Der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt wird in seiner Januarsitzung über umfangreiche Ausgabenpakete beraten, die die Entwicklung des Stadtraums um den Bahnhof SBB massgeblich prägen sollen. Insgesamt geht es um Millionenbeträge für die Planung und Projektierung neuer Verkehrsverbindungen sowie für Massnahmen im Zusammenhang mit dem Bahnknoten Basel und dem Herzstück-Projekt.
Wichtige Punkte
- Rund 7 Millionen Franken für fünf neue Velo- und Fussgängerverbindungen.
- 3,6 Millionen Franken für Planungen zum Bahnknoten Basel und dem Herzstück.
- Abriss der Markthallenbrücke für eine neue Tramverbindung.
- UVEK beantragt Kürzung bei provisorischer Velopasserelle um 600'000 Franken.
- 850'000 Franken für Lobbying im Zusammenhang mit dem Bahnknotenausbau.
Neue Verbindungen für Velo und Fussgänger
Der Regierungsrat beantragt eine Investition von rund sieben Millionen Franken. Diese Mittel sind für die Planung und Projektierung von insgesamt fünf neuen Velo- und Fussgängerverbindungen vorgesehen. Diese Projekte sollen die Infrastruktur rund um den Bahnhof Basel SBB erheblich verbessern und die Mobilität für Pendler und Anwohner erleichtern.
Zu den geplanten Verbindungen gehören die sogenannte „Zollibrücke“, eine Fuss- und Velobrücke beim Güterbahnhof Wolf sowie eine weitere Fuss- und Velopasserelle, die das Wolf-Areal mit St. Alban verbinden soll. Zudem sind zwei Gleisfeldquerungen im Bereich des Bahnhofs Basel SBB geplant, wie Grossratspräsident Balz Herter informierte. Diese Querungen sind entscheidend, um die Zugänglichkeit über die Gleise hinweg zu verbessern und neue Wege für den Langsamverkehr zu schaffen.
Faktencheck: Geplante Infrastruktur
- Zollibrücke: Neue Verbindung.
- Fuss- und Velobrücke Güterbahnhof Wolf: Verbesserte Anbindung.
- Fuss- und Velopasserelle Wolf – St. Alban: Direkterer Weg.
- Zwei Gleisfeldquerungen: Effizientere Bahnhofsnutzung.
Diskussion um provisorische Velopasserelle
Ein Punkt, der in der Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (UVEK) zu Diskussionen führte, betrifft eine provisorische Velopasserelle. Diese war ursprünglich zwischen der Meret-Oppenheim-Strasse und dem Elsässertor geplant. Ihr Ziel war es, während des Neubaus der Margarethenbrücke eine gute Veloverbindung in das Gundeli-Quartier sicherzustellen.
Die UVEK hat sich jedoch einstimmig dagegen ausgesprochen, diese Idee weiterzuverfolgen. Die Kommission begründet dies mit der fraglichen Machbarkeit des Projekts. Stattdessen möchte sie sich auf eine dauerhafte und gute Lösung im Rahmen des Neubaus der Margarethenbrücke konzentrieren. Dadurch reduzieren sich die beantragten Gesamtausgaben um 600'000 Franken auf rund 6,3 Millionen Franken.
Entlastung für den Centralbahnplatz
Der Regierungsrat beantragt weitere 3,6 Millionen Franken für Planungen, die direkt mit dem Bahnknoten Basel und dem wichtigen „Herzstück“-Projekt zusammenhängen. Bereits im Jahr 2020 hatte der Grosse Rat hierfür 14,4 Millionen Franken bewilligt. Diese zusätzlichen Mittel unterstreichen die langfristige Strategie zur Stärkung des öffentlichen Verkehrs in Basel.
Ein zentrales Element dieser Strategie ist die Umgestaltung des Markthallenplatzes. Ähnlich wie die Margarethenbrücke soll dieser Platz zu einem neuen Umsteigeknoten für den öffentlichen Verkehr werden. Ziel ist es, den stark frequentierten Centralbahnplatz zu entlasten und die Verteilung der Passagiere effizienter zu gestalten.
"Die Entwicklung des Bahnknotens ist entscheidend für die zukünftige Mobilität in Basel und der gesamten Region. Wir schaffen moderne, effiziente Verbindungen für alle Verkehrsträger", so ein Vertreter der Stadtverwaltung.
Hintergrund: Das Herzstück-Projekt
Das "Herzstück" ist ein grossangelegtes Infrastrukturprojekt in Basel. Es sieht den Bau einer unterirdischen Durchmesserlinie vor, die die Bahnhöfe SBB und Badischer Bahnhof direkt miteinander verbindet. Dies soll die Kapazität des Bahnnetzes erheblich steigern und den regionalen sowie internationalen Bahnverkehr optimieren. Das Projekt ist von strategischer Bedeutung für die gesamte Nordwestschweiz.
Direkte Tramverbindung und Lobbying-Aufwendungen
Ein konkretes Vorhaben im Rahmen dieser Planungen ist der Abriss der bestehenden Markthallenbrücke. Dieser Schritt ist notwendig, um eine neue, direkte Tramverbindung von der Margarethenbrücke in die Elisabethenstrasse zu ermöglichen. Diese neue Tramlinie soll die Effizienz des öffentlichen Verkehrs weiter steigern und neue Routen für Pendler eröffnen.
Die Vorlage des Regierungsrates beinhaltet auch einen Betrag von 850'000 Franken für Lobbying-Aktivitäten. Diese Mittel sind explizit für die Interessenvertretung im Zusammenhang mit dem Bahnknotenausbau und dem „Herzstück“-Projekt vorgesehen. Die UVEK stimmte dieser Ausgabe mit zehn Ja-Stimmen und drei Enthaltungen zu, was die breite politische Unterstützung für das Vorhaben unterstreicht.
Die weitreichenden Investitionen in die Basler Verkehrsinfrastruktur sind ein klares Signal für die zukünftige Entwicklung der Stadt. Mit dem Ausbau des Bahnknotens und der Schaffung neuer Verbindungen soll Basel als wichtiger Verkehrsknotenpunkt gestärkt und die Lebensqualität für seine Bewohner verbessert werden.





