Mobbing ist ein ernstes Problem, das viele Menschen betrifft und weitreichende Folgen haben kann. Es handelt sich um systematische und feindselige Verhaltensweisen, die darauf abzielen, eine Person zu isolieren, zu diskreditieren oder auszugrenzen. Organisationen wie die Universität Basel dulden solches Verhalten nicht und setzen sich aktiv für den Schutz der persönlichen Integrität ein, um ein vertrauensvolles Lern- und Arbeitsumfeld zu gewährleisten.
Wichtige Erkenntnisse
- Mobbing ist systematisches, feindseliges Verhalten über einen längeren Zeitraum.
- Es äußert sich in Abwertung, Ausgrenzung und unfairen Bedingungen.
- Betroffene leiden unter psychischen und physischen Symptomen.
- Frühes Eingreifen und Dokumentation sind für Betroffene entscheidend.
- Vorgesetzte und Beobachter haben eine aktive Rolle bei der Prävention und Intervention.
Was Mobbing genau bedeutet und wie es sich äußert
Mobbing geht über einen einmaligen Konflikt hinaus. Es ist eine gezielte Kampagne von aggressiven Handlungen, die über einen längeren Zeitraum stattfinden. Diese Handlungen können direkt oder indirekt sein und zielen darauf ab, das Opfer systematisch zu schwächen und zu isolieren.
Die Formen von Mobbing sind vielfältig. Sie reichen von persönlicher Abwertung bis hin zu seelischen oder körperlichen Angriffen. Es ist wichtig, diese Verhaltensweisen zu erkennen, um frühzeitig handeln zu können.
Typische Verhaltensmuster beim Mobbing
- Persönliche Abwertung: Dazu gehören ständiges Unterbrechen, permanentes Widersprechen oder das stete Hinterfragen von Aussagen und Handlungen.
- Verletzung der persönlichen Integrität: Blossstellen, Lächerlichmachen vor anderen oder das Verbreiten von Gerüchten und Verleumdungen sind hier typisch.
- Ausgrenzung: Betroffene werden belächelt, bewusst ignoriert oder von sozialen Aktivitäten ausgeschlossen.
- Unfaire Bedingungen: Das Zuteilen ungerechtfertigter Aufgaben, Über- oder Unterforderung sowie das Zurückhalten wichtiger Informationen sind ebenfalls Formen von Mobbing.
- Seelische oder körperliche Angriffe: Drohungen, Handgreiflichkeiten oder sogar Gewaltausübung können ebenfalls vorkommen.
Faktencheck Mobbing
Mobbing ist kein einmaliger Arbeitskonflikt. Es ist eine systematische und wiederholte Form psychischer Gewalt, die auf die Zerstörung der persönlichen Integrität einer Person abzielt. Die Dauer und die Systematik sind entscheidende Merkmale.
Die weitreichenden Folgen für Betroffene
Wer von Mobbing betroffen ist, leidet oft stark. Die Auswirkungen zeigen sich sowohl psychisch als auch physisch. Das Selbstwertgefühl sinkt, und die Betroffenen ziehen sich oft sozial zurück. Dies kann zu einem Teufelskreis führen, aus dem der Ausweg schwerfällt.
Langfristige gesundheitliche Probleme sind keine Seltenheit. Stress, Angstzustände und posttraumatische Symptome können die Lebensqualität erheblich einschränken. Auch die Arbeitsfähigkeit leidet oft unter den Belastungen.
Gesundheitliche Auswirkungen und Warnsignale
Zu den häufigsten Symptomen zählen:
- Gefühle starker Unsicherheit und ein geschwächtes Selbstwertgefühl.
- Sozialer Rückzug und Isolation.
- Posttraumatische Symptome wie Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten.
- Leistungsabfall, erhöhter Stress und Angstzustände.
- Somatische Beschwerden wie Magen-Darm-Probleme und chronische Schmerzen.
Im Arbeitsleben zeigen sich Mobbing-Fälle oft durch häufigere und längere Fehlzeiten. Krankheitsbedingte Ausfälle aufgrund von Burnout oder stressbedingten Depressionen nehmen zu. Dies beeinträchtigt nicht nur die betroffene Person, sondern auch das gesamte Team und die Produktivität.
Hintergrund: Mobbing vs. Konflikt
Ein normaler Arbeitskonflikt ist durch eine einmalige Meinungsverschiedenheit oder eine temporäre Spannung gekennzeichnet. Mobbing hingegen ist ein systematischer Prozess, der darauf abzielt, eine Person gezielt zu schädigen. Die Unterscheidung ist wichtig für die Wahl der richtigen Interventionsstrategie.
Was Betroffene tun können: Erste Schritte und Hilfsangebote
Es ist entscheidend, nicht passiv zu bleiben, wenn man Mobbing erlebt. Frühes Handeln kann die Situation verbessern und weitere Schäden verhindern. Der erste Schritt ist oft der schwierigste, aber er ist notwendig.
Es gibt klare Strategien und Anlaufstellen, die Unterstützung bieten. Die Universität Basel beispielsweise hat eine Fachstelle für Persönliche Integrität eingerichtet, die vertrauliche Beratung anbietet und den Betroffenen hilft, die nächsten Schritte zu planen.
Konkrete Handlungsempfehlungen für Betroffene
- Grenzen setzen: Sprechen Sie die Person direkt an. Machen Sie klar, wie Sie deren Verhalten empfinden, und fordern Sie sie auf, dies zu unterlassen. Dies erfordert Mut, ist aber ein wichtiger erster Schritt.
- Ereignisse dokumentieren: Führen Sie ein detailliertes Protokoll. Notieren Sie Datum, Uhrzeit, Ort, beteiligte Personen, genauen Ablauf und Ihre Gefühle. Diese Dokumentation ist später wichtig, falls weitere Schritte notwendig werden.
- Hilfe suchen: Suchen Sie das Gespräch mit Ihrer vorgesetzten Person oder Lehrperson. Wenn dies nicht möglich ist oder keinen Erfolg bringt, wenden Sie sich an spezialisierte Stellen. Die Fachstelle Persönliche Integrität bietet zum Beispiel vertrauliche Beratung an.
"Es ist wichtig, dass Betroffene wissen, dass sie nicht allein sind und dass es Wege gibt, sich zur Wehr zu setzen. Der erste Schritt, Hilfe zu suchen, ist oft der schwierigste, aber der wichtigste."
Rolle von Vorgesetzten und Dozierenden
Vorgesetzte und Dozierende tragen eine besondere Verantwortung. Sie müssen aktiv ein mobbingfreies Arbeits- und Lernumfeld schaffen und aufrechterhalten. Dies bedeutet, nicht nur bei akuten Fällen einzugreifen, sondern präventiv zu handeln.
Eine respektvolle Kommunikations- und Konfliktkultur ist dabei entscheidend. Klare Regeln und das Setzen von Grenzen signalisieren, dass diskreditierendes Verhalten nicht toleriert wird. Vorgesetzte sind Vorbilder und prägen die Atmosphäre maßgeblich.
Aufgaben und Massnahmen für Führungskräfte
- Vorbild sein: Fördern Sie eine faire und respektvolle Kultur im Team oder in Lehrveranstaltungen. Geben Sie konstruktives Feedback und treffen Sie nachvollziehbare Entscheidungen.
- Klare Grenzen setzen: Greifen Sie sofort ein, wenn Sie Mobbing-Verhalten beobachten. Machen Sie unmissverständlich klar, dass Schikanen oder herabwürdigendes Verhalten nicht geduldet werden.
- Auf Beratungsangebote hinweisen: Informieren Sie Ihre Mitarbeitenden und Studierenden über die Unterstützungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Fachstelle Persönliche Integrität. Dies ist oft sogar reglementarisch vorgeschrieben.
- Nicht wegschauen: Nehmen Sie Verdachtsfälle ernst. Suchen Sie das persönliche Gespräch mit der betroffenen Person und bieten Sie Unterstützung an.
- Selbst Unterstützung suchen: Auch Vorgesetzte können sich bei der Fachstelle Persönliche Integrität beraten lassen, um in ihrer Rolle optimal zu handeln.
Die Verantwortung der Beobachtenden
Mobbing ist nicht nur Sache der Betroffenen und der Täter. Auch Beobachtende haben eine wichtige Rolle. Wegschauen macht sie zu passiven Mittätern. Aktives Engagement kann einen großen Unterschied machen und Betroffenen Mut geben.
Solidarität zu zeigen und das Thema offen anzusprechen, sind entscheidende Schritte. Es erfordert Zivilcourage, sich gegen Mobbing zu stellen, doch die Auswirkungen für die Betroffenen sind es wert.
Wie Beobachtende aktiv werden können
- Solidarität zeigen: Sprechen Sie die betroffene Person an und bieten Sie Unterstützung an. Schon ein offenes Ohr kann viel bewirken.
- Verhalten ansprechen: Wenn Sie unangemessenes Verhalten beobachten, weisen Sie die Person auf den Code of Conduct hin.
- Das Thema zur Sprache bringen: Thematisieren Sie die Zusammenarbeitskultur in Team- oder Abteilungssitzungen. Sprechen Sie Dozierende auf ein destruktives Studienklima an.
- Unterstützung organisieren: Raten Sie der betroffenen Person, sich an eine Beratungsstelle wie die Fachstelle Persönliche Integrität zu wenden. Dort erhalten sie vertrauliche Hilfe.
Was tun, wenn man selbst beschuldigt wird?
Manchmal wird man selbst des Mobbings beschuldigt. Auch in dieser Situation ist ein besonnener Umgang wichtig. Hören Sie der potenziell betroffenen Person aufmerksam zu und versuchen Sie, die Situation aus ihrer Perspektive zu verstehen.
Selbstreflexion ist hier entscheidend. Überlegen Sie, ob Ihr Verhalten angemessen war und wie es auf andere gewirkt haben könnte. Suchen Sie bei Bedarf das Gespräch mit einer Vertrauensperson und akzeptieren Sie das Recht der Gegenpartei, sich zu verteidigen.
Empfehlungen bei einer Anschuldigung
- Zuhören: Nehmen Sie die Vorwürfe ernst. Hören Sie der Person aufmerksam zu und versuchen Sie, sich in ihre Lage zu versetzen.
- Selbstreflexion: Überdenken Sie Ihr eigenes Verhalten. Fragen Sie sich, ob Sie eine Ihnen nahestehende Person auf die gleiche Weise behandeln würden.
- Vertrauensperson hinzuziehen: Sprechen Sie mit einer neutralen Vertrauensperson über den Vorfall, um eine objektive Einschätzung zu erhalten.
- Rechte der Gegenpartei respektieren: Akzeptieren Sie, dass die Person das Recht hat, sich zu verteidigen. Üben Sie keinen Druck aus.





